Ein Kauferinger auf dem Weg zu Jogi Löw?

U21-EM: Kauferinger Florian Neuhaus ins deutsche Aufgebot berufen

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Florian Neuhaus blickt selbstbewusst auf die bevorstehende U21-Europameisterschaft, für die der Kauferinger letzte Woche nominiert wurde.

Kaufering – Bundestrainer Joachim Löw ist wegen einer Sportverletzung derzeit ans Krankenbett gefesselt und muss sich auch bei den Spielen seiner Fußball-Herrennationalmannschaft in einer ungewohnten Rolle zurechtfinden: Die EM-Quali-Spiele gegen Weißrussland und Estland kann er nur am Fernseher mitverfolgen. Dort wird er wohl auch sitzen, wenn wenige Tage später der Startschuss für die U21-Europameisterschaft in Italien und San Marino fällt, wo sich die größten Talente des Kontinents messen. Mittendrin ist dann auch der Kauferinger Florian Neuhaus, der gerade seine erste Bundesligasaison mit Borussia Mönchengladbach hinter sich hat.

„Ich denke, wir können mit der Saison sehr zufrieden sein. Wir haben uns für die Europa League qualifiziert und freuen uns darauf, nächstes Jahr international spielen zu können“, sagt Neuhaus. Dabei hatte es nach der Hinrunde noch durchaus nach mehr als Platz 5 ausgesehen: Mit zahlreichen souveränen Leistungen blieben Neuhaus und seine Borussia den beiden Spitzenreitern aus München und Dortmund lange auf den Fersen, sodass die „Fohlen“ nach der ersten Saisonhälfte nur drei Punkte vom späteren Meister Bayern München trennten. In der Rückrunde büßte das bis dato starke Gladbacher Kollektiv aber an Harmonie ein, weshalb man im Frühjahr eine Durststrecke von acht sieglosen Spielen wegstecken musste - und damit auch den guten Eindruck der Hinrunde etwas trübte. Was aber über die gesamte Saison hinweg blieb: Trainer Dieter Hecking setzte auf den 22-jährigen Kauferinger, der in seiner Premierensaison in 32 von 34 möglichen Bundesligaspielen zum Einsatz kam – und das nicht nur als Mitläufer. „Ich habe viel gespielt und mit Scorerpunkten dazu beigetragen, dass wir uns für die Europa League qualifiziert haben, deshalb bin ich mit der Saison zufrieden“, resümiert Neuhaus, der neben drei Toren noch zehn Vorlagen beisteuerte.

Bevor er auf Vereinsebene erstmals in einem großen internationalen Wettbewerb ran darf, steht dem Kauferinger mit der U21-Europameisterschaft nun ein ganz großes Highlight bevor. Dass Trainer Stefan Kuntz den Gladbacher in sein Aufgebot berufen würde, war aber wohl keine große Überraschung. Schließlich war Neuhaus sowohl in den Qualifikationsspielen wie auch bei den letzten vielversprechenden Tests gegen England und Frankreich berücksichtigt und auch hier mit reichlich Spielzeit bedacht worden. Auf die Frage, ob sich sein Status in der U21 dank seiner Leistungen bei Gladbach verändert habe, antwortet Neuhaus mit breiter Brust: „Ja klar. Wenn man in der Bundesliga Stammspieler ist, gibt das einem Selbstvertrauen und  dann will man natürlich auch bei der U21-Nationalmannschaft Verantwortung übernehmen und mit Leistung vorangehen.“

Gefordert ist die Mannschaft von Stefan Kuntz erstmals am kommenden Montag, 17. Juni. Auftaktgegner sind dann die Junioren aus Dänemark, ehe Österreich und Serbien warten. „Wir wollen natürlich unsere Gruppe gewinnen“, so Neuhaus, denn damit würde auch die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Japan einhergehen. Danach sei aber noch Größeres geplant: „Wenn man dann im Halbfinale steht, möchte man natürlich ins Finale und dann auch den Europameistertitel gewinnen. Aber wir tun gut daran, noch nicht zu weit voraus zu blicken und jeden Gegner ernst zu nehmen.“

Und nach der EM? Folgt dann das stete Hoffen auf einen Anruf von Bundestrainer Joachim Löw? „Aktuell zählt für mich nur die U21 und eine erfolgreiche Europameisterschaft“, meint Neuhaus, räumt aber ein: „Klar ist es ein Traum von mir, irgendwann mal in der A-Nationalmannschaft zu spielen.“ Damit würde er in die Fußstapfen unzähliger Vorgänger treten, die einen ähnlichen Weg beschritten hatten. So hatten beispielsweise Serge Gnabry und Thilo Kehrer Schwarz-Rot-Gold vor zwei Jahren zum U21-Europameistertitel geschossen und dafür gesorgt, dass Neuhaus & Co. als Titelverteidiger nach Italien und San Marino reisen. Inzwischen zählen beide zum A-Kader.

Damit ihrem 22-jährigen Spitzenkicker so etwas auch gelingt, dürften in den nächsten Wochen auch in Neuhaus‘ Heimat Kaufering sowie beim ersten Verein seiner Laufbahn, dem VfL, die Daumen gedrückt sein. „Es freut mich natürlich, wenn in meiner Heimat mein Weg verfolgt wird. Ich bin so oft es geht in Kaufering und noch sehr heimatverbunden“, erzählt der Wahl-Gladbacher. „Ich hoffe, wir können eine erfolgreiche Europameisterschaft spielen und allen viel Spaß und Freude vor dem Fernseher bereiten.“

Wer live dabei sein will, sollte sich folgende Spielzeiten notieren:

Montag, 17. Juni, 21 Uhr (gg. Dänemark), ARD

Donnerstag, 20. Juni, 21 Uhr (gg. Serbien), ARD

Sonntag, 23. Juni, 21 Uhr (gg. Österreich), ZDF

Marco Tobisch

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