Bundesliga-Floorballer geben "rote Laterne" mit zwei Siegen ab

Kaufering spielt wieder um die Playoffs

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Ricardo Wipfler war am letzten Wochenende kaum zu bremsen. Er war an acht von insgesamt zehn Toren beteiligt.

Kaufering – Vor Wochen als Tabellenschlusslicht bereits abgeschrieben, haben sich die Floorballer der Red Hocks Kaufering am vergangenen Wochenende wieder fulminant im Kampf um die Bundesliga-Playoffs zurückgemeldet. Im Heimspiel am Sonntag gab es das erwartet hart geführte Süd-Derby gegen den TV Schriesheim, das die Kauferinger in der Verlängerung gewannen. Und noch wesentlich überraschender war der 6:5-Erfolg am Abend zuvor bei der DJK Holzbüttgen.

Gegen den Tabellenvierten hatten die Roten schon zwei empfindliche Niederlagen einstecken müssen: In der Hinrunde hatte es vor heimischer Kulisse eine 13:5-Klatsche gesetzt. Schon besser lief es dann im Pokal-Viertelfinale, wo die Mannschaft um Kapitän Marco Tobisch lange mithielt, letztlich mit 10:5 aber doch aus dem Pokal gekegelt wurde. Deshalb schienen die Hoffnungen auf einen Sieg im Lager der Roten, die ohne den grippegeschwächten Maxi Falkenberger antraten, eher gering. „Wir haben gekämpft und Schüsse geblockt, aber dass es tatsächlich zu einem Sieg reichen könnte, haben wir auch erst in den letzten Minuten allmählich realisiert“, sagt Angreifer Tobias Hutter. Besonders dem starken Ricardo Wipfler war es zu verdanken, der durch zwei Tore und eine Vorlage bei den Kauferingern für Furore sorgte.

Dass die Messe damit aber längst nicht gelesen war, zeigte sich in den Folgeminuten, als die DJK die Spielkontrolle zunehmend an sich riss. Die gut besetzte Offensive, der allein fünf aktuelle deutsche Nationalspieler angehören, brauchte bis zur 11. Minute, um erstmals zu treffen - dann aber gleich doppelt, sodass es mit einer 3:2-Führung in die Pause ging.

Hatte das Spiel der Red Hocks zuletzt immer wieder im zweiten Drittel einen Einbruch erlebt, knüpfte der einzige bayerische Erstligist diesmal nahtlos an die Anfangsminuten an. Und vorne setzten insbesondere die jungen Wilden immer wieder gefährliche Nadelstiche: Einen Konter in der 25. Minute schloss Martin Rieß zum 2:4 ab. Während die DJK sich im Offensivspiel an diesem Tag oftmals zu ideenlos zeigte, blitzte im Überzahlspiel die starke Technik dennoch immer wieder auf. So kamen die Hausherren durch Torben Kleinhans in der 30. Minute zum Anschluss. Als kurz darauf ein Spieler der Grün-Weißen auf der Strafbank Platz nehmen musste, klingelte es auf der anderen Seite. Überhaupt erwies sich das zuletzt viel gescholtene Überzahlspiel der Roten diesmal als wichtiger Schlüssel: in fünf Powerplays erzielten die Red Hocks vier Tore.

Dass die DJK kurz vor Drittelende noch auf 4:5 herankam, gestaltete das Schlussdrittel enorm spannend, denn Kaufering beschränkte sich nun überwiegend aufs Verteidigen, ehe Ricardo Wipfler in der 57. Minute das 4:6 erzielte. Die Überraschung war greifbar. Ohne Torhüter und damit in Überzahl kam Holzbüttgen noch auf 5:6 heran, zum Ausgleich reichte es nicht mehr.

Da Holzbüttgen westlich von Köln und damit nur wenige Kilometer vor der holländischen Grenze liegt, stand den Red Hocks eine siebenstündige Heimfahrt bevor, die gegen 3.30 Uhr am Sonntagfrüh endete. Nur knapp zwölf Stunden später galt es allerdings, auf den nächsten wichtigen Gegner eingestellt zu sein und Zählbares im Süd-Derby zu holen. Wieder erwischten die Red Hocks einen Start nach Maß. Wipfler der mit zwei guten Einzelleistungen auf 2:0 vorlegte. Kurz vor Drittelende ließ Dennis Häringer das 3:0 in Überzahl folgen.

Im zweiten Drittel, das zwar nach wie vor viele harte Zweikämpfe zu bieten hatte, mussten beide Teams den Strapazen des Vortags sichtbar Tribut zollen. Torhüter David Winzinger hielt die Null, bis Schriesheim in Überzahl ran durfte und Felix Künnecke eine schnelle Kombination zum 3:1 nutzte. Im Schlussabschnitt schafften es beide Mannschaften, das Tempo noch mal anzuziehen und die Tore fielen rasant. Den zweiten Treffer von Künnecke beantwortete Tobias Hutter. Kurz darauf war erneut Künnecke zur Stelle, doch das Kauferinger Überzahlspiel hatte die nächste Antwort parat: 5:3 durch Tobisch. Kurz vor Schluss erzwangen Nationalspieler Alex Burmeister und seine Schriesheimer noch das 5:5 und entführten einen Punkt.

In der Verlängerung hatten dann die Red Hocks den längeren Atem: Zwei Minuten vor Ablauf der Extraschicht brachte Marco Tobisch den Ball nach einem gewonnenen Zweikampf vors gegnerische Tor, Daniel Szirbeck wurde noch am Siegtor gehindert, als dabei ein Schriesheimer Verteidiger den Ball selbst über die Linie bugsierte. So sicherten die Red Hocks den fünften Punkt am Wochenende.

Damit verlassen die Red Hocks erstmals seit September den letzten Tabellenplatz und sind kurz vor Beginn der heißen Saisonphase sogar wieder in Reichweite der Playoff-Plätze. Nur drei Zähler fehlen auf den ETV Hamburg, der als Sechster aktuell noch den Einzug in die Meisterschaftsspiele schaffen würde.

Am kommenden Samstag, 22. Februar, steht den Kauferingern die nächste schwere Aufgabe bevor, dann treffen sie ab 18 Uhr im heimischen Sportzentrum auf den Tabellenführer aus Weißenfels.

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