180 Minuten Fußball in 15 Stunden

Hitze und wenig Personal: die ersten Testspiele des TSV Landsberg

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Keine Zuschauer auf der Tribüne, Verletzungen und wenig Personal zum Wechseln: Eindrücke der ersten Testspiele des TSV Landsberg gegen Denklingen und Augsburg.
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Keine Zuschauer auf der Tribüne, Verletzungen und wenig Personal zum Wechseln: Eindrücke der ersten Testspiele des TSV Landsberg gegen Denklingen und Augsburg.
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Keine Zuschauer auf der Tribüne, Verletzungen und wenig Personal zum Wechseln: Eindrücke der ersten Testspiele des TSV Landsberg gegen Denklingen und Augsburg.
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Keine Zuschauer auf der Tribüne, Verletzungen und wenig Personal zum Wechseln: Eindrücke der ersten Testspiele des TSV Landsberg gegen Denklingen und Augsburg.
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Keine Zuschauer auf der Tribüne, Verletzungen und wenig Personal zum Wechseln: Eindrücke der ersten Testspiele des TSV Landsberg gegen Denklingen und Augsburg.
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Keine Zuschauer auf der Tribüne, Verletzungen und wenig Personal zum Wechseln: Eindrücke der ersten Testspiele des TSV Landsberg gegen Denklingen und Augsburg.

Landsberg – Die Fußballer des TSV 1882 Landsberg spielten am vergangenen Wochenende zwei Testspiele unter ungewöhnlichen Bedingungen. Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) hingegen gab den Modus für den Ligapokal bekannt und teilte die Bayernliga Süd in sechs Gruppen à drei Teams ein.

Stahler – Birkner, Schmeiser, Buschel, Lutz – Holdenrieder, Salemovic, Nebel, Fülla, Gutia – Baumann. Das war die Aufstellung, die Coach Eddy Weiler zum ersten Test nach der Corona-Pause gegen den Kreisligisten VfL Denklingen am vergangenen Freitag aufs Feld schickte. Auf der Bank saßen Keeper Hollenzer und Verteidiger Wollens. Mehr Alternativen gab es bei hohen Temperaturen nicht. Zum Unglücksraben wurde Manuel Wolf, der sich beim Aufwärmen am Sprunggelenk verletzte und die Arena auf Krücken verlassen musste. Die endgültige Diagnose des Arztes steht noch aus, aber Wolf zeigte gab sich pessimistisch: „Ich fürchte, es sind Bänder gerissen und das bedeutet, dass ich die gesamte Vorbereitung verpassen werde. Schlimm für mich. Und ich hatte mich auf die beiden Spiele wirklich gefreut.“

So geriet das Endergebnis der eher einseitigen Partie gegen Denklingen zur Nebensache. Die Lechstädter gewannen souverän mit 5:1 (Torschützen: Salemovic, Holdenrieder, Baumann, Lutz und ein Eigentor der Gäste). Besonders in der ersten Halbzeit waren gute Ansätze des neu formierten Mittelfelds um Nebel und Salemovic zu sehen. Lutz zeigte, dass er als Außenverteidiger eine echte Verstärkung werden kann und Schmeiser konnte seine Klasse in der Innenverteidigung nachweisen. Nach rund einer Stunde ging den Spielern bei hohen Temperaturen allerdings die Puste aus und das Geschehen wurde zunehmend fahrig und ungenau. Wollens kam für Birkner, der sich zehn Minuten erholen durfte und dann Buschel ersetzte. Eine echte Kuriosität.

Zwei Spiele in 15 Stunden

Ebenfalls kurios war die Tatsache, dass nur knapp 14 Stunden später der nächste Test gegen den FC Augsburg II auf dem Plan stand. Beim Anpfiff um 11 Uhr zeigte das Thermometer schon 32 Grad. Augsburg war nicht nur ein anderes Kaliber, sondern brachte auch genug Spieler mit, um munter durchwechseln zu können. Eigentlich ja auch der Sinn der Testspiele. Beim TSV hingegen spielten Hennebach und Hoffmann für Lutz und Buschel, ansonsten aber musste dasselbe Personal von Freitag erneut ran. Auf der Bank nur Luca Wollens, ansonsten gähnende Leere. So geriet das Spiel eher zum Ausscheidungsrennen und die medizinische Abteilung hatte alle Hände voll zu tun. Als Baumann schließlich mit dem Gästekeeper kollidierte, minutenlang benommen liegen blieb und doppelt sah, war das Auswechselkontingent erschöpft. Und während die Sonne erbarmungslos auf den Rasen brannte, kassierte der TSV vier Tore und schoss selbst keins. Ein 0:4, das natürlich niemanden schockte und Coach Weiler nicht verärgerte: „Normalerweise kenne ich die Vorbereitungsspiele so, dass man in der Halbzeit fünf bis sechs neue Kräfte bringen kann. Bei uns war das an diesem Wochenende leider nicht möglich.“

Nach drei gemeinsamen Trainingseinheiten könne man auch gar nicht viel erwarten, fuhr Weiler fort, war aber dennoch mit dem Einsatz seiner Spieler zufrieden: „Ein paar Dinge haben schon geklappt. Man sieht das die Jungs kicken können und wollen. Auch gegen Augsburg war das 60 Minuten in Ordnung, danach war der Tank leer. Jetzt steht nur noch Erholung auf dem Programm.“

Danach entließ er die völlig entkräftete Mannschaft ins mehr als verdiente Wochenende. Ein besonders glücklicher Mensch war an beiden Tagen auf der Tribüne zu sehen: Manuel Detmar. Der TSV-Stürmer verletzte sich im März 2019 schwer und war danach von der Bildfläche verschwunden. Die folgende Reha verlief nicht ganz so wie geplant und umso mehr freut er sich, dass er nun endlich wieder mit den Kollegen trainieren kann. „Ich habe wirklich harte Zeiten hinter mir und den Fußball sehr vermisst. Endlich kann ich sogar wieder mit Ball trainieren, für einen Einsatz ist es aber noch zu früh. Ein paar Wochen brauche ich noch, dann kann ich wieder auf dem Platz stehen“, sagt er und strahlt.

Aber nicht nur die Temperaturen und der magere Kader sorgten für ein denkwürdiges Wochenende. Natürlich waren auch die Rahmenbedingungen dank der Pandemie außergewöhnlich. Keine Zuschauer, kein Torjubel und keine Handshakes. Die Kabinen durften am Samstag zwar benutzt werden, aber nur mit Auflagen und nach sorgfältiger Desinfektion. Die Offiziellen und Spieler auf der Tribüne hielten den nötigen Abstand. Es überwog aber bei allen Beteiligten die Freude darüber, dass der Ball überhaupt wieder rollte.

Der stellvertretende TSV-Abteilungsleiter Fußball Reiner Drüssler brachte das Wochenende auf den Punkt: „Ja, die Bedingungen haben sich verändert und sie sind ungewohnt für uns alle. Denklingen musste komplett umgezogen anreisen und nach dem Spiel ohne Dusche nach Hause fahren. Niemand weiß, ob im September wirklich wieder gespielt wird, das liegt nicht in unseren Händen. Es gibt viele Pläne von Seiten des BFV, aber keine Gewissheiten. Wir tun, was wir tun müssen, und können nur hoffen. Jetzt sind wir erst einmal glücklich, dass überhaupt wieder gespielt wurde.“

Einteilung Ligapokal

Zu diesen Plänen des BFV gehört auch der Ligapokal. Der Modus steht nun fest: Die Mannschaften der Bayernliga-Süd wurden nach regionalen Gesichtspunkten in sechs Gruppen aufgeteilt (siehe Infokasten). Die Gruppenrunde mit Hin- und Rückspielen soll noch 2020 absolviert werden. Kein Teilnehmer kann in dieser Phase des Turniers ausscheiden. Je nach Abschneiden nehmen sie unterschiedlich viele Punkte in die nächste Runde mit. Im März 2021 soll mit drei Sechsergruppen die Finalrunde gespielt werden. Die Mannschaft, die sich dabei durchsetzt trifft zum großen Finale auf die beste Mannschaft der Bayernliga Nord. Der Sieger steigt in die Regionalliga auf. Aber das ist alles noch weit entfernte Zukunftsmusik. Die nächsten Wochen werden entscheiden, ob überhaupt irgendein Wettbewerb stattfinden wird.

Gruppeneinteilung Ligapokal:

Gruppe 1: TSV Nördlingen, Schwaben Augsburg, Türkspor Augsburg

Gruppe 2: TSV Schwabmünchen, TSV Landsberg, TSV Kottern

Gruppe 3: FC Ingolstadt 04 II, FC Pipinsried, TSV Dachau

Gruppe 4: FC Ismaning, FC Deisenhofen, TSV 1860 München II

Gruppe 5: SSV Jahn Regensburg II, SV Donaustauf, SpVgg Hankofen-Hailing

Gruppe 6: SV Pullach, TSV Wasserburg, SV Kirchanschöring
Dietrich Limper

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