Landsberg X-Press gibt nicht auf

Moral bewiesen

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Gegen Straubing musste der Landsberger X-Press sich geschlagen geben.

Landsberg – Die Trauben in der Football-Regionalliga hängen deutlich höher als eine Etage tiefer – diese Erfahrung musste der Landsberg X-Press bei seiner deutlichen 13:49-Niederlage in Straubing machen. „Die Spiders haben uns an diesem Tag schon die Grenzen aufgezeigt“, räumte auch Präsident Knut Dins ein.

Gelegenheit, die Scharte auszuwetzen, besteht schon im ersten Heimspiel am Samstag, wenn um 17 Uhr im Sportzentrum Fürstenfeldbruck gastiert.

Die Landsberger hatten zunächst im Angriffsspiel Mühe, ins Spiel zu finden und gaben den Ball schon nach den ersten drei Versuchen wieder ab. „Wir sind dann zwar schon irgendwann auch ins Laufen gekommen, da stand es aber leider schon 21:0 für die Straubinger", so Dins. Vor allem die Offense der Niederbayern mit ihren US-amerikanischen Stars gab der X-Press-Verteidigung an diesem Nachmittag ein ums andere Mal Rätsel auf. 

Mit viel Laufspiel und starken Running Backs machten die Spiders immer wieder Druck. Dins: „Sie haben die Spielzüge lang gehalten, damit steht die Verteidigung irgendwann da, wo der Ball ist, anderswo tut sich eine Lücke auf und die hat Straubing dann konsequent ausgenutzt. Teilweise haben sich die Running Backs an der Line of scrimmage losgerissen und dann eben gleich 30 Yards gemacht.“ Bei einem Pausenstand von 35:6 für die Gastgeber zeichnete sich sogar schon ein Debakel für den X-Press ab, doch die Mannschaft bewies Moral. „Das Team hat sich nie in sein Schicksal ergeben“, lobte der Präsident, „man hat immer wieder etwas versucht und in der zweiten Halbzeit lief es dann ja auch besser.“ 

Das mag neben einer guten Leistung der Landsberger auch daran gelegen haben, dass die Verantwortlichen in der Pause das Gespräch mit den Unparteiischen suchte, weil die Spiders nach ihrer Ansicht gar zu ruppig in die Partie gingen. „Das war teilweise eindeutig unfair, was die abgeliefert haben“, sagte Knut Dins. „Vor allem waren da Fouls wie zu tiefe Blocks und Blocks in den Rücken dabei, bei denen wirklich üble Verletzungen herauskommen können. Da hätten wir schon gedacht, dass da mehr geahndet wird.“ In Hälfte zwei griffen die Referees härter durch. Zwar spielte Straubing fast genauso hart weiter, brachte sich damit aber mit insgesamt 180 Yards Strafe selbst um einen noch deutlicheren Sieg. Mit einem Touchdown von Michael Amberger im dritten Viertel kam der X-Press seinerseits noch zu einem optisch etwas verschönerten Ergebnis, vergab aber ein noch besseres Resultat durch zwei Interceptions, die man in die Endzone warf. Dins: „Das wären dann nochmal 14 Punkte mehr gewesen. Aber insgesamt ist der Sieg der Straubinger absolut verdient. Es war uns ja auch durchaus klar, dass sie, zusammen mit Ingolstadt, die stärksten Teams der Liga haben dürften.“ Eine erste Standortbestimmung könnte somit das Derby gegen die Fursty Razorbacks am Samstag werden, zumal sich die Nachbarn vor der Saison gleich selbst zum Titelkandidaten ernannt hatten. 

Auch wenn die Spielzeit erst begonnen hat, werde man nach diesem Duell schon etwas schlauer sein, mutmaßt der X-Press-Präsident. „Fürstenfeldbruck hat ja gegen Starnberg schon einige Punkte mehr als wir gemacht. Wenn wir gegen die jetzt zuhause verlieren, könnte es sein, dass wir uns erstmal eher am hinteren Tabellenende mit Feldkirchen und Starnberg herumtreiben, zumal ja auch München sicher noch kommen wird.“ Immerhin hat sich in Straubing trotz des Einsteigens der Spiders kein Spieler verletzt, so dass Chefcoach Martin Hintermayr im Nachbarschaftsderby voraussichtlich die gesamte Mannschaft aufbieten kann. Dann wird auch Jürgen Wäcker wieder mit von der Partie sein, der zuletzt aus gutem Grund fehlte: Er war am vergangenen Freitag nämlich Vater geworden.

Christoph Kruse

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