Goldene Krone, kühler Kopf

U17 der Red Hocks ist Süddeutscher Meister auf dem Floorball-Kleinfeld

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Drei Spiele, drei Siege: Die Kauferinger Junioren haben auch die nächste Hürde genommen und sich für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert.

Kaufering – Voll im Soll: Die U17 der Red Hocks hat souverän die Süddeutsche Meisterschaft auf dem Kleinfeld gewonnen. Vier Mannschaften aus Bayern und Baden-Württemberg kämpften in Donauwörth um den Titel im Modus Jeder-gegen-Jeden, wobei sich die beiden Erstplatzierten für die nationalen Endrunde am letzten Maiwochenende in Mellensee bei Berlin qualifizierten. Mit drei zweistelligen Siegen machten die Kauferinger alles klar.

Das Minimalziel, das Ticket zur Deutschen Meisterschaft, hielten beide Rivalen schon vor dem direkten Aufeinandertreffen fest in Händen, dennoch schenkten sich die Red Hocks und die SG Nordheim-/Ingolstadt im letzten Spiel des Tages nichts. In den ersten fünf Minuten verdankten es die Red Hocks ihrem bärenstarken Torhüter David Winzinger, dass sie nicht gleich in Rückstand gerieten. Denn wenngleich ein gewisses Maß an Nervosität das Geschehen auf beiden Seiten merklich lähmte, so waren es die Gastgeber, die die zwingenderen Konter verbuchten – doch Kauferings Schlussmann entschärfte auch brenzligste Situationen.

Neun Minuten dauerte es, bis das erste Tor fiel: Es war Kauferings Ersatz-Kapitän Martin Rieß, der den zuvor nur leicht brodelnden Kauferinger Offensiv-Vulkan mit einem Knall zum Ausbruch brachte. „Wir haben zurück zu unserer Variabilität gefunden, Ball und Gegner clever laufen lassen“, lobt Trainer Markus Heinzelmann.

Denn nur zwölf Sekunden nach dem 1:0 legte Johannes Eckebrecht nach und ab jetzt spielten nur noch die Red Hocks: Binnen weiterer drei Minuten legten Niclas Schwarz und zweimal Ricardo Wipfler nach – 5:0. Der Donau-Truppe kam der Schneid sichtlich abhanden, mit 7:1 ging die erste Halbzeit klar an Kaufering. Doch dann der Bruch, wie schon zuvor erwischten die Gastgeber, die nun vermehrt auf eine härtere Gangart setzten, den besseren Start. „Dass wir in der Pause so den Faden verlieren, darf uns eigentlich nicht passieren“, ärgert sich Verteidiger Christian Brücklmayr.Nordheim/Ingolstadt kam auf 9:6 heran (34.). „Das war vermeidbar“ hadert Heinzelmann. „Trotz Rückschlägen müssen wir da schneller zurück zur Dominanz der ersten Halbzeit finden.“

Vollends gelang das nicht mehr und auch, wenn nichts mehr anbrannte, war es erst Brücklmayr, der mit dem 10:6 die letzten Zweifel beiseite wischte (37.). „Wir haben den Bogen wieder bekommen und den Vorsprung nach unserer Schwächephase sicher verwaltet“, so der Verteidiger. Die süddeutsche Krone ging hoch verdient nach Kaufering.

Denn schon in den beiden Partien zuvor hatten sich die Red Hocks keine Blöße gegeben. Das Auftaktspiel bestritten die Roten gegen den Zweitplatzierten Baden-Württembergs, die TSV Calw Lions. Das Team vom Lech ließ von Beginn an keine Zweifel an seiner Favoritenrolle aufkommen und führte nach kurzer Zeit mit Toren beinahe im Minutentakt mit 12:0 (16.). Erst kurz vor Ende der ersten 20-minütigen Spielhälfte erzielten die Calwer ihren ersten Treffer. Im zweiten Durchgang nahmen die mit nur acht Feldspielern angerückten Red Hocks den Fuß vom Gas, die nie aufsteckenden Calwer nutzten das für weitere Tore. Trotzdem fiel der Endstand mit 23:6 sehr eindeutig aus.

Auch beim zweiten Kräftemessen, diesmal gegen den TV Schriesheim, war vorab schon ziemlich klar, wie das Kräfteverhältnis verteilt ist. Zwar trafen in diesem Duell die beiden Meister ihrer Landesverbände gegeneinander, doch weil sich die Bundesliga-Mannschaft der Bergsträßer zeitgleich in einem wichtigen Relegationsspiel stemmte, musste der vermeintliche Mitfavorit auf seine besten Leistungsträger verzichten. „Schade für Schriesheim, sie wären sonst sicher der heißeste Favorit auf den Titel gewesen und hätten auch bei der DM eine gute Rolle gespielt“, findet Brücklmayr.

Denn der Auftakt des TVS war gegen den Gastgeber von der SG Nordheim/Ingolstadt mit 4:16 bereits deutlich ausgefallen. Wenngleich auch die Kauferinger auf einige Säulen – allen voran den langzeitverletzten Kapitän Albert Sikora – verzichten mussten, lief der Ball überzeugend durch die Reihen. Die Zuschauer sahen präzise Ball-

stafetten mit erfolgreichen Abschlüssen und einem ebenso eindeutigen Endstand – 12:1.

„Mit unserer Leistung können wir insgesamt zufrieden sein“, findet Brücklmayr. Ihm – und ebenso seinen Kameraden – stehen ereignisreiche Wochen bevor: Denn neben der deutschen Meisterschaft auf dem Kleinfeld, die in Mellensee steigen wird, stehen auch auf dem Großfeld wichtige Termine an: Am 2. und 3. Juni geht es für die Red Hocks im heimischen Sportzentrum um bedeutendes: die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft auf dem Großfeld.

Für die Red Hocks spielten: David Winzinger, Shouei Yiu; Christian Brücklmayr, Johannes Eckebrecht, Daniel Falkenberger, Michael Kögel, Benedikt Richardon, Martin Rieß, Niclas Schwarz und Ricardo Wipfler. 

Rasso Schorer

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