Das Geld ist futsch

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Der Este Jan Lukats machte sich aus dem Staub, anstatt dem HCL zu Punkten zu verhelfen.

Landsberg – Während sich der HCL noch bemüht, die Landesliga-Saison ordentlich zu Ende zu bringen, ist das Kapitel „Jan Lukats“ bei den Riverkings bereits abgeschlossen. Der Este hat den Verein vor einigen Wochen verlassen und dabei einige nicht gerade vorbildliche Charakterzüge offenbart.

Genau genommen hat sich Lukats aus dem Staub gemacht. Sportlich ist der Verlust überschaubar – der Stürmer erwies sich als talentiert, aber immer wieder lustlos und machte mehr mit vollen Tabletts in Fast-Food-Restaurants als mit Auftritten auf dem Eis auf sich aufmerksam. Spektakulär an seinem Abgang ist eher, dass er seinen Verein auf allerlei Kosten sitzen gelassen hat. Am 31. Dezember wollte er aus persönlichen Gründen nach Estland zurückreisen, vorher aber noch seine Schulden beim HCL bezahlen. Der Vereinsvorstand hatte ihm und seiner Freundin neben Wohnung und Auto zwar auch einen Job besorgt, doch Lukats bat um Vorschüsse, bis er seinen ersten Lohn erhielt. Dieses Geld versprach er zurückzuzahlen, doch bereits am 28. Dezember traf der Vorsitzende Markus Haschka in der angemieteten Wohnung niemand mehr an. Die Miete hatte der 21-Jährige genauso wenig bezahlt wie die Geldstrafen für diverse Geschwindigkeitsüberschreitungen und einen Schaden an dem Pkw, den man ihm zur Verfügung gestellt hatte.

Zusammen mit diversen anderen Auslagen blieb der Klub insgesamt auf gut 1000 Euro sitzen, die man von Lukats theoretisch noch bekommt. Praktisch dürfte das Geld wohl futsch sein: Der Stürmer wurde zwar im Januar noch in München gesehen, ist aber angeblich inzwischen in Estland und seit Wochen für den HCL nicht mehr erreichbar. Der Verein ließ sich anwaltlich beraten und weiß, dass er vermutlich keine Chance hat, noch an das Geld zu kommen, falls sich Lukats nicht doch wieder in Deutschland blicken lässt. Der zweite Vorsitzende, Christoph Hicks, hat die Geschichte dementsprechend bereits abgehakt. „Das Thema ist durch. Leider haben wir uns in unserem ersten Ausländer sehr getäuscht.“

Seinen Vorstandskollegen Haschka ärgert neben dem finanziellen Schaden vor allem auch, dass der Este offenbar wochenlang ein doppeltes Spiel betrieb: „Lukats war seit Mai bei uns im Kader fest eingeplant, wir waren uns einig. Dann hat er uns erzählt, dass er noch zwei Wochen einem Freund bei der Arbeit helfen müsse“, erinnert er sich. Tatsächlich hatte der 21-Jährige, der zu dieser Zeit bereits auf Kosten des Landsberger Vereins lebte, aber eine ganz andere Beschäftigung. „Wir wissen inzwischen gesichert, dass er damals versucht hat, bei zwei Bayernligisten im Kader unterzukommen. Das empfinde ich als echte Schweinerei.“

Christoph Kruse

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