Playoff Halbfinale

Red Hocks landen den ersten Sieg

+
Die Red Hocks sind nicht zu stoppen: Auch im ersten Halbfinalspiel der Playoffs riss die Siegesserie der Kauferinger nicht ab.

Kaufering – Die Red Hocks haben am Sonntag ihr erstes Spiel der Halbfinalserie der Playoffs der 2. Floorball-Bundesliga gegen Butzbach bestritten. Mit einem verdienten 8:6-Sieg gelang den Lechrainern der ersehnte Erfolg - auch wenn der Weg dorthin nicht einfach war.

Von Beginn an entwickelte sich eine kampfbetonte und schnell geführte Floorballpartie, die durch schnörkellose Angriffe von beiden Seiten geprägt war. Dennis Häringer schloss die ersten Torbemühungen der Kauferinger bereits in der dritten Minute mit einem trockenen Schlenzer ab und brachte seine Farben damit in Front. Dreißig Sekunden später wurde Tino von Pritzbuer wegen Stockschlags auf die Strafbank verbannt. 

Das anschließende Überzahlspiel wusste das Butzbacher Eigengewächs Yannick Puth mit einem gezielten Fernschuss zu verwerten und sorgte für frenetischen Jubel in der mit 200 Zuschauern gefüllten August-Storch-Halle. Kurze Zeit später machten die Hessen im Torraum der Kauferinger viel Verkehr: Olli Brücher erkannte die Situation geistesgegenwärtig, zog auf Höhe der Mittellinie ab und Lasse Hagen hielt im Slot stehend seinen Schläger in den Schuss und fälschte diesen gekonnt in die Maschen des Kauferinger Gehäuses. 

Nachdem die Red Hocks einen Strafschuss sowie ein Powerplay nicht nutzen konnten, schlug Tino von Pritzbuer zum ersten Mal zu und egalisierte den Spielstand erneut. Das Tor schien dem Spiel der Bayern die nötige Struktur zu geben. Nach dem hektischen Beginn konnten die Mannen um Trainer Christoph Huber das Spiel nun besser kontrollieren und gingen durch Tim Hoidis in Führung. Kurz vor Ablauf des ersten Drittels mussten die Gäste erneut in Unterzahl agieren. Tino von Pritzbuer jedoch fing einen Schuss der Butzbacher ab, enteilte allen Gegnern und traf ins linke Eck des hessischen Tores. 

Im folgenden Drittel wurde das Geschehen auf dem Feld zunehmend ruppiger. Beide Mannschaften kämpften beherzt um jeden Ball. So wurden Aktionen immer häufiger wegen regelwidrigen Zweikämpfen unterbrochen und der Spielfluss litt deutlich. Butzbach schien sich dieser Entwicklung des Matches besser anpassen zu können als der Kontrahent aus Bayern und so war es nur folgerichtig, dass die Heimmannschaft den Anschlusstreffer zum 4:3 erzielen konnte. Torhüter Dahme konnte einen Schuss des Gegners nur mit dem Fuß abwehren. Diesen Abpraller nutzte Michael Wech in der 35. Spielminute eiskalt aus und brachte seine Mannschaft zurück in die Partie. 

Lediglich eine Zeigerumdrehung später sprintete Daniel Szirbeck auf der rechten Flügelseite entlang und sah seinen Kapitän Maximilian Falkenberger vor dem Tor frei stehen. Mit etwas Glück konnte dieser den Ball nach schönem Zuspiel unter Schlussmann Martin Unger hindurch ins Tor schieben. Die Red Hocks waren wieder mit zwei Toren in Front. Doch auch dieses Mal sollte die Freude nur von kurzer Dauer sein. Denn zwei Minuten vor Ende des zweiten Drittels fing Björn Schmidt einen Angriff der Roten ab, spielte einen schnellen Pass zu seinem Mannschaftskameraden Dominik Puth, welcher mit einem Distanzschuss erfolgreich war. Mit 5:4 aus Kauferinger Sicht ging es in die zweite Pause. 

Trainer Christoph Huber pochte in seiner Kabinenansprache auf konsequentere Abwehrarbeit und forderte mehr Ballkontrolle in den eigenen Reihen. Nachdem der Butzbacher Stürmer Martin Meyer Mitte des letzten Spielabschnitts wegen überhartem Körpereinsatz für zwei Minuten des Feldes verwiesen worden war, schlug die Überzahlformation der Lechstädter zu. Maximilian Falkenberger drosch den Ball von der Mittellinie mit einem Gewaltschuss in die Maschen, vor dem Tor hatte Daniel Szirbeck Martin Unger im Gehäuse der Hessen die Sicht auf den Angriff genommen.

Die Hausherren gaben sich jedoch nicht geschlagen. Im direkten Gegenzug spielten sie sich sehenswert durch die Kauferinger Abwehr. Am langen Eck vollendete Philipp Brücher den Spielzug mit einem spektakulären Volleyschuss. Im Folgenden wog das Spiel hin und her, wobei beide Mannschaften sichtlich darum bemüht waren, die Fehlerquote im eigenen Spiel zu minimieren, um dem Gegner keinen weiteren Treffer zu ermöglichen. Das Spielgerät wurde nun länger in den eigenen Reihen gehalten und beide Teams versuchten jeweils, den Gegner zu Fehlern zu zwingen. Erst in der 58. Spielminute rutschte der Ball von der Kelle eines Hessen: Dennis Häringer schnappte sich die Kugel, ließ einen Verteidiger ins Leere laufen und netzte zum vielumjubelten 7:5 ein. 

Butzbach setzte in diesem spannenden Spiel nun alles auf eine Karte, nahm Goalie Martin Unger vom Feld und ersetzte ihn durch einen sechsten Angreifer. Nach 58:20 Minuten bekam die Heimmannschaft einen Freischlag in aussichtsreicher, halbrechter Position zugesprochen. Mit einer perfekt einstudierten Variante schlugen sie aus der numerischen Überzahl Kapital und kamen kurz vor Schluss nochmals zum Anschlusstreffer durch Felix Meyer. Die Red Hocks versuchten nun Spielzeit von der Uhr zu nehmen und den Ball zu halten, aber Butzbach kam immer wieder zu gefährlichen Torchancen. Maximilian Falkenberger erlöste seine Mannschaft und die circa 50 mitgereisten Fans 40 Sekunden vor dem Ende, als er eine Unaufmerksamkeit im Aufbauspiel der Hessen ausnutze und in das verwaiste Tor zum entscheidenden 8:6 traf.


Nachwuchsspieler Tino von Pritzbuer analysierte das Spiel nach der Schlusssirene: "Heute war keiner in der Mannschaft ohne Fehler. Wir müssen im zweiten Spiel der Serie am kommenden Samstag unsere eigene Fehlerquote verringern und die Fehler des Gegners konsequenter ausnutzen. Wir haben heute gegen eine Mannschaft mit fast grenzenlosem Kampfeswillen gespielt und wissen, dass der zweite Sieg nochmals schwerer zu erringen sein wird." 

Die Floorballer vom VfL Kaufering hoffen daher am kommenden Samstag wieder auf die Unterstützung der Floorballbegeisterten aus Ort und Umgebung. Anpfiff zu Spiel zwei in der Best-of-three-Serie gegen Butzbach ist um 17:00 Uhr im Sportzentrum Kaufering.

Marco Tobisch

Auch interessant

Meistgelesen

Riverkings weiterhin wie eine Dampfwalze
Riverkings weiterhin wie eine Dampfwalze
Guido Kandziora coacht künftig TSV-Kicker
Guido Kandziora coacht künftig TSV-Kicker
Markus Klingl erfolgreichster WM-Starter
Markus Klingl erfolgreichster WM-Starter
Weiter mit beiden Teams
Weiter mit beiden Teams

Kommentare