Kleiner Blick in die Vergangenheit

10 Jahre HC Landsberg: von einer Kneipenidee zum Sportverein

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Das erste Spiel in der Vereinsgeschichte: Am 19. September 2009 stand der HCL gegen den klassenhöheren Münchener EK auf dem Eis. Ergebnis: 4:4. Für das erste Tor sorgten HCL-Kapitän Christoph Hicks (links) und Crispin Heringer (Mitte).

Landsberg – Eigentlich war es so ja gar nie geplant. Ein paar ehemalige Landsberger Eishockeyspieler wollten eine Mannschaft, in der sie ihre Leidenschaft weiterhin als Hobby ausleben konnten. Dass sie damit den Grundstein für einen erfolgreichen Sportverein legen würden, ahnte damals noch niemand. Zum Anlass des zehnjährigen Bestehens des HC Landsberg blickt der KREISBOTE zusammen mit Pressesprecher Joachim Simon zurück auf die Anfangsjahre.

Eine Leidenschaft nach Karriereende einfach so aufzugeben, ist schwer. Das dachten sich auch Markus Haschka, Christoph Hicks, Matthias Hitzelberger und Alexander Endres. Bei ihrem ehemaligen Verein EV Landsberg war es nicht möglich, eine zweite „Hobby-Mannschaft“ zu gründen. Beim gemütlichen Zusammensitzen mit anderen Eishockey-Begeisterten bei einem kühlen Bier wurde deshalb schließlich die Idee geboren, einen eigenen Verein zu gründen.

Die meisten Kneipenideen sind wahrscheinlich schnell wieder vergessen. Spätestens wenn alle Beteiligten zu tief ins Glas geschaut haben. Aber nicht so diese. Am 17. Dezember 2008 war es auch offiziell soweit: Der Hockey Club Landsberg war geboren. Und zunächst lief auch alles wie geplant. Die Ex-Profis hatten eine Mannschaft, in der sie zwar hobbymäßig, aber dennoch auf hohem Niveau spielen konnten. Natürlich mussten sie sich jetzt wieder von ganzen unten hocharbeiten. Für so erfahrene Spieler natürlich kein großes Problem. In der Saison 2010/11 schafften sie den Sprung in die Landesliga. Die Freude war groß und eigentlich hätte alles so weiterlaufen können.

Dann kam der Sommer 2011. Heute bezeichnet Simon diese Zeit als „Quantensprung“ für den HCL. Der Verein änderte sich grundlegend und ist zu dem geworden, wie man ihn heute kennt. Nachdem der EV Landsberg pleiteging und Insolvenz anmelden mussten, standen dessen Nachwuchsspieler quasi „auf der Straße“, erklärt Simon. Da klopfte es natürlich beim einzigen Eishockeyclub in Landsberg an der Tür. Nach längerer Überlegung und mit der Unterstützung der Stadt Landsberg entschloss man sich, den Spielern des EV Unterschlupf zu gewähren. Allerdings war es fast eine „Kauf eine, nimm zwei“-Situation. Denn neben den Nachwuchsspielern brauchten auch die Eiskunstläufer ein neues Zuhause. „Somit wurde aus einem Mini-Verein ein richtig großer Verein“, erzählt Simon. Finanziell und auch organisatorisch sei das durchaus eine Herausforderung gewesen. Mit einem Etat von etwa 15.000 bis 20.000 Euro musste man schon gut wirtschaften. Besonders der Nachwuchs kostete den Verein einiges. Aber wer es einmal zu etwas bringen will, der muss eben auch ein bisschen was investieren. Über die Jahre ist der Etat peu à peu auf 435.000 Euro angewachsen.

In der Saison 2013/14 dann schon wieder ein Sprung nach vorne: Die Mannschaft stieg in Pegnitz in die Bayernliga auf. Für den doch noch recht jungen HCL ein Riesenerfolg. Auch der Nachwuchs hat sich gemausert. Die Juniorenmannschaft U20 erlangte ihren bisher größten Sieg. Sie wurde in die deutsche Nachwuchsliga aufgenommen. Damit gehört sie bundesweit zu den besten 24 Mannschaften. Aber für den HCL ist das noch nicht genug. Simon erklärt die Ziele für die nächsten Jahre: „Wir möchten die U17 in die bundesweite Liga hineinbringen.“

Simon betont aber, dass es nicht nur um Spielerfolge geht. Er sieht in jedem Kind, das auf dem Eis steht, einen Erfolg. Deshalb soll der zehnte Geburtstag auch mit der ganzen Stadt gefeiert werden. Vielleicht wird so der ein oder andere zukünftige Riverking auf den Verein aufmerksam. Los geht es am kommenden Samstag. Von 12:15 bis 16 Uhr wird auf dem Georg-Hellmair-Platz gefeiert. Außerdem sollen an dem Tag auch die aktuellen Mannschaften, von den Zwergen der U9 bis zu der 1. Mannschaft, vorgestellt werden. Nicht zu vergessen natürlich auch die Eiskunstläufer.

Neben der Feier am Samstag sind über die ganze Saison noch kleinere und größere Aktionen geplant. Für alle Fans von Panini-Sammelalben hat sich der HCL etwas Besonderes ausgedacht. Im Oktober soll ein Stickeralbum mit etwa 300 Fotos zum Sammeln erscheinen. Darin finden sich dann nicht nur die Spieler des Vereins, sondern auch Trainer, Betreuer und alle, die an dem Erfolg der letzten Jahre beteiligt sind. Im Januar dann noch ein kleines Highlight: Bei einem Benefizspiel werden die Spieler der ersten Stunde wieder ihre Schlittschuhe schnüren und sich in volle Montur werfen. Der genaue Termin ist momentan noch offen.

Stephanie Novy

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