Härter als erwartet

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Einen Premierentreffer im Floorball-Derby gegen Ingolstadt gab es für Daniel Nustedt.

Kaufering/Ingolstadt – Das hatte man sich einfacher vorgestellt: Mit 4:6 siegen Kauferings Bundesligafloorballer gegen die zwei Klassen niedriger angesiedelten Schanzer vom ESV Ingolstadt. Der Einzug in die nächste Pokalrunde ist damit geglückt, doch wirkliche Zufriedenheit kam nicht auf.

Eine kurze Anreise, mehr als hundert eigene Fans bei lautstarker Kulisse im Rücken und eine lange gemeinsame Vergangenheit mit dem Gegner, das waren die Zutaten für ein stimmungsvolles Floorballderby am vergangenen Samstag. Im Pokal galt es, den alten Rivalen ESV Ingolstadt auszuschalten, um ins Achtelfinale vorzurücken. Dass dieser Wettbewerb immer auch seine eigenen Gesetze hat, ist hinlänglich bekannt. Dass die Red Hocks lange bangen mussten, diesen womöglich zum Opfer zu fallen, hatten aber wohl nur die Wenigsten erwartet.

Vom Anfangsbully weg zeigte man sich dominant. Doch zunächst wollte der Ball trotz aussichtsreicher Gelegenheiten nicht ins gegnerische Tor. Doch als nach einem leichtsinnigen Ballverlust auf Penalty entschieden wurde, zeigte das Nervenkostüm erste Risse. Ingolstadts Kapitän Julian Ebner, der früher selbst ins Trikot der Red Hocks geschlüpft war, trat an und ließ Kauferings Schlussmann Dominik Bürger keine Chance (12.). Der fünfzehnjährige Torhüter feierte sein Debüt zwischen den Pfosten des Herrenteams und zahlte das Vertrauen mit einer insgesamt guten Leistung zurück. Nach einem weiteren Fauxpas im Spielaufbau stellte Andreas Finkenzeller auf 2:0 (14.). Es passte ins Bild, dass auch Finkenzeller in der Bundesliga für die Red Hocks aktiv ist. Im zweiten Durchgang besorgte Tobias Hutter den Anschluss zum 2:1 (25.).

Dann tat sich lange nichts. Kaufering baute fahrig auf und leistete sich immer wieder Ballverluste, die Hausherren verlegten sich auf schnelle Konter. Mehr als zehn weitere Minuten verstrichen, dann besorgte Kilian Tiefenthaler den Ausgleich. Nur kurz darauf aber der erneute Rückschlag, 3:2 (39.). Getroffen hatte Christian Göth, der, wie könnte es anders sein, zweite Akteur im blauen Trikot, der eine Kauferinger Doppellizenz inne hat. Dass dieser Dämpfer keine zu große psychologische Wirkung entfaltete, war dem postwendenden Ausgleich durch Ricardo Wipfler zu verdanken. Bei seinem ersten Auftritt im Trikot der Bundesligamannschaft hatte sich der Nachwuchsakteur umsichtig freigelaufen und der Ball, den er auf Zuspiel von Kapitän Maxi Falkenberger im Netz versenkte, landete sogleich als Souvenir in der Tasche (39.). Mit 3:3 ging es letztmals in die Pause.

Überflüssiges Ärgernis

Die wacker verteidigenden Ingolstädter waren fortan zusehends um Verschnaufpausen bemüht, doch folgerichtig gingen nun die Red Hocks in Führung. Erneut war Hutter erfolgreich (46.). Bei gleich zwei Überzahlsituationen bot sich kurz darauf die Gelegenheit, vorentscheidend davon zu ziehen, doch erneut zeigte man sich nachlässig oder scheiterte am stark parierenden Patrick Niefnecker zwischen den gegnerischen Pfosten. Ein Kippen des Spiels schien immer noch im Bereich des Möglichen und so kam es einer großen Erlösung gleich, als erst Tiefenthaler seinen Doppelpack schnürte und dann Nustedt, ebenfalls mit seinem Premierentreffer, binnen sieben Sekunden auf 3:6 stellten (54.). Das 4:6, das aus einem erneuten Fehler im Aufbau resultierte, war nur noch ein kleines überflüssiges Ärgernis (60.).

„Mit dem Einzug in die nächste Runde wurde das Minimalziel erreicht. Erfreulich waren die vielversprechenden Auftritte der Nachwuchsspieler Bürger, Dott, Stork, Wipfler und Sikora. In Hinblick auf das nahende Heimspiel gegen Hamburg gilt es aber, zu alter Stärke zurück zu finden. Hilfreich dabei wäre eine entspanntere Personalsituation, der Einsatz einiger Akteure ist noch fraglich“, blickt Trainer Rasso Schorer voraus. Anpfiff ist am Samstag um 18 Uhr.

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