Trotz Verstärkung

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Dieses Mal klappte es nicht beim X-Press: Die Footballer mussten am Wochenende eine klare Niederlage gegen Fürstenfeldbruck einstecken.

Landsberg – Jetzt hat es auch den X-Press erwischt: Im dritten Saisonspiel gegen Fürstenfeldbruck setzte es mit 14:31 eine unerwartet klare Niederlage.

Für Landsbergs Präsident Knut Dins könnte das Spiel gegen die Fursty Razorbacks durchaus eine Standortbestimmung gewesen sein. „Es war klar, dass das unser erster richtig schwerer Gegner wird.“ Nach der Heimniederlage sehe es danach aus, „dass die mit Neu-Ulm um die Tabellenspitze kämpfen und wir mit Straubing eher um das Mittelfeld.“ 

Was Dins und die gut 400 Zuschauer zuvor von den X-Men gesehen hatten, dürfte – zumindest den Landsberger Fans – nur teilweise gefallen haben. Von Anfang an war der Wurm im Spiel, die Gäste marschierten zügig über das Feld und kamen schnell zu den ersten Punkten. Der Vereinsvorsitzende sah auch in der Folge Probleme in allen Mannschaftsteilen. „Wir waren zeitweise nicht in der Lage, das gegnerische Laufspiel zu stoppen, Fursty kam zu oft zu 5 bis 20 Yards“, so Dins. 

Die Offense Line wiederum schaffe es zu selten, den Quarterback wirklich zu schützen, damit der genügend Zeit und Raum für sein Spiel hat. „Die anderen Teams sehen unsere Videos natürlich auch und wissen, dass wir da Probleme haben.“ Dazu kam diesmal auch die eine oder andere unglückliche Situation. Nach einem Punt der Gäste berührte ein Landsberger Spieler den Ball, der daraufhin wieder „frei“ war – die Razorbacks bedankten sich und sicherten sich erneut das Angriffsrecht. „Ausgesprochen ärgerlich“ fand das auch Dins, „das darf nicht passieren, beim Punt bleibe ich so weit wie möglich weg.“ Auch im Angriff lief nicht alles glatt. 

Quarterback Brandon Watkins stand fast permanent unter Druck, musste mehrere „Sacks“ hinnehmen. Wenn er zum Wurf kam, fand der Ball zu oft seinen Empfänger nicht. „Da waren aber schon ein paar Pässe, die man durchaus hätte fangen können“, meint der Präsident und räumt ein, dass der Abgang des besten Wide Receivers noch nicht kompensiert ist: „Die Hände von Flo Borchert fehlen uns natürlich schon.“ 

Fast schon logisch, dass die einzigen Punkte an diesem Nachmittag Einzelleistungen entsprangen. Zweimal nahm Watkins Ball und Herz in die Hand und machte sich auf den jeweils weiten Weg in die Endzone. Beim ersten Touchdown-Lauf überwand er fast 75 Yards und ließ dabei sehenswert den letzten Verteidiger noch vom ausgestreckten Arm abprallen. 

Beim zweiten erfolgreichen Versuch überwand der Quarterback wieder 55 Yards und schlängelte sich dabei an der halben Verteidigung der Gäste vorbei. Dabei war der 21-jährige US-Boy angeschlagen in die Partie gegangen und hatte seine Spurtstärke zunächst gar nicht eingesetzt. Auch er konnte aber nicht verhindern, dass es zum Schluss die klare Niederlage setzte, die allerdings erst in der letzten Minute richtig deutlich wurde. 

Nach einem technischen Fehler hatten die Gastgeber dem Nachbarn ein neues first down kurz vor der Endzone praktisch geschenkt, dann hielt man auch noch selbst mit Auszeiten die Uhr an und ermöglichte damit sieben Sekunden vor Schluss den letzten Touchdown. 

Auch eine überraschende Verstärkung brachte an diesem Tag nicht viel: Ronald Sears war der (temporäre) Neuzugang, der erst am Freitag zum X-Press gestoßen war. Der 30-Jährige ist vorläufig der dritte Amerikaner im Team. Dass er sich bei seinem ersten Einsatz noch nicht groß auszeichnen konnte, sollte ihm nicht angelastet werden, meint Knut Dins. „Ohne ein einziges Training war klar, dass die Abstimmung noch nicht passen kann.“ Sears wollte ursprünglich nur seine Freundin in Bayern besuchen, ließ sich dann aber über den Kontakt zu X-Press-Coach Dan Billadeau zu einem Kurzeinsatz am Lech überreden. Als Stammpositionen gibt er Quarterback und Defensive Back an, gegen die Razorbacks wurde er allerdings als Wide Receiver eingesetzt. 

Die nächsten Auswärtsspiele am 6. Juni in Straubing und am 21. Juni in Feldkirchen soll er auf jeden Fall bestreiten, ob er beim Heimspiel am 4. Juli (um 17 Uhr) gegen Burghausen noch an Bord ist, ist derzeit offen.

Christoph Kruse

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