Floorball:

Die Red Hocks Kaufering sind fit für die nächste Bundesliga-Saison

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Marco Keß (Mitte) hat sämtliche Kauferinger Erstligasaisons mitbestritten. Heuer erwartet er besonders viel Spannung – unter anderem wegen eines neuen Modus.

Kaufering – Eigentlich hätten die Floorballer der Red Hocks Kaufering am kommenden Samstag, 12. September, zum achten Mal in eine Bundesligasaison starten sollen. Während in anderen Bundesländern wieder Punktspiele durchgeführt werden dürfen, zeigte sich die bayerische Regierung zuletzt aber noch etwas vorsichtiger. Auch der Saisonstart der Red Hocks verzögert sich deshalb um voraussichtlich eine Woche. Welche Auswirkungen die Corona-Pandemie für die Red Hocks hat und mit welchem Personal die Roten heuer antreten wollen, erklärt Routinier Marco Keß im Gespräch mit dem KREISBOTEN.

Herr Keß, nicht nur für die Floorballer waren die Maßnahmen seit Mitte März einschneidend. Wie wirkte sich der Lockdown auf die Red Hocks aus?

Keß: „Wir haben am Donnerstag vor dem Hamburg-Auswärtsspiel, quasi unserem Endspiel um die Playoffs, noch ganz normal trainiert. Erst am Abend vor der Abfahrt in den Norden kam die Meldung, dass die Saison abrupt abgebrochen wird. Da waren wir im ersten Moment natürlich geschockt, weil wir gerade gut drauf waren und die Meisterspiele aus eigener Kraft hätten klar machen können. Aber nachdem alle anderen Sportarten ähnlich entschieden haben, war es nicht überraschend, dass der deutsche Floorball-Verband die Saison ebenfalls abgebrochen hat.“

Wie lief das Training seither ab?

Keß: „Wir haben die Sommerpause vorgezogen und dann wieder im Juni mit der gezielten Vorbereitung angefangen. Zuvor haben wir sogar ein paar Video-Krafttrainings mit der ganzen Mannschaft über Skype gemacht. Ich selbst habe auch versucht, mich mit Seilspringen sowie Kraft- und Stabi-Übungen fit zu halten, um die Corona-Pause möglichst gut zu nutzen.“

Nun folgt der achte Bundesligastart der Red Hocks. Wie hat sich der Kader verändert?

Keß: „Der Kern der Mannschaft ist nahezu gleich geblieben. Daniel Nustedt, der schon mal ein Gastspiel in Kaufering gegeben hatte, ist vom TV Augsburg zum Kader gestoßen. Mit Johannes Eckebrecht verlässt uns derweil ein großes Talent wegen seines Studiums in Richtung Österreich. Schmerzlichster Abgang ist aber Maxi Falkenberger, der seine Karriere nun endgültig beendet hat.“

…und der immerhin über viele Jahre Kapitän und gestandener Nationalspieler war.

Keß: „Maxi war in fast allen Saisons unser bester Scorer und hat mit seinen Einzelaktionen viele Spiele zu unseren Gunsten entschieden. Er war ein Leader, an dem man sich orientiert hat.“

Wie lässt sich sein Weggang auffangen?

Keß: „Letztes Jahr haben wir glücklicherweise schon viele junge Spieler hochgezogen, die erstmals Bundesliga-Luft schnuppern durften. Sie haben sich im Laufe der Saison gut an das höhere Spielniveau angepasst. Das war auch der Schlüssel dafür, dass wir als Mannschaft in der heißen Phase der Saison viele knappe Spiele gewonnen haben, unter anderem gegen Top-Teams wie Weißenfels oder Holzbüttgen.“

Nun geht´s wieder bei Null los. Und das auch mit einem neuen Bundesliga-Modus.

Keß: „Richtig, das verspricht auf jeden Fall Spannung. Denn zur kommenden Saison wurde die Liga auf zwölf Teams (vorher zehn, Anm. d. Red.) aufgestockt, sodass für uns vier Spiele dazu kommen. Die ersten vier Teams ziehen in die Playoffs ein und die letzten beiden müssen in die Playdowns.“

Wo wollen sich die Red Hocks einreihen?

Keß: „Da für die Hälfte der Teams die Liga nach der Hauptrunde beendet ist, ist es schlichtweg unser Ziel, möglichst viele Spiele zu gewinnen. Dass es dann für einen der ersten vier Plätze reicht, wird schwierig, aber unmöglich ist es nicht. Ich denke, es befinden sich viele Teams etwa auf Augenhöhe, sodass es häufig auf die Tagesform ankommen wird.“

Das heißt konkret?

Keß: „UHC Weißenfels und MFBC Leipzig sind die beiden Übermannschaften, die vermutlich nur ganz schwer zu schlagen sein werden. Alle anderen Teams können wir an einem guten Tag aber bezwingen. Was aber auch klar ist: Wir müssen unsere Leistung Spiel für Spiel abrufen.“

Das hätten die Red Hocks gerne erstmals am kommenden Wochenende in einem Heimspiel gegen den Aufsteiger DHfk Leipzig getan, was aufgrund der Corona-Beschränkungen nicht klappt.

Keß: „In Bayern ist leider noch kein Wettkampfsport erlaubt und das Heimrecht mit Leipzig zu tauschen und in Sachsen zu spielen, hat wegen der Hallensituation leider nicht funktioniert. Ich gehe deshalb davon aus, dass wir nach aktuellem Stand unseren Saisonstart eine Woche später in Schriesheim haben.“

Mit Zuschauern?

Keß: „Allgemein vermute ich, dass wir dieses Jahr nicht mehr vor Zuschauern spielen. Teams aus den Ost-Bundesländern haben bereits Testspiele vor Publikum abgehalten, was wohl auch ganz gut geklappt hat. Auch bei uns könnte man sicher ein Hygienekonzept erstellen, um Zuschauer einzulassen. Die Frage wäre dann aber, ob der Freistaat bzw. die örtlichen Behörden dieses dann auch genehmigen.“

Wäre das ein Nachteil für die Red Hocks, die laut Statistik auch in der letzten Saison wieder deutschlandweit die meisten Floorball-Zuschauer hatten?

Keß: „Ganz klar. In Kaufering vor leeren Rängen zu spielen, würde schmerzen, denn die Zuschauer pushen uns enorm. Statistisch gesehen, sammeln wir seit vielen Jahren deutlich mehr Punkte zu Hause als auswärts, und daran haben die Fans sicher ihren Anteil.“

Der Spielplan:

19.09.20, 18 Uhr (Auswärts), TV Schriesheim.

26.09.20, 18 Uhr (A), UHC ­Weißenfels.

27.09.20, 16 Uhr (A), MFBC Leipzig.

03.10.20, 18 Uhr (Heim), DJK Holzbüttgen.

24.10.20, 18 Uhr (A), SSF Dragons Bonn.

31.10.20, 16 Uhr (H), Blau-Weiß 96 Schenefeld.

01.11.20, 16 Uhr (H), Floor Fighters Chemnitz.

22.11.20, 15 Uhr (H), ETV Piranhhas Hamburg.

10.01.20, 16 Uhr (A), Red Devils Wernigerode.

23.01.21, 16 Uhr (A), Berlin Rockets.

24.01.21, 16 Uhr (A), SC ­DHfk Leipzig

30.01.21, 18 Uhr (H), TV Schriesheim.

14.02.21, 16 Uhr (H), MFBC Leipzig.

21.02.21, 16 Uhr (H), UHC ­Weißenfels.

27.02.21, 18 Uhr (A), DJK Holzbüttgen.

14.03.21, 16 Uhr (H), SSF Dragons Bonn.

20.03.21, 18 Uhr (A), Floor Fighters Chemnitz.

noch nicht terminiert: 

SC ­DHfk Leipzig (H), ETV Piranhhas Hamburg (A), Blau-Weiß 96 Schenefeld (A), Red Devils Wernigerode (H), MFBC Leipzig (H).

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