Die Platzierung ist nicht so wichtig

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Waren in Passau bei den Special Olympics sehr erfolgreich: Die Tischtennisspieler der IWL-Werkstätten aus Landsberg.

Landsberg – Eher unbemerkt fanden vor einigen Wochen die „5. Bayerischen Special Olympics“ in Passau statt. Bemerkenswert ist das Abschneiden der behinderten Sportler der IWL-Werkstätten Landsberg. Das 13-köpfige Team holte im Tischtennis zwei Gold-, eine Silber und drei Bronzemedaillen.

„Unseren Sportlern ist die Platzierung gar nicht so wichtig“, erzählt Ilka Thienelt. Sie betreut seit 24 Jahren die geistig und körperlich behinderten Menschen bei den Werkstätten. Ihnen seien die Teilnahme, der Spaß und das Erlebnis dieser Olympiade viel wichtiger als eine Medaille, weiß die engagierte Sportlehrerin. Das drückt sich auch im Eid der Special Olympics aus: „Lasst mich gewinnen, doch wenn ich nicht gewinnen kann, lasst mich mutig mein Bestes geben“. 

Insgesamt hatten in Passau 1300 Athleten in zehn Sportarten teilgenommen. 600 Betreuer, 460 Helfer und Offizielle sorgten dafür, dass die Großveranstaltung auch reibungslos ablief. Viele Familienangehörige waren unter den Zuschauern, natürlich. Seit 2004 gibt es einen Bayerischen Special Olympics-Landesverband innerhalb der 1968 von der Familie Kennedy-Shriver ins Leben gerufenen Sportbewegung. Der Verband be­treut in Bayern mehr als 165 Einrichtungen, Schulen, Werkstätten, Wohnheime oder Sportvereine. Insgesamt sind 9000 Sportler bei Special Olympics aktiv.

Seit 2009 sind auch die IWL-Werkstätten in Landsberg Mitglied und nehmen an den zwei­- jährigen Sportveranstaltungen teil. Zugelassen ist jeweils nur eine Sportart pro Einrichtung. Den Anfang machten damals die Tischtennisspieler. Zwei Jahre später waren es die Fußballer, die sogar eine Silbermedaille nach Hause brachten. Heuer sind es wieder die Tischtennisspieler. 2014 sollen in Düsseldorf die Deutschen Special Olympics stattfinden. Die Besten aus Landsberg könnten sogar daran teilnehmen, meint Ilka Thienelt, doch es fehlen noch Sponsoren. Sie hofft, ihre besten Tischtennisspieler auch deutschlandweit antreten lassen zu können.

Natürlich sind die Sportler stolz auf ihre Auszeichnungen. Für die Plätze 1 bis 3 gab es wie beim Olympischen Spielen entsprechende Medaillen. Aber auch die Plätze vier bis sechs wurden noch mit einem Band belohnt. Dass ausgerechnet Peter Papaioannou als bester Tischtennisspieler des Landsberger Teams ohne Medaille nach Hause fahren musste, tut Ilka Thienelt besonders weh. Er belegte den 4. Platz. Er und Benjamin Lips durften aber am sogenannten Unified Programm teilnehmen, dem Wettbewerb zwischen Menschen mit und ohne Behinderung.

Ilka Thienelt trainiert übrigens nicht nur ihre „Leistungssportler“ bei Tischtennis, Schwimmer oder Fußball. Sie kümmert sich auch um die Tänzer und die Rollstuhlsportler. Und sie hat noch viel vor. Thienelts Vision ist es, die leistungsschwächeren Behinderten in einer Sportart zu trainieren, die sie körperlich verkraften. Im Auge hat sie Boccia.

Vor zwei Jahren, als die Planungen für den Neubau in der Rudolf-Diesel-Straße begannen, brachte sie die Idee ein, auf der Freifläche am zukünftigen Holzzentrum eine Bahn einzurichten. Ihre Vorgesetzten fanden das gut, die Idee soll umgesetzt werden. Beim Richtfest kamen 1000 Euro an Spenden dafür zusammen. Die Medaillengewinner der IWL-Werkstätten bei den Special Olympics in Passau: Gold gewannen Bejamin Lips und Marianne Kuestner, Silber ging an Edmund Keindl und Bronze gab’s für Anita Muschaweck, Angelika Schol und Christoph Hormann.

Siegfried Spörer

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