49 Stunden durchs Gelände

Zwei Tage und zwei Nächte: Konrad Vogl auf dem Ultratrail

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Der Ultratrailer aus Reichling Konrad Vogl hat 239 Kilometer in knapp 49 Stunden geschafft – auf Schusters Rappen.

Landkreis – Nonstop durchs Gelände hat sich der Reichlinger Ultratrailer Konrad Vogl gekämpft. Beim Jurasteig Ultratrail legte er 239 Kilometer und 7.500 Höhenmeter zurück. Zeit durfte er sich maximal 54 Stunden lassen. Geschafft hat er letztendlich in knapp 49. Ein normaler Wanderer benötigt für diesen Weg zwölf Tage. Der extremen Herausforderung stellten sich insgesamt 90 Sportler aus neun Nationen.

Unter riesigem Applaus der zahlreichen Zuschauer erfolgte Punkt 9 Uhr der Startschuss auf dem Markplatz von Dietfurt im Altmühltal bei angenehmen Temperaturen. Die Teilnehmer mussten festgelegte Punkte während des Rennens anlaufen. Die Strecke wurde aber auch via GPS-Tracker verfolgt. Zur Orientierung diente den Läufern das persönliche GPS Gerät– Pflicht für jeden Teilnehemr.

Die Strecke führte größtenteils über Pfade, Schluchten und Waldwege. Nach 78,5 km und 2655 Höhenmeter war in Matting der erste Cut Off erreicht. Nachdem Vogl die Vorräte aufgefüllt und sich kleidungstechnisch auf die erste Nacht vorbereitet hatte, wurden die Läufer in völliger Dunkelheit mit dem Rettungsboot der Freiwilligen Feuerwehr über die Donau geschifft. Weiter ging es in eisig kalten Nacht über Schönhofen, Pielenhofen, Dallackenried nach Schmidmühlen, wo sich nach 138,5 km und 4.800 Höhenmetern der zweite Cut Off befand. Vogl traf dort in den Morgenstunden ein: „Dieser Punkt war für mich wahnsinnig wichtig.“ Denn nach 24 Stunden Laufzeit heißt es Energie tanken.

Über Hohenburg ging es nach Kastl. Mit der entsprechenden Kleidung und Stirnlampe ausgerüstet ging es nun in die gefürchtete zweite Nacht. „In der zweiten Nacht ist man dann schon über 36 Stunden unterwegs und vernimmt immer mehr diese zunehmende Müdigkeit. Der Körper springt in die Reserve, die Füße und Muskeln werden verkrampfter. Die schmerzenden Fußsohlen ignoriert man“. Er habe angefangen zu halluzinieren, „sah Bänke, wo gar keine waren, Tiere, Gebäude, Gesichter im Nebel, mein Kopf spielte Märchenland.“ Mit Kopfrechnen hielt sich Vogl wach. Nach 202 km und 7.000 Höhenmetern war in Deining der letzte Cut Off. An diesem Punkt waren von den ursprünglichen 90 Läufern nur noch 35 im Rennen – der Rest war bereits ausgestiegen. Nach Kaffee sowie Schmalz- und Nutellabroten ging Vogl auf die letzten 21,1 km nach Holnstein.

„Aufgrund der Müdigkeit habe ich mich auf diesem Teil verlaufen – das war ein absoluter Horror und Tiefpunkt. Da würde man am liebsten aufhören und nur noch schlafen.“ Vogl konnte sich noch ein letztes Mal für die verbleibenden 16 Kilometer nach Dietfurt motivieren.

Nach 48 Stunden und 49 Minuten erreichte Vogl in Dietfurt als Dreizehnter der Gesamtwertung von 30 Finishern das Ziel. Der Ausfall von 60 Läufern, also zwei Dritteln des Starterfeldes zeigt: Ultratrail hat es ganz schön in sich.

Wie man da durchkommt? Vogl kennt sich aus: „Bei dem Lauf habe ich mir immer wieder vorgesagt: Hör nicht auf wenn es weh tut. Hör auf wenn du im Ziel bist“.

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