Im Feld der Top-Mannschaften

+
Das Ende einer erfolgreichen Saison. Die Nachwuchsfußballer des VfL Kaufering erreichten beim Merkur Cup den 6. Platz.

Kaufering/Unterhaching – Nach mehr als sechs Stunden Jugendfußball auf hohem Niveau hatten die E-Jugend-Kicker des VfL Kaufering ihr Ziel, im Feld der Top-Mannschaften wie dem FC Bayern und dem TSV 1860 München beim 20. Merkur Cup nicht unterzugehen, klar erfüllt. Mit einem 6. Platz kehrte die Mannschaft von Tommy Muha am Samstag aus Unterhaching zurück.

Das Ziel war im Vorfeld klar: Nachdem sich der VfL Kaufering zum zweiten Mal nach 2007 für das Finale des größten E-Jugendturniers der Welt, dem Merkur-Cup, durch den Sieg im Bezirksfinale in Heimstetten qualifiziert hatte, wollte man dort nicht Letzter werden. Diesen 8. Rang hatte vor sieben Jahren die damalige E-Jugend des VfL erreicht. 

VfL Kaufering: 6. Platz beim Merkur Cup

Die nervliche Belastung, denen die Jugendfußballer vor dem ersten Anpfiff ausgesetzt war, wurde durch die Rahmenbedingungen und das Rahmenprogramm nicht gerade geschmälert: An die 40 Grad im Unterhachinger Sportpark-Stadion, das auch schon Bundesliga-Luft geschnuppert hat, ließen schon am späten Vormittag erahnen, welch große physische Belastung auf die 11-jährigen warten würde. Als dann die acht qualifizierten Mannschaften, darunter der FC Bayern München, der TSV 1860 München und die SpVgg Unterhaching ins Stadion mit Blick auf die vollbesetzte Haupttribüne einmarschierten, stieg der Puls schon vor dem ersten Sprint in Höchstbereiche. 

Im ersten Spiel ihrer Gruppe bekamen es die Kauferinger mit dem Geheimfavoriten TSV Murnau zu tun. Der VfL zeigte sich von der ersten Minute an kämpferisch und erarbeitete sich zunächst leichte Vorteile. Mitte der ersten Halbzeit nutzten die Murnauer allerdings eine Unkonzentriertheit in der Kauferinger Abwehr und erzielten das 1:0. Auch in der zweiten Halbzeit setzte sich das ausgeglichene Spiel fort, mit Chancen auf beiden Seiten. Nach einem Foul an Lukas Forderberg entschied der Schiedsrichter auf 7-Meter. Diese Chance ließ sich Niki Neuhaus nicht nehmen und verwandelte sehr sicher zum 1:1, was auch den Endstand bedeutete. Ein ausgezeichneter Start in das Turnier. 

Im zweiten Spiel traf man auf den SV Baldham-Vaterstetten. Die Kicker vom Lechrain hatten jetzt die Nervosität abgelegt und zeigten tolle Spielzüge. So war es nur konsequent, dass Korbinian Straub mit einem schönen Fernschuss aus halbrechter Position in der ersten Halbzeit das 1:0 erzielte. In der zweiten Halbzeit war es wiederum Korbinian Straub, der sich vor dem Strafraum der Baldhamer engagiert durchsetzte und entschlossen mit dem 2:0 abschloss. 

Nun hatten die VfL-Buben noch einige Chancen, auf 3:0 zu erhöhen, was wegen des dann vergebenen Zusatzpunktes wichtig gewesen wäre. Sie ließen aber auch große Möglichkeiten aus und so blieb es beim hochverdienten 2:0. Damit lag wieder eine Sensation in der Luft: Nach zwei Spielen führten die Lechrainer die Tabelle an, nachdem der große Favorit Unterhaching im ersten Spiel mit 0:1 gegen Baldham-Vaterstetten verloren hatte. 

Im letzten Vorrundenspiel hätte ein Unentschieden gegen die SpVgg Unterhaching gereicht, um ins Halbfinale einzuziehen. Die Hachinger waren allerdings zwischenzeitlich aufgewacht, was sich sofort mit dem Anpfiff des Spiels gegen Kaufering zeigte. Zunächst konnte das Team von Coach Tommy Muha noch dagegenhalten. Fünf schwache Minuten reichten aber, um Unterhaching auf 0:3 davon ziehen zu lassen. 

Kurz vor dem Halbzeitpfiff kassierte man dann noch das 0:4. Jetzt war man darauf angewiesen, dass im gleichzeitig stattfindenden Spiel zwischen Murnau und Baldham am Ende ein Unentschieden stehen würde. Das hätte den Kauferingern ebenfalls zum Weiterkommen gereicht. Zur Halbzeit stand es noch 0:0 und die Chancen damit gut. Zwar gestaltete der VfL sein Spiel in der 2. Halbzeit ausgeglichener und kassierte keinen weiteren Gegentreffer der Unterhachinger. Allerdings holten sich die Murnauer letztlich doch noch ein klares 3:0 gegen Baldham-Vaterstetten und zogen damit gemeinsam mit Unterhaching ins Halbfinale ein. In der anderen Gruppe lieferten sich die Bayern und die 60er ein enges Rennen und nach einem 0:0 im direkten Vergleich entschied die bessere Tordifferenz den Gruppensieg zugunsten der Blauen. Im Spiel um den 5. Platz trafen die Kauferinger dann wieder auf die Eintracht aus Karlsfeld, die sie im Bezirksfinale mit 5:0 klar besiegt hatte. War es dieses unbewusste, gefährliche Gefühl der Sicherheit oder hatten die tropischen Temperaturen an der Physis der Kauferinger gezehrt? Jedenfalls sorgten zwei individuelle Fehler in der Abwehr für zwei schnelle Gegentore durch die Karlsfelder. Damit war die Moral der VfL-Spieler gebrochen und es setzte letztlich eine sehr deutliche 0:4 Niederlage. 

Da floss dann schon die eine oder andere Träne. Die war aber spätestens bei der tollen Siegerehrung getrocknet, als die Kicker den Pokal aus den Händen von Guido Buchwald, dem Weltmeister von 1990, in Empfang nahmen. Und als Lohn für den überragenden Auftritt beim Merkur-Cup über zwei Vorrunden, das Kreis- und Bezirksfinale und schließlich das große Finale nahm die Mannschaft einen riesigen Pokal und die Standing Ovations der eigens mit einem Bus angereisten Fans entgegen. 

Im Finale setzte sich letztlich die Mannschaft des FC Bayern gegen den Lokalrivalen von der Grünwalder Straße mit 2:0 durch. Damit sind die Bayern mit nun zehn Siegen in 20 Jahren Merkur-Cup die erfolgreichste Mannschaft. Den dritten Platz holte sich der Vorjahressieger SpVgg Unterhaching gegen den TSV Murnau. Der Nachwuchs des VfL bekommt nun erst einmal seine wohlverdiente Ruhepause, bevor es dann schon wieder bald in die Vorbereitung für die erste Saison in der D-Jugend geht.

Auch interessant

Meistgelesen

Landsberger Bayernligastart nach Maß
Landsberger Bayernligastart nach Maß
Den Finnen nicht gewachsen
Den Finnen nicht gewachsen
Riverkings weiterhin wie eine Dampfwalze
Riverkings weiterhin wie eine Dampfwalze
Aus für TSV-Coach Zenkner
Aus für TSV-Coach Zenkner

Kommentare