Hechtsprung ins Meisterglück

Nach Final-Krimi: Red Hocks Kaufering holen deutsches U17-Gold

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Sechs Jahre nach dem ersten Kauferinger Titel in dieser Altersklasse hat sich die U17 am Sonntag erneut die deutsche Meisterschaft gesichert.
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Sechs Jahre nach dem ersten Kauferinger Titel in dieser Altersklasse hat sich die U17 am Sonntag erneut die deutsche Meisterschaft gesichert.
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Sechs Jahre nach dem ersten Kauferinger Titel in dieser Altersklasse hat sich die U17 am Sonntag erneut die deutsche Meisterschaft gesichert.
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Sechs Jahre nach dem ersten Kauferinger Titel in dieser Altersklasse hat sich die U17 am Sonntag erneut die deutsche Meisterschaft gesichert.
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Seit Sonntag sind sie Deutscher Meister: die U17 der Red Hocks Kaufering!
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Seit Sonntag sind sie Deutscher Meister: die U17 der Red Hocks Kaufering!
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Seit Sonntag sind sie Deutscher Meister: die U17 der Red Hocks Kaufering!
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Seit Sonntag sind sie Deutscher Meister: die U17 der Red Hocks Kaufering!

Donauwörth/Kaufering – Auf dem Großfeld hatten sie eine Woche zuvor im Endspiel um die deutsche Meisterschaft in Leipzig eine Niederlage hinnehmen müssen, doch am vergangenen Sonntag waren endlich sie es, sie jubelten: In Donauwörth haben sich die U17-Floorballer der Red Hocks zum deutschen Kleinfeld-Meister gekrönt.

Ist es Reflex, Intuition, Kalkül? Als Dominik Hafenmayer sich in die lange Ecke wirft, ist kaum noch mehr als eine Minute auf der Uhr. Doch der harte Schuss, abgefeuert aus kurzer Distanz, zischt hoch angesetzt und mittig aufs Tor des Kauferinger Schlussmanns. Der 16-Jährige reißt sein Bein nach oben, kickt den Ball von der Torlinie. Kurz darauf stürmen mit der Schlusssirene seine Teamkameraden auf ihn ein, Kapitän Benedikt Richardon dreht mit erhobenen Armen und weit aufgerissenen Augen in Richtung Fans ab – die U17 der Red Hocks ist Deutschlands neuer Titelträger auf dem Kleinfeld.

In den Minuten zuvor durchleiden, durchjubeln und durchzittern Fans sowie Spieler beider Teams die ganze Bandbreite an Emotionen, die ein Floorballspiel bieten kann. Die Red Hocks gehen als Außenseiter ins Finale, doch nachdem ein paar haarige Situationen überstanden sind, läuft es wie geschmiert. Allein Raphael Heinzelmann (6., 11., 12., 15) schenkt DM-Gastgeber Donau Floorball im ersten Durchgang vierfach ein. Weil auch Martin Rieß (7.) und Daniel Falkenberger (10.) treffen und die Verteidigung Schuss um Schuss wegblockt, gehen die Kauferinger mit einem 7:2 in die Pause.

„Wir haben einen Plan und der geht voll auf“, gibt Co-Trainer Markus Heinzelmann dort seinen Red Hocks mit. Doch klar ist: „Donau Floorball hat richtig starke Comeback-Qualitäten, das haben wir in dieser Saison mehrfach zu spüren bekommen“, fasst Trainer Rasso Schorer hernach zusammen.

Die Gastgeber drehen nach Wiederanpfiff auf, die Red Hocks halten zunächst Schritt: Raphael Heinzelmann veredelt eine Überzahl (25.) und als ein verdeckter Ball Tim Utechts (30.) ins lange Eck des Tors trudelt, führt Kaufering elf Minuten vor dem Ende mit 9:4. Mit dem Verpassen der Titelverteidigung vor eigenem Publikum vor Augen beißt sich Donau Floorball jedoch abermals zurück. „Sie entwickeln da eine Wucht, der nicht leicht beizukommen ist“, zollt Schorer Respekt.

Sein Team leistet sich fortan einige schnelle Ballverluste – und die Gastgeber bestrafen das sofort. Weil die Nadelstiche der Red Hocks nicht mehr in Toren münden, schmilzt ihr Vorsprung. Schuss um Schuss zischt auf Hafenmayers Tor, ein paar muss er passieren lassen. Nicht aber den wohl entscheidenden: Mit seiner Wahnsinns-Rettungstat kurz vor Schluss bringt er den 9:8-Endstand ins Ziel. „Im Floorball kann buchstäblich alles passieren“, hält Schorer fest. „Auf dem Kleinfeld sowieso.“

Überhaupt das Kleinfeld: Weil die U17 der Red Hocks die gesamte Saison den Fokus aufs Großfeld legte – die Spielform, wie sie auch in der Bundesliga angewandt wird – fällt der Start ins DM-Wochenende zunächst schwer. Das noch rumpelige 8:2 über die Seabulls aus Tetenbüll gerät etwas zu hoch, erst beim defensiv abgeklärten 8:0 über die Dümptener Füchse stimmen die Abläufe, ehe die Kauferinger sich mit einem starken 8:3 gegen Dresden der Gruppensieg sichern.

Wie schon in der Vorwoche auf dem Großfeld –in Leipzig holten die Lech-Floorballer Silber  – geht es am Sonntag im Halbfinale gegen Bonn. Hier liefern sich beide Teams ein Duell auf hohem Niveau, bei dem ein Tor Jonas Fellners (34.) den Unterschied macht. Mit 5:4 ziehen die Red Hocks um ihr Trainerteam Heinzelmann, Schorer, Luca Schmitz und Bernd Schwarz ins Finale ein, wo sie erstmals seit 2013 wieder U17-Gold erkämpfen. „Die Mannschaft hat die ganze Saison über unglaublich konzentriert geackert, dieser ganze Wille und Zusammenhalt haben uns Meisterreife verliehen“, lobt Schorer.

Für die Red Hocks spielten: Christian Brücklmayr, Raphael Heinzelmann, Daniel Falkenberger, Martin Rieß, Jonas Fellner, Moritz Huppmann, Maximilian Manhart, Niclas Schwarz, Tim Utecht, Jonas Schweyer, Pascal Rieß, Benedikt Richardon, Dominik Hafenmayer, Tizian Heinzelmann.

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