Im Halbfinale:

In einen Rausch gespielt

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Die Kauferinger Floorballer haben im Viertelfinale Vizemeister Leipzig besiegt und treffen nun in zwei Wochen auf den amtierende deutschen Meister Weißenfels.

Kaufering – Kauferings Bundesligafloorballer machen ihre misslungene Rückrunde endgültig vergessen und ziehen mit einem Kraftakt gegen den MFBC Leipzig ins Halbfinale ein. Dort wartet nun Serienmeister UHC Sparkasse Weißenfels.

Am vergangenen Wochenende stand für die Red Hocks Kaufering das Viertelfinale gegen den MFBC aus Leipzig an. Der Terminplan von Floorball Deutschland, gedrängt von den Herren- und Juniorenweltmeisterschaften und dem Osterwochenende, zwang die deutschen Floorballvereine diese Saison dazu, die ersten beiden Aufeinandertreffen der Best-Of-Three-Serie an einem Wochenende zu absolvieren. Für die Red Hocks bedeutete dies, das Viertelfinalhinspiel am Samstag vor heimischem Publikum zu bestreiten und die zweite Partie schon tags darauf in Leipzig. 

Den Vizemeister geschlagen

Beim Hinspiel peitschten über 400 grandiose Zuschauer die Mannen um Kapitän Falkenberger nach vorne. Doch zunächst noch ein wenig nervös agierend, mussten die Red Hocks bereits nach 50 Sekunden den ersten Gegentreffer hinnehmen. Ein hochgespielter Freischlag der Gäste wurde un- glücklich abgefälscht und überraschte Dahme im Tor, 0:1, doch kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Nur drei Minuten später erreichte Falkenberger einen Pass von hinter dem Tor und glich aus. Zwei Pfostenschüssen von Hoidis und Hutter folgten zwei Überzahlsituationen für die Hausherren. 

Kurz vor der Pause setzte sich der sehr gut aufspielende Hutter an der linken Bande durch, führte den Ball bis zur Grundlinie und legte perfekt auf Marco „Slotty“ Keß ab, der seinem Spitznamen gerecht wurde und einnetzen konnte (19.). Nun ging es also mit einer 2:1-Führung im Rücken in die erste Drittelpause. Nach Wiederanpfiff agierten die Red Hocks weiterhin hochkonzentriert und -motiviert. Einen gut platzierten flachen Schuss konnte der Leipziger Torhüter Schmidt nur noch aus dem Netz fischen, erneut hatte Falkenberger getroffen (23.). 

Kurz danach musste Tobisch die erste Kauferinger Strafzeit absitzen, die Unterzahlreihen ließen aber über das ganze Wochenende hinweg keinen Gegentreffer zu. Im Gegensatz dazu konnte die nächste eigene Überzahl genutzt werden, Falkenberger auf Michal Hanic, 4:1 (29.). Die Red Hocks hatten sich nun in einen Rausch gespielt, hielten hinten nahezu alle Bälle vom Tor fern, vorne erspielten sich beide eingesetzten Reihen immer und immer wieder aussichtsreiche Chancen. 

In der 32. Minute war es wieder der starke Falkenberger, der nach Vorlage Tino von Pritzbuers auf 5:1 erhöhen konnte. Das Spielgeschehen änderte sich weitestgehend nicht, bis Max Patzold einige Unachtsamkeiten der Kauferinger Verteidigung nach einem Freischlag der Messestädter nutzte (37.), um auf 2:5 zu verkürzen. Eine erneute Unterzahl wurde schadlos überstanden (39.), somit ging es mit diesem Zwischenstand auch in die letzte Pause. Die Leipziger Verteidigungsformation agierte nun zwar ein wenig höher, Druck wurde aber nicht konsequent genug ausgeübt, sodass die bayerischen Verteidiger sich immer wieder kontrolliert befreien konnten. 

So war es Hutter, der einen Angriff zum 6:2 vollenden konnte (47.). Es blieb beim Stand von 6:2, Spiel Eins der Viertelfinalserie war an die Red Hocks gegangen. Während der MFBC nun zu Hause unter Druck stand, konnten die Kauferinger, angeführt von Interimskapitän Johannes Weh, der den verhinderten Falkenberger würdig vertrat, mit dem Hinspielsieg im Rücken beschwingt aufspielen. Zunächst tasteten sich beide Teams ein wenig ab, Chancen wurden auf beiden Seiten herausgespielt. 

Einen Abpraller konnte Tino von Pritzbuer zur vermeintlichen erstmaligen Führung einnetzen, der Treffer wurde jedoch nicht gegeben, da der Ball den Weg ins Tor nicht regelkonform gefunden hatte. Ein wenig später war es dann Tim Hoidis, der nach Vorlage von Pritzbuers einwandfrei zum 0:1 traf (11.). Das erste Drittel gehörte zwar über weite Strecken den Red Hocks, der Ertrag schien aber aus den Händen zu gleiten, als der MFBC seine Klasse zeigte und zunächst einen Fehlpass zum Ausgleich (20.), dann sechs Sekunden vor der Pausensirene einen einstudierten Angriff zum 2:1 für die Hausherren nutzen konnte. 

In der 22. Minute erhöhte Leipzigs Legionär Aku Leino auf 3:1. Nun galt es, in den folgenden Minuten die Ruhe zu bewahren, um nach und nach wieder ins Spiel zu finden. Spätestens zur Mitte des zweiten Drittels wurde dann deutlich, dass das gelungen war, denn binnen 201 Sekunden konnten die Red Hocks das Ruder an sich reißen und vier Tore erzielen. Von Pritzbuer auf Hanic, Szirbeck auf von Pritzbuer, Rüger erneut auf den omnipräsenten Jungnationalspieler, Rüger auf Hanic, und schon hatte man das Spiel mit 5:3 wieder auf seiner Seite (32.). Der Anschlusstreffer des Gastgebers (34.) konnte, erneut durch Hanic, umgehend beantwortet werden (35.). 

Es ging also mit einem 4:6 aus Sicht der Sachsen in die letzte Drittelpause. Nun zogen die Leipziger alle Register, die finnischen und tschechischen Leistungsträger wur- den in eine Reihe gestellt, die fast dauerhaft das Feld beackerte. In der 47. Minute konnte dann nach einem Freischlag eine Unkonzentriertheit der Bayern genutzt werden. Trotzdem konnte der nächste Treffer den Red Hocks gutgeschrieben werden, Martin Joscak verwandelte einen Fernschuss (52.), das Zwei-Tore-Polster war nun wieder hergestellt. 

In der Folge wurde bei Leipzig nahezu gar nicht mehr gewechselt, die Powerreihe des MFBC konnte aber gegen das Kauferinger Bollwerk nichts ausrichten. Auch im Powerplay blieb der Kasten, an diesem Tag gehütet vom starken Rudolf Heidu, sauber (56.). Nun wurde seitens der Messestädter noch der Goalie gegen einen sechsten Feldspieler ausgetauscht, doch das half gegen die beherzte Abwehr vom Lech nichts mehr. 

Im Gegenteil, Hutter bedankte sich 18 Sekunden vor Ende mit dem 8:5 ins verlassene Tor, die Entscheidung. Mit dem Abpfiff bildete sich eine große Jubeltraube, in ihrer zweiten Erstligasaison stoßen die Red Hocks erneut ins Halbfinale um die deutsche Meisterschaft vor. Dort wartet nun in zwei Wochen der amtierende deutsche Meister vom UHC Weißenfels.

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