Überraschender Ausgang

Regionalliga-Floorballer holen sich 3. Platz bei der Süddeutschen

+
Im Halbfinale wurde Tizian Heinzelmann (rot) und seinen Red Hocks die mangelnde Abgeklärtheit noch zum Verhängnis. Tags darauf eroberte Kauferings Reserve aber die süddeutsche Bronzemedaille.

Kaufering – Zum Saisonende hat sich die zweite Mannschaft der Red Hocks den 3. Platz auf der Süddeutschen Meisterschaft gesichert: Nach einem enttäuschenden 2:5 und dem Halbfinal-Aus gegen den baden-württembergischen Meister Tübingen gelang im kleinen Finale gegen den zuvor ebenfalls ausgerutschten bayerischen Champion Rohrdorf wieder ein Ausrufezeichen. Der 2:1-Überraschungssieg setzte den Schlusspunkt unter die bisher erfolgreichste Saison der zweiten Kauferinger Garde.

Die Vorzeichen für die mit ausgedünntem Kader antretenden Red Hocks waren unklar: Zwar zogen schon im letzten die bayerischen Vertreter bei der süddeutschen Regionalligameisterschaft den Kürzeren gegen die Konkurrenz aus Baden-Württemberg, allerdings hatten die Kauferinger Tübingen vor wenigen Jahren noch im Pokal mit 10:0 abserviert. Das Beschnuppern war aber schon nach zwei Minuten vorbei, denn eine Unachtsamkeit in der Lech-Abwehr verschaffte Tübingens Roman Stöcker einen erfolgreichen Torabschluss. Im weiteren Spielverlauf brachten die Roten die Tübinger immer mehr unter Druck, doch diese blockten Schuss um Schuss und setzten selbst Akzente. Mathias Lother (9.) und Pauli Pukari (20.) erhöhten.

„Das zweite Drittel war geprägt von packenden Zweikämpfen und Torraum-Szenen, jedoch passierte außer zwei Strafzeiten, hüben wie drüben, nichts Zählbares“, fasst Kauferings Torwart Thomas Heubeck zusammen. Im letzten Abschnitt bliesen seine Red Hocks zur Aufholjagd und Youngster Bendix Dawid netzte bei seinem ersten Herren-Pflichtspiel auf Pass von Daniel Falkenberger ein (41.). Von da an wuchs wieder die Hoffnung und das Tübinger Tor wurde regelrecht belagert. An Schlussmann Christian Ritter ging aber nichts vorbei und wenn Tübingen sich befreite, wurde es gefährlich: Lother (43.) und Simon Zoller (50.) bestraften Kauferings Unerfahrenheit.

„Es ist noch alles drin“, versuchte Kapitän Lukas Wexenberger nach jedem Rückschlag seine Mitspieler aufzumuntern. Mehr als das 2:5 durch Martin Rieß auf Zuspiel Dawids sprang aber nicht mehr heraus – auch nicht, als Trainer Markus Heinzelmann Kauferings Goalie Shouei Yiu durch einen sechsten Feldspieler ersetzte.

Überraschenderweise überzeugte in der zweiten Halbfinalpartie Bayerns Meister und Gastgeber Rohrdorf gegen die Lakers aus Konstanz ebenso wenig. Das Endspiel tags darauf wurde so zur rein baden-württembergischen Angelegenheit, während Rohrdorf und Kaufering in einer Neuauflage der bayerischen Hauptrunden-Topspiele nach Bronze griffen. „Zwar hätten wir uns gerne mit einem weniger bekannten Gegner aus dem Westen gemessen, aber mit den Lumberjacks wussten wir, dass ein Gegner auf hohem Niveau auf uns zukommt“, schildert Heubeck.

Dass hier zwei gleichstarke Teams aufeinander trafen, zeigte sich vor allem darin, dass sich beide Offensivabteilungen die Zähne ausbissen und Tore ausblieben. Das erste Drittel war zwar packend, aber auf beiden Seiten stand die Null. Erst im zweiten Durchgang brachte Wexenberger auf Pass von Johannes Föhr die Red Hocks endlich in Führung. Unbeirrt erspielten sich aber die Lumberjacks ebenfalls Chance um Chance, doch rannten sie sich nicht nur in Kauferings Hintermannschaft fest, sondern scheiterten auch ein ums andere Mal am hervorragend halten Keeper Dominik Hafenmayer.

So spannend ging es auch im letzten Abschnitt weiter. Torraumszenen in Rot, Torraumszenen in Orange – hitzig aber fair – die allesamt nichts einbrachten, bis in der 55.Minute der Ball im Gewirr doch noch im Kauferinger Netz landete. Simon Brunner schickte das Spiel in die Verlängerung, in der keinem der beiden Teams das kräftezehrende Programm anzumerken war. Als sich beide Seiten schon fast mit dem Penaltyschießen abgefunden hatten, angelte sich Wexenberger den Ball von einer gegnerischen Kelle und versenkte 52 Sekunden vor Schluss. „Es war ein Duell, das eigentlich keinen Verlierer verdient hätte“, urteilte Heubeck in der Nachbetrachtung. „Das war eines unserer besten Spiele“, freute sich Wexenberger. „Teamgeist und Zusammenhalt haben bis aufs Letzte gepasst.“

Den Meistertitel holten sich die Sharks aus Tübingen mit einem 2:1 gegen die United Lakers Konstanz.

Auch interessant

Meistgelesen

Iris Hill stellt Weltrekord im Stabhochsprung auf
Iris Hill stellt Weltrekord im Stabhochsprung auf
VfL Kaufering schwimmt im Medaillenregen
VfL Kaufering schwimmt im Medaillenregen
TSV Landsberger kann nur ein 1:0 herausholen
TSV Landsberger kann nur ein 1:0 herausholen
Judoka Thomas Zrenner ist Deutscher Meister
Judoka Thomas Zrenner ist Deutscher Meister

Kommentare