Tino von Pritzbuer im KREISBOTEN-Interview:

Die Floorball-Begeisterung ist der größte gemeinsame Nenner

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Im Bundesliga-Halbfinale 2015 lief Tino von Pritzbuer (Mitte) letztmals für seinen Kauferinger Heimatverein auf. Sein aktueller Club UHC Waldkirch-St. Gallen und die Red Hocks gehen jetzt eine Kooperation ein.

Kaufering/St.Gallen – „gemeinsam jubeln“ lautet das Motto der Kooperation zwischen dem Schweizer NLA-Club UHC Waldkirch-St. Gallen und dem deutschen Floorball-Bundesligisten Red Hocks Kaufering, das die zwei Vereine jüngst verkündeten (wir berichteten). Einer, der bereits für beide Vereine gejubelt hat, ist Tino von Pritzbuer. Der 23-jährige deutsche Nationalspieler kennt sich in beiden Clubs aus: Er stammt aus dem Nachwuchs der Red Hocks, aktuell bereitet er sich auf seine dritte NLA-Saison im WaSa-Trikot vor.

Tino, deine sportliche Biografie macht dich zum idealen Brückenbauer zwischen deinem Heimat- und deinem aktuellen Verein. Welche Rolle nimmst du bei dieser Kooperation ein?

Tino von Pritzbuer: „Grundsätzlich bin ich als Botschafter auf jeden Fall eine Ansprechperson für die Spieler beider Vereine. Falls jemand Fragen, zum Beispiel zu einem Auslandsjahr hier in St. Gallen oder auch andersherum, in Kaufering, hat – oder sonst irgendwas rund ums Unihockey in beiden Vereinen wissen will, stehe ich jederzeit zur Verfügung. Ich will eine ganz unverbindliche Anlaufstelle sein und gegebenenfalls den richtigen Kontakt herstellen.“

Vor dem Hintergrund deines persönlichen Werdegangs: Charakterisiere doch bitte einmal deinen Heimatverein.

„Eine super Grundlage“ sieht Tino von Pritzbuer für die Zusammenarbeit seines Kauferinger Heimatvereins und seines neuen Clubs UHC WaSa.

Tino von Pritzbuer: „Bei den Red Hocks ist die Floorballbegeisterung bereits sehr in der Vereins-DNA integriert. Das ist an der sehr guten Nachwuchsarbeit abzulesen und geht über alle Mannschaften hinweg bis in die Bundesliga. Man arbeitet sehr engagiert, der Verein strebt nach sportlichem Erfolg. Ich schätze das Potential in Kaufering als sehr groß ein.“

Und WaSa?

Tino von Pritzbuer: „WaSa lebt ebenso eine sehr große Unihockeybegeisterung – so heißt die Sportart hier in der Schweiz. Strukturell ist der Verein schon weiter, da Floorball hierzulande bereits einen deutlich höheren Stellenwert hat und der UHC dadurch auf ein professionelleres Fundament bauen kann. Durch gute Arbeit in der Jugend hat sich WaSa mit eigenen Kräften seine Position in der höchsten Liga erarbeitet. Die Entwicklung geht sowohl sportlich als auch organisatorisch klar nach oben und der Verein ist noch lange nicht am Maximum.“

Eine Liaison also, die passt?

Tino von Pritzbuer: „Die Begeisterung für den Sport ist sicher der größte gemeinsame Nenner. Bestes Beispiel ist unser Playoff-Spiel im Februar in St. Gallen, bei dem der rote Farbtupfer, den rund 40 angereiste Kauferinger gesetzt haben, auch in der Halle und im TV gut sichtbar war. Dass so viele den Weg auf sich genommen haben, um uns live zu unterstützen, hat mich sehr gefreut. Daneben sind das Umfeld und die Zusammenarbeit in beiden Vereinen sehr familiär geprägt und trotzdem ist man immer offen für Neues. Das ist eine super Grundlage.“

Inwiefern können beide Vereine voneinander profitieren?

Tino von Pritzbuer: „WaSa kann in Zukunft womöglich mit Kauferinger Spielern seine Nachwuchsteams breiter aufstellen und qualitativ bin ich überzeugt, dass diese auch sportlich einen Mehrwert liefern. Den Talenten selbst bietet sich hier eine riesige Chance, voll auf den Sport zu setzen und unbezahlbare Erfahrung zu sammeln. Dieses gesammelte Know-How fließt irgendwann zurück nach Kaufering, neben weiteren angedachten Kooperationen wie gemeinsamen Trainingslagern und Fortbildungen.“

Als erste Maßnahme steht eine Gap-Week an. Worum geht es da?

Tino von Pritzbuer: „Kauferinger Nachwuchsspieler der Jahrgänge 2000 bis 2007 kommen zu einem einwöchigen Kennenlern-Aufenthalt hierher. Die Gap-Week ist die Einladung, eine Woche lang ein Profisportlerleben zu führen. Man kann sowohl abends mit der dem Alter entsprechenden Mannschaft trainieren, wie auch morgens und mittags Trainingsmöglichkeiten wahrnehmen. Ich habe, bevor ich 2015 selbst in die Schweiz gegangen bin, auch eine Gap-Week gemacht. Allein in dieser Zeit sammelt man unglaublich viel Erfahrung. Das ist eine perfekte Möglichkeit um zu schauen, ob man sich das später auch ein ganzes Jahr lang vorstellen kann.“

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