Red Hocks sind Meister!

Hauptsache, siegreich

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Kauferings Tino von Pritzbuer, hier beim letzten Heimspiel gegen Konstanz, war am Wochenende auch in Bonn wieder einer der Top-Scorer für die Red Hocks, die sich deie Meisterschaft in der 2. Bundesliga unangefochten sicherten.

Kaufering – Am vergangenen Samstag um 20.56 Uhr war es soweit: Nach einem spannenden zweiten Spiel in der Finalserie um die Zweit-ligameisterschaft im Sportpark Nord zu Bonn durften sich die Red Hocks nach dem 7:4 erstmals die Krone der zweit höchsten deutschen Spielklasse aufsetzen.

Es folgt eine Geschichte über ein Playoff-Spiel, in dem die alten Regeln jeder Aufstiegsrunde einmal mehr Anwendung fanden, das es unbedeutend ist wie ein Spiel gewonnen wird, sondern dass es siegreich gestaltet wird. Bonn machte in der ersten Phase der Partie sofort Druck auf das Gehäuse der Gäste und erspielte sich mit sehenswerten Kombinationen ein Übergewicht an Chancen, während die Red Hocks ihr Spiel zunächst auf das Kontern reduzierten. Logische Folge war das 1:0 für die Hausherren durch Janos Bröker in der zweiten Spielminute. Auch in der Folge änderte sich das Spielgeschehen kaum. Bonn wirkte frischer und wacher und zog konsequent einen geordneten Angriff nach dem anderen auf.

Punkt in Überzahl

Zweimal hatten die Kauferinger Glück, als der Lochball an den Pfosten klatschte oder die Torlinie entlang lief, diese aber nicht überschritt. Johannes Weh schnappte sich im Anschluss das Spielgerät im Torraum und spielte einen langen Pass zu Tino von Pritzbuer, der Goalie Mazzoleni im Tor der Dragons keine Chance ließ und den Ausgleich erzielte. Kaufering fand nun langsam besser ins Spiel und nachdem Niklas Bröker wegen Handspiels für zwei Minuten des Feldes verwiesen worden war, stellte die Überzahlformation die erstmalige Führung für Kaufering her, mit der es auch in die erste Pause gehen sollte.

Trainer Christoph Huber machte in der Kabinenansprache deutlich, dass er mit dem Auftreten seiner Mannschaft im ersten Drittel nicht zufrieden sein konnte, man solle die Zweikämpfe konsequenter angehen. Doch auch jetzt verschliefen die Lechstädter die Anfangsphase. Bereits nach zweieinhalb Minuten konnte Niklas Bröker nach einem tollen Querpass seines Bruders das 2:2 für Bonn erzielen. Dieses frühe Erfolgserlebnis nahmen die Sportfreunde mit in die weiteren Angriffe und kamen immer wieder gefährlich vor das Tor der Oberbayern. In der 28. Spielminute fiel der Rebound genau auf die Kelle des Bonners Antti Wolk, der keine Mühe mehr hatte, zum vielumjubelten Führungstreffer für Bonn ein zu netzen.

Die Red Hocks ließen sich jedoch nicht entmutigen und als Stefan Weh einen Lauf entlang der Bande startete und auf den im Slot freistehenden Tobias Hutter passte, zeigte die Spieluhr wieder einen ausgeglichen Spielstand an. Kurz darauf ließ Kapitän Maximilian Falkenberger seine Mannschaft erneut jubeln, als er seine Farben in Front schoss. Diese Führung wirkte wie eine Befreiung – man zeigte sich jetzt körperlich präsenter und agierte in der Spieleröffnung überlegter.

Berechtigte Strafe

Doch im letzten Spielabschnitt setzte sich die Pechsträhne des VfL bezüglich misslungener Anfangsphasen fort: Der sonst starke Tino von Pritzbuer spielte den Ball reflexartig über Höhe seiner Hüfte und kassierte hierfür eine folgenrichtige Zeitstrafe. Das Powerplay der Dragons brachte nichts ein und als man wieder komplett war, schnappte sich jenes Kauferinger Eigengewächs die Kugel und hämmerte sie unhaltbar ins Tor. Die Freude über den Treffer währte aber nur kurz. Am Ende einer langen Passstafette war es Simon Kandziora, der den Ball zum 4:5 für die Dragons in die Maschen drosch.

Das Spiel wurde nun etwas ruppiger und Eugen Friesen überspannte den Bogen des körperlichen Einsatzes nach Meinung des Schiedsrichtergespanns. Kaufering durfte neun Minuten vor Ende des Matches in Überzahl agieren, vergab aber beste Chancen und versäumte es, die Führung auszubauen. Auf der anderen Seite konnte Tobias Dahme mit einem Hechtsprung den Ball noch aus dem Torwinkel kratzen und so den Ausgleich im letzten Moment verhindern. Dem besten Spieler auf dem Feld blieb es vorbehalten, das Spiel zu entscheiden. Tino von Pritzbuer erzielte seinen vierten Treffer und stellte die Weichen so endgültig auf Sieg.

In den letzten drei Spielminuten setzte Bonn alles auf eine Karte und nahm Mazzoleni zu Gunsten eines zusätzlichen Angreifers vom Feld. Die Bemühungen der Bonner trugen aber keine Früchte. Im Gegenteil: Nachdem Kaufering einen Freischlag tief in der eigenen Hälfte zugesprochen bekam, traf Maximilian Fal-kenberger in das verwaiste Tor der ehemaligen Hauptstädter.

Ob der Sieg für Kaufering in diesem Spiel verdient war, kann diskutiert werden. Bonn war die aktivere Mannschaft und erspielte sich ein optisches Übergewicht, während die VfL-Spieler ihre Chancen eiskalt verwandelten und an diesem Tag über die effizienteren Specialteams verfügten. Trainer Christoph Huber nach dem Spiel: „Bonn war heute spielerisch besser, aber wir konnten mit unserem Konzept gut dagegen halten und nehmen den Erfolg mit in die Relegation. Ich bin mir sicher, dass uns das diese Meisterschaft das notwendige Selbstvertrauen für die Serie gegen Bremen/Chemnitz gegeben hat.“

Die Relegationsspiele beginnen mit einem Auswärtsspiel am Samstag in Bremen. Für die Fahrt soll ein Fanbus eingesetzt werden. Anmeldungsdetails auf www.redhocks.de.

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