Schnell und hart gespielt

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Mit ihrer beherzten Spielweise zogen die „Riverkings“ den Cracks aus Kempten frühzeitig die Zähne.

Landsberg – Mit den Riverkings wird in dieser Saison nicht gut Kirschen essen sein – das ist schon nach dem zweiten Punktspiel klar. Nach dem lockeren 10:1 gegen den SC Riessersee Ib hatte man mit den Sharks aus Kempten einen Gegner anderen Kalibers zu Gast und schickte ihn mit einer 3:0-Niederlage nach Hause.

Der ESC hielt 40 Minuten mehr als gut dagegen, musste dann aber doch mit einem klaren 3:0 die Heimreise antreten. „Wir spielen schnell, wir spielen hart; dass es dann in einem Spiel gegen einen guten Gegner auch mal zu Fouls kommt, ist klar“, sagt HCL-Trainer Alex Wedl. „Bis jetzt machen wir aber sehr viel richtig, wir können zufrieden sein.“

In der Tat scheint man beim HCL konsequent in Richtung Tabellenspitze der Eishockey-Landesliga Süd/West ausgerichtet zu sein. Im Sturm hat man wenig Probleme, das wurde auch wieder gegen Kempten klar. In der Verteidigung ist man allerdings weiterhin dünn besetzt. Wedl macht aus der Situation keinen Hehl. „Unsere Junioren-Verteidiger haben das Potenzial für die Liga, aber momentan nicht die Form. Wenn dann noch Andreas Geisberger ausfällt, wird es hinten sehr eng.“ Die für ihn logische Schlussfolgerung: „Dann muss ich eben selbst spielen.“

Dass der 44-jährige Spielertrainer damit eine Dreifachbelastung absolviert – er ist auch Junioren-Coach – nimmt er gelassen. „Noch schaffe ich das, auch wenn mir nach dem Wochenende alles weh tut.“ Innerlich stellt Wedl die Weichen für den Saisonrest. „Lieber spiele ich in jeder Partie, als dass ich dann wieder nach fünf Wochen Trainingspause einspringe.“

Auch gegen Kempten konnte er vor 400 Zuschauern nur auf einen dünnen Kader zurückgreifen. Neben den Langzeitverletzten Geisberger (Innen- band-Teilabriss) und Turner (Handverletzung) fielen kurzfristig Rohde und Scherdi aus; Mascall laboriert an einem Schleudertrauma und Fischer ging angeschlagen mit Nasennebenhöhlenentzündung ins Spiel. Der 21-jährige Außenstürmer war davon aber offenbar unbeeindruckt. Er sorgte für beide Tore im ersten Drittel (einmal nach Pass von Wedl, einmal im Nachschuss) und scheiterte im letzten Abschnitt zunächst zweimal an Kemptens Torwart Zell und dann am Pfosten. Auch Gäbelein (nach Trickvorlage) und Grundner, mit einem an ihm verschuldeten Penalty (27.) hätten die Partie vor­zeitig entscheiden können.

Im Mittelabschnitt brachten die Gäste die Riverkings allerdings durchaus in Schwierigkeiten und zwangen HCL-Torhüter Schedlbauer mehrfach zu Glanzparaden. „Er hat uns in dieser Phase im Spiel gehalten“, meinte auch Wedl, „man hat gesehen, warum wir ihn geholt haben – das war eine ganz große Leistung.“ Erst, als Neuzugang Ebner einen Konter mit einem trockenen Schuss zum 3:0 abschloss, war den Kemptenern der Zahn gezogen.

Auf Sieg gestellt

Am Freitag (20 Uhr) steht beim EC Pfronten der nächste Prüfstein bevor, doch dem HCL mit gestärktem Selbstbewusstsein ist auch bei dem dominierenden Team der letzten Jahre nicht bange. „Ich gehe von einem Sieg aus“, so Alex Wedl, und auch Vorstand Markus Haschka meint: „Ich hoffe, dass man den Abgang von Schneider dort nicht so leicht verkraftet.“ In der Tat hatte der Ame­- rikaner Jason Schneider in seinen zwei Jahren in Pfronten für fast die Hälfte der Scorer-Punkte gesorgt. Nachdem die Gemeinde (wie auch in Landsberg) die Eisgebühren deutlich erhöht hat, konnte man sich eine Weiterverpflichtung des Topscorers beim EVP nicht mehr leisten.

Christoph Kruse

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