Die gallischen Dörfer

Gute Nachrichten für die Fußballer des TSV Landsberg

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Desinfizieren ist noch notwendig. Aber trainieren dürfen de Landsberger Fußballer schon wieder.

Landsberg – Am vergangenen Montag tagte der DFB-Bundestag virtuell für knapp drei Stunden und stimmte über diverse Entscheidungen ab. Die Ergebnisse: Die 3. Liga wird zu Ende gebracht, die A- und B-Junioren-Bundesliga wird abgebrochen. Vom TSV Landsberg hingegen kam die Pressemeldung, dass der Trainingsbetrieb auf dem 3C-Sportpark mit sofortiger Wirkung wieder startet.

Ein Blick auf die Karte der deutschen Fußballverbände erinnert an die Asterix-Hefte: Zwei gallische Dörfer – in diesem Fall Bundesländer – trotzen der Pandemie und weigern sich, den Spielbetrieb einzustellen: Thüringen und Bayern. In Thüringen stimmte eine knappe Mehrheit für die Fortsetzung der Liga, sofern es behördliche Vorgaben zulassen. Allerdings haben nun bereits mehrere Kreis- und Jugendausschüsse eine vorzeitige Beendigung der aktuellen Spielzeit beantragt. Ob die Saison 2019/20 noch gespielt wird, bleibt weiterhin ungewiss.

Wie der KREISBOTE ausführlich berichtete, ließ der Bayerische Fußball-Verband (BFV) abstimmen. In dieser Abstimmung sprachen sich 68 Prozent der Vereine für die Fortsetzung der aktuellen Saison ab dem 1. September diesen Jahres aus. Von diesem Plan rückt der Verband nun auch nicht ab, man bleibt also weiterhin bei der Sonderrolle.

BFV-Präsident Rainer Koch sagte dem kicker: „Wir sind in großer Sorge, dass auch im September noch nicht wieder gespielt werden kann und womöglich auch noch eine zweite Welle kommt. In Bayern glaubt kaum jemand, dass die Saison 2020/21 ordnungsgemäß, sprich mit vollständig absolvierten Spielplan, abgewickelt werden kann. Deshalb die Entscheidung, die Saison 2019/20 sportlich und ohne Entscheidungen am grünen Tisch zu spielen und damit wenigstens eine Saison zu retten.“

Sollte es also tatsächlich so kommen, dass die kommende Saison 2020/2021 gar nicht gespielt wird? Greift der Verband bei seiner Entscheidung nicht den politischen und pandemischen Entwicklungen vor, deren Auswirkungen im Moment niemand kennt? Es scheint, als würde der BFV eine Wette platzieren, deren Quote niemand kennt.

Rainer Koch: „Eine bundesweit einheitliche Lösung wäre gleichbedeutend damit, dass in Mecklenburg-Vorpommern die Entscheidung genauso getroffen werden muss wie in Bayern. Gibt es dafür eine Notwendigkeit? Aus meiner Sicht nur dann, wenn regionale Unterschiede negative Auswirkungen über die Region hinaus haben. Dem Amateurfußballer in Stralsund ist es aber zurecht völlig gleichgültig, was in Passau passiert.“

Das ist allerdings nicht ganz richtig. Denn natürlich schauen Spieler und Funktionäre über den Tellerrand. Die Leidtragenden sitzen in den Vereinen vor Ort. Verantwortliche und Spieler der Fußballabteilung des TSV Landsberg haben ihrem Unmut an dieser Stelle bereits gehörig Luft gemacht und TSV-Abteilungsleiter Sebastian Gilg bleibt bei seiner Meinung: „Es ist unglaublich, dass Bayern nun fast alleine dasteht und diesen Sonderweg gehen will. Es soll um jeden Preis ab September gespielt werden. Eine Zumutung für die Spieler.“

Sportanlage wieder offen

Die gute Nachricht stand dann in der Pressemitteilung. Laut eigener Aussage ist der TSV Landsberg der erste Fußballverein im Landkreis, der den Trainingsbetrieb wieder ermöglichen kann: „Unsere Sportler sind begeistert und freuen sich jetzt aufs erste Training nach langer Zeit“, heißt es von Vereinsseite.

Der fünf Hektar große Sportpark wurde neu aufgegliedert, denn allen Abteilungen soll das Training unter freiem Himmel ermöglicht werden. Eine umfangreiche Beschilderung regelt die Laufwege für die Ein- und Ausgänge, wo Desinfektionsmittel zur Verfügung steht. Überall muss der 1,5 Meter Abstand eingehalten werden.

Die Trainer sind angehalten, die Sportler in die Verhaltens- und Hygienemaßnahmen einzuweisen. Die Betonung liegt auch darauf, dass der Betrieb nur „eingeschränkt“ möglich ist. Zuwiderhandlungen gegen die Auflagen und Vorgaben sollen laut Pressesprecher Patrick Freutsmiedl streng bestraft werden.
Dietrich Limper

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