Edelmetall und zwei Trikots

Alexander Steffens radelt beim UCI-Granfondo aufs Podium

FKN
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Dießen – Er hatte sich richtig viel vorgenommen, doch zum ganz großen Wurf fehlten ihm an der Ziellinie nur wenige Zentimeter: Der Dießener Rennradsportler Alexander Steffens fuhr bei seinem ersten Rennen in dieser von Corona beherrschten Saison aufs Podium. Der Gründer des AS Cycling Teams holte sich beim Radmarathon der UCI Granfondo World Series in Ljubljana Silber in der Altersklasse und Bronze in der Gesamtwertung.

Bei schönstem und idealem Spätsommerwetter und mit strengen, coronabedingten Auf­lagen wurde die 39. Ausgabe des „Franja Marathons“ der UCI Granfondo World Series ausgetragen. Mit am Start in BTC City – einem der größten Einkaufsviertel Europas – war Alexander Steffens. Der 27-Jährige hatte sich vorgenommen, auf der 156 Kilometer langen Strecke in und um Ljubljana aufs Podium zu fahren – und konnte dieses Vorhaben nach einem beherzten Rennen auch umsetzen: Nach einem Zielsprint gegen den aktuellen Granfondo-Weltmeister aus Slowenien und einem Italiener wurde Steffens nicht nur mit Silber und Bronze, sondern auch noch mit dem grünen Trikot für den besten Sprinter sowie dem gepunkteten Trikot für den Sieg in der Bergwertung geehrt.

„Ich finde es richtig lustig, dass ausgerechnet ich Bergelefant die Bergwertung gewonnen habe, das übernehmen normalerweise die Bergziegen“, scherzte Steffens nach der Siegerehrung und berichtet vom Rennverlauf. Nachdem das Tempo anfangs noch gering war, entschied sich der ausgebildete Sport- und Fitnesskaufmann 100 Kilometer vor dem Ziel für einen Ausreißversuch. Dieser glückte und er konnte seinen Vorsprung zum Hauptfeld auf zwei Minuten ausbauen.

Kurz vor dem zweiten Berg jedoch schlossen dann zwei Mitstreiter auf ihn auf und gemeinsam gingen sie in den Anstieg. Den Berg fuhren sie sehr strate­gisch mit moderaten Tempo, um ihre Kräfte für den langen flachen Teil zum Ziel zu sparen. Nur noch zu Zweit ging es schließlich auf die letzen 70 Kilometer, wobei ihnen der Gegenwind das Leben schwer machte. Die zwei Ausreißer konnten ihren Vorsprung bis 30 Kilometer vor dem Ziel verteidigen, dort schlossen dann aber der spätere Gewinner und der Mann im Weltmeistertrikot auf sie auf. Letztlich kam es zum Zielsprint, in dem sich Steffens geschlagen geben musste.

Für den Sportler vom Ammersee war dies ein weiterer großer Erfolg in seiner „Schicksalsstadt“ Ljubljana. Nach seinem Sieg mit Streckenrekord 2018 kam es im vergangenen Jahr zu einem Radsturz, bei dem Steffens lebensgefährlich verletzt wurde (der KREISBOTE berichtete) und vor seiner Verlegung nach Deutschland zwei Wochen im Universitätsklinikum Ljubljana auf der Intensivstation verbringen musste.

„Ich habe jetzt auf den letzten Kilometern gemerkt, wie sehr mir gerade das Grundlagen-Training im Winter gefehlt hat, schließlich konnte ich verletzungsbedingt ja erst im Frühjahr in die Saisonvorbereitung einsteigen. Deswegen kann man dann am Ende einfach nicht mehr rausholen“, so Steffens. Gleichwohl sei er „super glücklich“, dass er überhaupt noch Radfahren kann. Und ganz besonders freue er sich jetzt über den 1. Platz in der Bergwertung beim ersten Granfondo dieses Jahres.
Beatrice Hutter

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