Gelungenes Abschiedsspiel für Stephan Botschafter

A-Klassist Rott stemmt sich gegen Bayernligist Landsberg

Rott vs. Landsberg - Freundschaftsspiel 30.06.2021
+
Manuel Detmar (in Weiß) versucht es akrobatisch gegen Rott-Keeper Korbinian Paul.
  • Dietrich Limper
    VonDietrich Limper
    schließen

Landsberg - Mit Stephan Botschafter hat ein Urgestein seine Zelte beim TSV Landsberg abgebrochen und steht seit Mitte Juni für die erste Mannschaft des TSV Rott als Coach an der Linie. Mehr als 20 Jahre trainierte er Spieler von der D- bis zur A-Jugend in der Lechstadt. Der 53-Jährige war Schiedsrichter, kickt nach wie vor bei den Altherren der Lechstädter und leitete fünf Jahre die Integrationsgruppe: Ein Team mit behinderten Menschen von Regens Wagner, Lebenshilfe und Arche. Da war es selbstverständlich, dass sich die Kicker des TSV Landsberg zum Abschiedsspiel in Rott einfanden. Gestern Abend.

„Normalerweise würde ein Team wie Landsberg niemals gegen uns spielen, aber es ist toll, dass sie es gemacht haben“, sagte Rotts Abteilungsleiter Markus Meßner. Fünf Spielklassen trennen die beiden Teams und das Sportliche trat bei diesem Event am gestrigen Abend zunächst in den Hintergrund. Vor dem Anstoß wurde Stephan Botschafter von den Landsberger Offiziellen um Sebastian Gilg und Reiner Drüssler mit einem Blumenstrauß verabschiedet und zeigte sich aufgeräumt: „Ich bin hier in Rott wunderbar aufgenommen worden und die Jungs sind alle fantastisch. Meine Nachfolge in Landsberg habe ich organisiert. Es gibt ein Trainerteam für die Mannschaft der Lebenshilfe und die A-Jugend hat mein Neffe übernommen. Es ist alles in geregelten Bahnen. Ich wollte es einfach mal probieren, eine erste Mannschaft zu trainieren.“

Und seine Truppe wehrte sich nach Leibeskräften gegen die spielerisch und individuell weit überlegenen Landsberger, die mit einer sehr jungen 4-3-3-Aufstellung starteten: Hollenzer - Masmanidis, Anzenhofer, Wollens, Holdenrieder - Jörg, Salemovic, Bevanda - Doqaj, Agbavon, Mulas. Antonios Masmanidis (FC Memmingen II) und Gottfried Agbavon (VfR Garching) standen als Gastspieler im Kader – über ihre Verpflichtung muss noch entschieden werden.

Kaum überraschend fand das Spiel nahezu ausschließlich in der Hälfte des TSV Rott statt, aber die Landsberger zeigten sich bei der Chancenverwertung nachlässig. Nur Alessandro Mulas zeigte seine Torjägerqualitäten und erzielte zwei Treffer. Das 2:0 zur Pause kommentierte Landsberg-Coach Mike Hutterer trocken: „Das war einfach zu wenig.“

Dunkle Wolken hingen tief über der Sportstätte in Rott, aber der Wettergott zeigte sich gnädig: Ein Platzregen blieb zur Erleichterung der rund 100 Zuschauer aus. Und die sahen nach dem Seitenwechsel eine völlig andere Landsberger Mannschaft: Hollenzer - Lutz, Schmeiser, Nikolic, Fülla - Salemovic, Gutia, Jörg - Krautschneider, Detmar, Kollmann. Die Tore fielen nun im Minutentakt: Salemovic, Kollmann und Detmar stellten den Zwischenstand zügig auf 5:0, weitere Tore verhinderte die vielbeinige Abwehr der Hausherren und Keeper Korbinian Paul riskierte bei einigen Paraden Leib und Leben.

„Wenn wir weniger als zehn Tore kassieren, spendiert uns der Trainer ein paar Kisten Bier“, erzählte Rott-Spieler Jonas Rankl nach seiner Auswechslung und dafür lohnte es sich anscheinend zu kämpfen. Manuel Detmar erzielte zehn Minuten vor Schluss das finale 6:0, zweistellig wurde es also nicht. Der TSV Rott aus der A-Klasse zog sich gegen den Bayernligisten mehr als achtbar aus der Affäre und hatte sich den Applaus der Zuschauer nach dem Abpfiff redlich verdient. „Das wird ein Straftraining zur Folge haben“, flachste Landsbergs Coach Muriz Salemovic und fügte etwas ernsthafter hinzu: „Rott hat es in der ersten Halbzeit gut gemacht und sich das Ergebnis verdient. Kompliment. Wir hingegen haben noch viel Arbeit vor uns.“

Der neue Coach des TSV Rott Stephan Botschafter (rechts) löst nach der Partie gegen den TSV Landsberg sein Versprechen ein.

Stephan Botschafter war allerdings hochzufrieden: „Die Taktik ist aufgegangen, wir haben mit unserem 4-1-4-1 gut gestanden. Ein bisschen Glück kam auch dazu. Aber es war ein faires Spiel, denn beide Mannschaften wollten Fußball spielen. Und nun muss ich zum Auto und das versprochene Bier holen.“

Und während die Sonne mit letzter Kraft die Alpen in der Ferne erleuchtete, feierten die Spieler des TSV Rott ihren Achtungserfolg ausgelassen mit den Zuschauern und ihrem neuen Coach Stephan Botschafter. In Landsberg wird man ihn sicherlich niemals vergessen. In Rott wird er nun ein neues Kapitel seiner Geschichte schreiben.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ein Hauch von Formel-Eins-Zirkus
Landsberg
Ein Hauch von Formel-Eins-Zirkus
Ein Hauch von Formel-Eins-Zirkus
Die HSB Landsberg feiert den ersten Saisonsieg
Landsberg
Die HSB Landsberg feiert den ersten Saisonsieg
Die HSB Landsberg feiert den ersten Saisonsieg
Sieben entscheidende Meter
Landsberg
Sieben entscheidende Meter
Sieben entscheidende Meter
Reichlinger Vater-Sohn-Gespann bei der Tour-Transalp
Landsberg
Reichlinger Vater-Sohn-Gespann bei der Tour-Transalp
Reichlinger Vater-Sohn-Gespann bei der Tour-Transalp

Kommentare