Landsberg X-Press verliert erneut

Tabellenspitze außer Sichtweite

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Wenn die Fursty Razorbacks nahezu von allen Seiten kräftig zupacken, dann hat X-Man Florian Borchert (grünes Trikot) keine Chance mehr.

Landsberg – Langsam geraten die vorderen Regionen der Regionalliga-Tabelle für die Landsberger Footballer etwas außer direkter Sichtweite. Durch das überraschend deutliche 19:40 bei den Fursty Razorbacks kassierte der X-Press seine dritte Niederlage in Folge und liegt mit jetzt 6:8 Punkten auf Rang 5. Im Hinspiel hatte man das Derby noch knapp gewonnen, diesmal stellte man sich aber alles andere als geschickt an.

Dabei schienen die X-Men von dem auf beiden Seiten nervösen Beginn zunächst noch eher zu profitieren. Zwar kam Fürstenfeldbruck gleich im ersten Drive zum Touchdown durch Running Back Niklas Schumacher (von dem an diesem Nachmittag noch mehr zu hören sein sollte), die Gäste ließen sich davon aber scheinbar erst einmal nicht groß beeindrucken. Borchert erzielte ein spektakuläres Fieldgoal aus 50 Yard zum 7:3.

X-Men gegen Fursty Razorbacks chancenlos

Nach Ballverlusten und Strafen auf beiden Seiten durfte man dann sein Glück sogar von der 2-Yard-Linie der Razorbacks versuchen, schaffte es aber mehrfach nicht, die restliche Distanz zu überwinden, so dass man sich erneut für ein Fieldgoal entscheiden musste. Dass erneut Schumacher schnell wieder den Acht-Punkte-Vorsprung für die Gastgeber herstellte, beantwortete man noch souverän. 30 Yard lief Amberger, mit dem nächsten Pass an die Endzone auf Borchert verkürzte der X-Press erneut auf einen Punkt.

Zu diesem Zeitpunkt ahnte wohl noch keiner der offiziell 550 Besucher im Stadion, dass sich die Landsberger selbst um den Lohn ihrer Arbeit bringen würden. Ein erstes Beispiel gab es zu sehen, als die Razorbacks im 4. Versuch punkten mussten: der Ball war schon in Richtung Außenlinie unterwegs, als sich die X-Men noch ein erstes von mehreren völlig unnötigen Fouls leisteten und so statt sicherem eigenen Ballbesitz das Angriffsrecht dem Gegner zurückschenkten.

Nur mit Rumpftruppe

Was die Razorbacks daraus machten, war nicht originell, aber für die Landsberger Defense an diesem Tag offenbar nicht zu verteidigen: Kurzer Pass auf Schumacher, Touchdown Fürstenfeldbruck. Dabei fehlte beim X-Press zwar Wide Receiver Sam Schwab (Schulterverletzung), die wahre Rumpftruppe wiesen aber die „Wildschweine“ aus Fürstenfeldbruck auf, bei denen gleich zwölf Spieler, darunter drei Leistungsträger, ausfielen. Die akute Personalnot führte bei den Gastgebern zu einem ungewohnten Bild: US-Import Ian Shultis agierte nicht nur als Quarterback, sondern (erfolgreich) auch als Passverteidiger und zudem noch als Kicker.

Sein kanadisches Gegenüber auf Landsberger Seite tat sich an diesem Tag schwerer mit seinem Job. Jason Bertrand kam immer wieder schnell unter Druck, wurde teilweise wie ein Hase übers Feld gejagt, und brachte dementsprechend eine relativ geringe Quote seiner Pässe an den Mann, auch das Laufspiel funktionierte nur teilweise gut.

Als es direkt nach der Pause mit Landsberger Fouls, Strafen und Fehlern weiterging, kam man dennoch – zu diesem Zeitpunkt etwas überraschend – scheinbar noch einmal ins Spiel zurück. Nach einem schönen Trickspielzug machte sich Eric Danger auf und davon; bevor die Razorbacks richtig realisiert hatten, wo der Ball war, hatte ihn der Mann mit der Nummer 43 schon zum 27:19 in die Endzone getragen.

Statt einer weiteren Aufholjagd gab es dann aber die Entscheidung: Landsberg leistete sich wieder Fouls bei eigenem Angriff, Fursty schickte noch einmal Schumacher auf die Reise. Die letzten Bemühungen der X-Men, das Resultat noch zu verbessern, scheiterten ebenfalls an Ungenauigkeiten. Die Auszeit, die man kurz vor Schluss noch nahm, nutzten stattdessen die Gastgeber, die den Ball abfingen – für einen weiteren Touchdown zum 40:19-Endstand.

Zwei Heimspiele 

Mit zwei Heimspielen in Folge hat der X-Press jetzt die Chance, die Niederlagenserie zu beenden und wieder zu den vorderen Teams aufzuschließen: Bereits am kommenden Samstag stellen sich die München Rangers (Rang 3, 6:4 Punkte) im Sportzentrum vor (17 Uhr). Am 12. Juli gastiert dann Feldkirchen in Landsberg.

Christoph Kruse

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