Vorweihnachtlicher Burgfrieden

Die Handball-Abteilung bleibt nun doch beim TSV Landsberg

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Die Handball-Abteilung bleibt dem TSV Landsberg nun doch erhalten.

Landsberg – Nach intensiven Gesprächen zwischen der Abteilung der Handballer und dem Hauptverein TSV, ist die Abspaltung der Handballer vom Tisch. Der Verein machte Zugeständnisse und stellt den Handballern einen direkten Ansprechpartner zur Verfügung.

Im vergangenen Herbst schlugen die Wellen hoch, als der Abteilungsleiter Handball, Roland Neumeyer, den Austritt der Abteilung aus dem Verein TSV Landsberg ankündigte. Man wolle zur FT Jahn Landsberg wechseln, hieß es, denn beim TSV würde man stiefmütterlich behandelt. Schnell folgten einige Mitglieder diesem Aufruf und reichten ihre Kündigungen ein.

Der Verein und der Vorstandsvorsitzende Hanns Haedenkamp reagierten prompt: Neumeyer wurde wegen vereinsschädigendem Verhalten ausgeschlossen. So war er auch nicht bei der denkwürdigen Sitzung im Oktober anwesend, bei der die Emotionen überkochten. Wilde Beschimpfungen und Anschuldigungen standen im Raum, der schließlich von den anwesenden Mitgliedern geschlossen verlassen wurde.

Pressesprecher Patrick Freudsmiedl sagt rückblickend: „Diese Veranstaltung war natürlich im Ablauf sehr unglücklich, aber wahrscheinlich war sie mal nötig, damit alle Beteiligten wachgerüttelt werden.“ Schon im Anschluss an dieses Tohuwabohu habe man sich im kleinen Kreis zusammengesetzt und weitere Gespräche vereinbart. Neumeyer stimmt zu: „Ja, so eine Aktion war einfach mal angebracht, um die Themen auf den Tisch zu bringen. Auch mein Ausschluss war juristisch überhaupt nicht haltbar und wurde natürlich rückgängig gemacht.“

Es folgten zwei Gesprächsrunden mit konkreten Ergebnissen: Die Handballer müssen die Kosten für die Halle, in der sie spielen und trainieren, nicht mehr selber tragen. Außerdem wurde Manfred Botschafter vom Verein dazu auserkoren, sozusagen als „Pate“ für die Handballer zur Verfügung zu stehen.

„Ich bin nun der Ansprechpartner für alle Sorgen und Nöte der Handballer. Jeder, der etwas auf dem Herzen hat, kann sich an mich wenden und wir sprechen darüber. Und ich werde auch selbst aktiv und regelmäßig nachfragen, ob alles rund läuft“, erklärt Botschafter seinen Auftrag. Nicht nur die Handballer, sondern jede Abteilung innerhalb des Vereins, habe nun einen festen Ansprechpartner.

„Wir sind kein reiner Fußballverein und das wollen wir auch ganz deutlich zeigen. Vielleicht sind da in den letzten Jahren Fehler gemacht worden, aber die Zeiten haben sich geändert. Das reinigende Gewitter war anscheinend mal nötig“, fügt Botschafter hinzu und freut sich auf die kommenden friedlicheren Zeiten.

Auch Neumeyer hat das Kriegsbeil begraben und schaut positiv in die Zukunft: „Alle Abteilungen werden nun mehr Aufmerksamkeit bekommen. Botschafter und ich kennen uns seit 40 Jahren und wir haben in einem Vieraugengespräch alle Probleme ausgeräumt, die sich in den letzten Jahren angesammelt hatten. Wir wollen nun langfristig und nachhaltig einen neuen Weg beschreiten.“

Da stellt sich die Frage, was aus den Mitgliedern wird, die Neumeyers erstem Aufruf gefolgt sind und den Verein per Kündigung verlassen haben. Auf der Sitzung im Oktober war für viele das Tischtuch endgültig zerschnitten und der Weg zurück unmöglich.

„90 Prozent der Mitglieder werden zurückkommen“, versichert Neumeyer, „es gibt vielleicht eine Handvoll, die nun hart bleiben und den Verein für immer verlassen. Wichtig ist, dass wir uns nun wieder den sportlichen Dingen zuwenden und dass bald wieder Handball gespielt wird.“

Da bleibt nur die Hoffnung, dass dieser vorweihnachtliche Burgfrieden auch das kommende Jahr übersteht.
Dietrich Limper

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