So langsam wird es ernst

Ein WM-Fight in Landsberg

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Noch wirkt Ibrahim Karakoc gelassen, doch die Spannung steigt: Am 3. April will er sich im Landsberger Sportzentrum den K1-Weltmeistertitel holen.

Landsberg– Die Fight Night in Landsberg steht an: Am ersten Sonntag im April messen sich 20 Athleten der Kampfsportart K1 in zehn Kämpfen im Sportzentrum. Einer von ihnen ist Ibrahim Karakoc. Der Landsberger ist fest entschlossen, sich vor heimischem Publikum den Weltmeistergürtel im Superschwergewicht zu holen. Doch nicht nur mit seinen Fäusten ist Karakoc involviert, er organisiert das Event auch und macht sich um die Verbreitung der Sportart im Landkreis verdient.

Der 35-jährige Karakoc arbeitet derzeit an sechs Tagen pro Woche morgens und abends an seiner Form. Seit zwei Monaten betreibt er dieses Pensum, gut drei Wochen Knochenarbeit hat er noch vor sich. Denn am 3. April soll vor heimischem Publikum der Weltmeistertitel im K1 her. „K1 ist eine heftigere Form des Kickboxens“, erklärt Karakoc, Einsätze der Knie sowie „lowkicks“ gegen die Oberschenkel des Kontrahenten sind erlaubt.

In fünf Runden à drei Minuten wird sich der Landsberger mit seinem Gegner messen. Dieser komme voraussichtlich aus Kalifornien und sei ein „harter Brocken“, der 112,5 Kilogramm auf die Waage bringt. Als Boxer, im K1 und MMA – den mixed martial arts – sei der US-Amerikaner erfolgreich, weshalb er unter anderem in der Glory-Klasse der World Series antritt. Doch bange machen gilt nicht, erst recht nicht bei Karakoc: „Ich ziehe mein Ding einfach durch.“ Mit seiner harten Vorbereitung habe er sich auf ein neues Level befördert, das solle sich auszahlen. Und auch das Publikum werde eine wichtige Rolle spielen: „Ich freue mich auf einen geilen Abend und hoffe auf die Unterstützung der Landsberger! Die Zuschauer geben mir einen richtigen Motivationsschub.“

850 Fans waren dabei, als Karakoc im März 2015 erstmals im Sportzentrum in den Ring stieg, 500 im Oktober. „Es gab da eine Terminkollision mit Fußball und Eishockey aber diesmal hoffe ich auf 1.200 Zuschauer.“ Ein in Landsberg einzigartiges Event stünde an, neben den Plätzen auf der Tribüne werde auch wieder der Bereich um den Ring bestuhlt. Um 18 Uhr ertönt der erste Gong, insgesamt bekomme das Publikum zehn Kämpfe geboten. Je fünf aus dem Amateur- und dem Profibereich. Endet ein Fight vorzeitig, folgt direkt der nächste. Wartezeit entstehe so keine, das Geschehen bleibe kurzweilig. „Richtig gute“ Aufeinandertreffen werde es geben, zweimal ginge es um die Europameisterschaft und einmal um den deutschen Titel. Und natürlich ist da noch Karakocs Kampf um die Weltmeisterschaft, der als achter Programmpunkt ansteht. Ungefähr um 22 Uhr werde Schluss sein, schätzt der 35-Jährige. Dass er nicht nur an der eigenen Form feilen muss, sondern auch für das ganze Event verantwortlich ist, zehre manchmal an den Nerven, gibt Karakoc zu, denn die Belastung sei hoch und die Aufregung spürbar.

Aus finanziellen Gründen geht der geborene Münchner übrigens nicht als amtierender Kickbox-Weltmeister in den Kampf. Diesen Titel hatte Karakoc zwar schon einmal inne, doch aufgrund hoher Kosten blieb ihm die Verteidigung in Portugal verwehrt. „Wir geben auch Gas und bringen unsere Leistung“, doch die Förderung falle zu spärlich aus. Zu oft stelle das Geld für kleine Sportarten ein einschneidendes Limit dar. Kollegen in Tschechien, Ungarn oder der Türkei bekämen da deutlich größere Unterstützung. „Für einen Titel bekommen manche ein Haus.“ Er selbst müsse die Kosten für Trainingseinheiten und Kampfvorbereitungen, die er teils in ganz Deutschland absolviert, aus der eigenen Tasche zahlen. Auch die Sponsorensuche sei nicht ganz einfach, denn das vermeintliche „Bad Boy-Image“ beim Kickboxen sähen zu viele Unternehmen nicht gerade als ideale Plattform an, um sich zu präsentierten.

Doch dafür, seine Sportart ins rechte Licht zu rücken und möglichst vielen Interessierten näher zu bringen, will Karakoc weiterhin alles tun. Mit seinem Studio in der Albert-Einstein-Straße habe er sich einen Traum erfüllt und zusammen mit seinem Team arbeite er ständig an Verbesserungen. Das kommt an, die Sportart boomt in der Stadt und Umgebung. Mehr als 200 Mitglieder sind derzeit schon bei „Kickboxen Landsberg“ gemeldet, Tendenz steigend. Selbst kämpfen will Karakoc noch bis er „37, 38 Jahre“ alt ist. Das große Ziel sei in jedem Fall, den Titel zu holen und auch zu verteidigen. „Denn das zeichnet einen echten Weltmeister aus“. Tickets sind beim KREISBOTE, Roßmarkt 195 erhältlich.

Rasso Schorer

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