Landsbergs TSV-Kicker fahren die Ellenbogen aus

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Muriz Salemovic (blau) flog wegen einer Tätlichkeit vom Platz und wird dem TSV voraussichtlich mehrere Wochen fehlen.

Landsberg – Das 2:4 (0:0) in Memmingen war für die Verantwortlichen des Fußball-Landesligisten TSV Landsberg zwar bitter – die wahre Hiobsbotschaft ist aber eine andere: Muriz Salemovic flog wegen einer Tätlichkeit vom Platz und wird dem TSV voraussichtlich mehrere Wochen fehlen. „Das ist für uns eine Katastrophe“, ärgert sich Abteilungsleiter Sepp Hintermeier.

Zwar war Salemovic eine Stunde lang offenbar nach allen Regeln der Kunst provoziert worden, damit müsse der Antreiber allerdings rechnen, so Hintermeier. „Das wissen die Gegner inzwischen auch, dass er neun Tore geschossen und 15 vorbereitet hat. Da muss ich einfach die Größe haben, dass ich drüberstehe.“ Die hatte der 24-Jährige in der 62. Minute aber einmal nicht. Beim Vorbeilaufen an einem Gegenspieler fuhr er den Ellbogen aus, der Linienrichter hatte das gesehen, Schiedsrichter Tobias Schultes schickte Salemovic folgerichtig vorzeitig unter die Dusche. 

Noch in dieser Woche wird das Urteil ergehen, erfahrungsgemäß werden solche Vergehen mit mindestens drei bis vier Spielen Sperre geahndet. Der Abteilungsleiter ist dementsprechend sauer. „Der Schaden ist jetzt unter Umständen gewaltig für uns. Am nächsten Wochenende in Nördlingen wird es sowieso schon schwer, danach steht das Spiel gegen Raisting an, genau da bräuchten wir Muriz natürlich.“

Das Spiel in Memmingen war auch ansonsten nicht besonders vergnüglich für Hintermeier. Nicht nur, dass bei Schneetreiben der Platz kaum noch bespielbar war und man die Linien fast nicht mehr sah – innerhalb von sieben Minuten leistete sich die Landsberger Hintermannschaft kurz nach der Pause auch noch drei grobe Schnitzer. „Ich wollte mir einen Tee holen und als ich zurückkomme, steht's plötzlich 2:0“, so Sepp Hintermeier. Dass gleich darauf Memmingens Glas nach einer Notbremse Rot sah, half dem TSV auch nicht weiter, im Gegenteil: „Dann fällt gleich das dritte Tor, dabei sind wir in der Situation sogar noch in Überzahl.“

Zusammen mit Salemovic' Ausraster wenig später war die Partie dann praktisch auch schon entschieden. Ayoglus 3:1-Anschlusstreffer (71.) konterte Memmingen mit dem 4:1 (83.), dass der eingewechselte Engel eine Minute vor Schluss noch zum 4:2 traf, war nur noch für die Statistik wichtig.

Damit haben die Landsberger wieder einmal die Chance verpasst, sich an der Tabellenspitze ein wenig abzusetzen. „Jedesmal, wenn wir uns was erarbeitet haben, schaffen wir es nicht, das zu bestätigen und versagen wieder, ich weiß nicht warum“, rätselt der Abteilungsleiter. Was ihm ebenfalls Sorgen macht, ist die Höhe der Niederlagen. „Das kann nicht sein, dass wir dann jedesmal gleich soviel Tore kassieren. Gegen Mering waren's vier, gegen Illertissen fünf, jetzt wieder vier.“

Am Samstag in Nördlingen (14 Uhr) ist die Truppe von Sven Kresin somit in einer völlig neuen Situation: Sie muss beweisen, dass sie auch ohne ihren bislang erfolgreichsten Offensivspieler erfolgreich sein kann.

Eine Woche später (ebenfalls 14 Uhr) gilt selbiges dann im Spitzenspiel gegen Raisting im Hacker-Sportpark. Mit dem Nachbarn hat man noch eine Rechnung offen: Am Spieltag der aktuellen Saison unterlag man dort mit 1:3. Mann des Spiels war damals Ludwig Huber mit zwei Toren. Inzwischen steht Raistings Stürmer bei 22 Treffern – und hat seine Ellbogen bisher im Griff. Christoph Kruse

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