Endlich ein Oberliga-Sieg

Drei Punkte und viel Pyro für die Riverings

HC Landsberg - Pyrotechnik der Fans - Sieg gegen Füssen
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Abstand, Masken und Pyrotechnik: Die Fans empfingen „ihre“ Riverkings mit reichlich Pyrotechnik, wie dieser Blick aus dem Teambus verdeutlicht.
  • Dietrich Limper
    VonDietrich Limper
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Landsberg/Füssen – Der langersehnte Sieg für die Riverkings ist eingefahren. Am ver­gangenen Sonntag gewann das Langzeit-Schlusslicht der Oberliga Süd mit 6:3 (0:0;3:2;3:1) beim EV Füssen. Dadurch nahm die Serie von 29 sieglosen Partien ihr Ende. Während die Füssener nach dieser Niederlage keine Chance mehr auf die Pre-Playoffs haben, wurde das Team von Coach Fabio Carciola bei seiner Rückkehr von den HCL-Fans mit Pyrotechnik gefeiert.

Das Derby gegen den EC Peiting konnte am Freitag nicht stattfinden. Grund: Die Mannschaft aus dem Pfaffenwinkel meldete einen Corona-Verdacht und begab sich umgehend in Quarantäne. Mit zwei zusätzlichen Ruhetagen in den Beinen fuhr der HC Landsberg am folgenden Sonntag ins Ostallgäu. Für die Hausherren stand viel auf dem Spiel: Sie mussten gewinnen, um die Hoffnung auf die Pre-Playoffs am Leben zu halten. Für die Gäste aus Landsberg hingegen ging es tabellarisch um gar nichts mehr, sondern nur noch um den guten Ruf.

Erstmals seit dem 1. November vergangenen Jahres stand Florian Reicheneder wieder im Kader des HCL. Ein Haarriss im Schienbein hatte ihn zu dieser langen Pause gezwungen. Doch noch ein anderer Riverking zog an diesem Abend die Aufmerksamkeit auf sich: Mit drei Assists und dem Treffer zum entscheidenden 4:2 gehörte HCL-Crack Mika Reuter sicherlich zu den Matchwinnern. Sein Fazit des ersten torlosen Drittels: „Wir waren alle gut drauf und haben stark gespielt, aber vor allen Dingen hat uns unser Keeper Michael Güßbacher mit überragenden Paraden im Spiel gehalten.“ Für die Riverkings vergaben Gäbelein, Charvat und Rypar gute Einschussmöglichkeiten.

Das zweite Drittel begann für die Gäste ausgesprochen erfreulich, wie Mika Reuter erzählt: „Endlich hatten wir mal das nötige Schussglück vor dem Tor und sind durch Charvat und Erdt mit 2:0 in Führung gegangen. Und auch durch die beiden Tore zum 2:2-Ausgleich haben wir uns nicht unterkriegen lassen.“ Im Gegenteil: Den Riverkings gelang in Überzahl durch den zweiten Treffer von Marek Charvat (32.) die 3:2-Führung vor der zweiten Pause. Die Hausherren beklagten die mangelnde Chancenverwertung und hatten Pech mit einigen Schüssen an das Torgestänge.

Endlich mal wieder Grund zu jubeln: Der HC Landsberg siegt in Füssen 6:3.

Im letzten Spielabschnitt schlug dann die große Stunde des Landsberger Stürmers Mika Reuter. Nach Vorlage von Marvin Feigl traf er zwei Minuten nach Wiederanpfiff zum enorm wichtigen 4:2 für den HCL: „Das war ein witziges Tor“, schildert der Schütze den Ablauf, „denn Marek Charvat wollte eigentlich abziehen, aber sein Schuss wurde abgefälscht und flog als Bogenlampe neben das Tor. Dort stand Marvin, hat quer zu mir gelegt und ich hab das Ding über den Schoner vom Keeper oben reingehauen.“

Reuter legte nicht nur nach 53 Minuten für Nicolas Strodel auf, der von der blauen Linie etwas glücklich das 5:2 erzielte, sondern bediente wenig später Marc Krammer mustergültig, der zum 6:2 für die Gäste traf. Dem EVF schwand dadurch der Mut und die Hoffnung. Wiedemann schaffte noch den Treffer zum 3:6-Endstand aus Sicht der Hausherren. HCL-Crack Nicolas Strodel gelang auf der Gegenseite das Kunststück, beim verwaisten EVF-Tor nur den Pfosten zu treffen.

Mika Reuter bilanziert: „Wir haben sehr einfaches Eishockey gespielt und hatten kaum Scheibenverluste. Ich muss vor der Mannschaft wirklich den Hut ziehen. Trotz all der Niederlagen hat sich niemand hängen lassen. Für uns geht es zwar um nichts mehr, aber dieser Sieg ist enorm wichtig für den Kopf.“ Des einen Freud, des anderen Leid: Für den EV Füssen endet durch diese Niederlage die Saison bereits am 16. März. Die Playoffs wurden verpasst.

Bei den Riverkings hingegen herrschte auf der Rückfahrt gute Stimmung im Bus und die sollte noch besser werden, als die Mannschaft gegen 21 Uhr am eigenen Stadion eintraf. Rund 20 Fans standen an der Straße Spalier, zündeten Pyrotechnik und tauchten die Nacht in Rauch und Feuerwerk. Alle trugen Masken und hielten die Abstände ein, was den Empfang für die Riverkings umso sympathischer machte. „Das war eine wirkliche coole Aktion von den Fans“, erzählt Mika Reuter begeistert, „und wir haben uns darüber echt gefreut. Wenn man bedenkt, wie wenig Spaß sie in dieser Saison mit uns haben konnten, war das umso beeindruckender. Ein sehr gutes Gefühl.“

Bleibt zu hoffen, dass die Riverkings den Schwung in die letzten Partien mitnehmen können. Am kommenden Freitag gibt sich der Liga-Spitzenreiter in Landsberg die Ehre: Die Partie gegen die Eisbären Regensburg beginnt um 20 Uhr. Zwei Tage später muss der HC Landsberg um 17 Uhr beim Höchstadter EC antreten.
Dietrich Limper

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