Furioser Saisonstart

Landsberg X-Press überrennt die Argonauts

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Die X-Press-Defense war für die Starnberg Argonauts (blau) kaum zu überwinden.

Landsberg – Wer sich noch fragt, was beim American Football den Erfolg ausmacht, hat die Antwort beim ersten Spiel des Landsberg X-Press in Starnberg deutlich vorgeführt bekommen. 

Landsberg (Aufsteiger aus der Bayernliga) hatte in Starnberg (Absteiger aus der 2. Liga) in den entscheidenden Situationen stets die bessere Antwort parat, am Ende stand ein überraschend klarer 38:14-Sieg (0:0, 17:7, 7:7, 14:0) in den Büchern. „Man hat gesehen, dass unsere Mannschaft zusammenwächst“, so X-Press-Vize Harald Göbel.

Starker X-Press-Auftritt zum Saisonstart

Die Ansprüche in Starnberg sind in der neuen Saison hoch, allerdings konnten die Gastgeber dem bei sechs Grad und Nieselregen nur zu Beginn phasenweise gerecht werden. Schon mit dem ersten Drive landeten die Argonauts mit ihrem neuen Quarterback Daniel Owen kurz vor der Endzone der Landsberger und der zahlreich mitgereiste Anhang vom Lech war durchaus beeindruckt. Owen zeigte sich zu Beginn fast so agil wie sein Gegenüber Jason Bertrand, Starnbergs Running Back Joe Chatman wurde gar zum auffälligsten Spieler.

Die Argonauts waren nach Video-Studium sichtlich gut auf die Landsberger Angriffe vorbereitet und nahmen Florian Borchert zunächst auf der Wide- Receiver-Position konsequent aus dem Spiel. Nach dem punktlosen ersten Viertel, das die Schiedsrichter nach rekordverdächtigen 14 Minuten abpfiffen, reichte es für den X-Press zum 3:0 durch ein Fieldgoal von Borchert, doch nach einem sehenswerten Lauf von Chatman führte die Heimmannschaft schnell mit 7:3.

Kaum zu halten

Danach war es mit der Herrlichkeit der Gastgeber aber auch schon vorbei. Wenn Borchert schon zunächst nicht verfügbar war, suchte sich Lands- bergs Quarterback Bertrand eben unter anderem Michael Hamberger als Passempfänger (zwei Touchdowns) oder lief notfalls selbst (ein Touchdown, drei First Downs) und war dabei wieder einmal kaum zu halten.

Starnberg hatte dem variablen Spiel des X-Press zusehends weniger entgegenzu- setzen und sah sich außerdem einer aufmerksamen Landsberger Defensive gegenüber. Nachdem der agile Chatman der Verteidigung zu Beginn noch mehrfach entwischt war, brachten ihn vom dritten Viertel an notfalls vier oder sogar fünf höchst fokussierte X-Men zu Fall. Ansonsten hatten die Argonauts an diesem Tag nicht viel zu bieten. „Sie haben ihren Quarterback erst ganz kurz vor Saisonstart verpflichtet, da fehlt es wohl noch an der Abstimmung mit den Receivern. Uns kommt natürlich zugute, dass Jason schon seit vielen Wochen mit dem Team trainiert“, analysierte Göbel. „Auch unsere Defense hat sich richtig reingearbeitet, wenn man bedenkt, dass viele im letzten Jahr erst mit dem Football angefangen haben. Bei Starnberg hängt dann offenbar doch vieles von ein oder zwei Spielern ab. Bei uns haben sich viele im Team weiterentwickelt, ich hoffe, dass dieser Prozess weitergeht.“

Nimmt man das Auftaktspiel in Starnberg als Maßstab, ist das nur zu unterstreichen. Zweimal hielt die Defense die Argonauts noch in aussichtsreicher Position auf, gleichzeitig bekamen die Gastgeber das wesentlich variantenreichere Angriffsspiel des X-Press nicht mehr in den Griff. Mit eindrucksvollem Laufspiel durch die Mitte arbeiteten die Lechstädter im Schlussviertel konsequent an der Uhr und konnten sogar noch 14 Punkte zum klaren Erfolg draufsetzen, Borchert war dann von seinen Gegenspielern nicht mehr zu halten.

Unterdessen gab es auch aus der Kabine Entwarnung. Patrick Saul (ein Touchdown und eine 2-Point-Conversion), der einen Hit von zwei Seiten gegen sein rechtes Bein abbekommen hatte und vom Feld getragen werden musste, stand bald wieder aufrecht und ist offenbar auch nicht ernsthaft verletzt. „Bei unserer Personalsituation machen wir natürlich drei Kreuze, dass nicht schon im ersten Spiel etwas passiert ist“, so Harald Göbel.

Damit geht der X-Press in voller Besetzung in das zweite Saisonspiel am Samstag in Strau- bing. Um 15 Uhr ist Kick-Off bei den Niederbayern. Der amtierende Meister dürfte hochmotiviert sein: In der ersten Partie gingen die Spiders in Ingolstadt völlig überraschend mit 20:54 unter.

Christoph Kruse

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