Drei Zähler in der Hitzeschlacht

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Stefan Strohhofer hatte in Fürstenfeldbruck bereits nach sieben Minuten den Führungstreffer auf dem Fuß und lebte später zum 1:1 für Salemovic auf.

Landsberg – Am Ende war es auch eine Frage des Willens. Im Glutofen in Fürstenfeldbruck schlugen die Fußballer des TSV Landsberg den SCF nach einer Leistungssteigerung ab der 25. Minute verdient mit 3:1. Lohn für die Anstrengungen ist nach drei Spieltagen der zweite Platz in der Landesliga Südwest.

Am Donnerstag vor der Partie hatten die Brucker noch abgewunken, als im Training nach einer Verlegung des Anstoßzeitpunktes gefragt wurde. So ging es um 14 Uhr bei 37 Grad zur Sache, und tatsächlich schien die Truppe von Tarik Sarisakal mit den äußeren Bedingungen zunächst besser klar zu kommen. Zwar verpasste Stefan Strohhofer schon nach sieben Minuten nach einer Ecke die Führung, doch danach ließen er und seine Mannschaftskollegen den Gastgebern zuviel Raum. „Wir sind immer zu weit weg“, rief Trainer Sven Kresin seinen Spielern zu, die dann bis zur 11. Minute auch schon zwei Gelbe Karten kassiert hatten, weil Storhas und Krötz jeweils zu spät kamen und zu taktischen Fouls greifen mussten.

Die Laufarbeit fiel bei der Hitze sichtlich schwer, Fürstenfeldbruck nutzte die großen Lücken im Mittelfeld erst einmal besser aus. Als Betz in der 14. Minute nach einem Konter viel Platz hatte und aus 16 Metern stramm abzog, konnte Heiland den Schuss noch Zentimeter am linken Pfosten vorbeilenken. Zehn Minuten später war er allerdings machtlos, als derselbe Stürmer nach einem Seitenwechsel den Ball volley auf den linken Fuß legte und ihn aus 20 Metern unten links versenkte.

Vier Trinkpausen

Auch der TSV war bis dahin schon zu Chancen gekommen, hatte im Abschluss aber zu harmlos agiert. Als die Brucker nach der Führung allerdings eine gewisse Überheblichkeit an den Tag legten, war man schnell zur Stelle. Zwei Tändeleien in der Abwehr reichten zum schnellen Ausgleich: Nur vier Minuten nach dem 1:0 setzten die Landsberger hartnäckig nach, bis sich Strohhofer den Ball erobert hatte und schnell auf Salemovic querlegte. Dass man den an der Strafraumgrenze besser nicht ungedeckt stehen lässt, zeigte der Spielmacher mit seinem trockenen Schuss in die kurze Ecke.

SCF-Coach Sarisakal war angesichts der Nachlässigkeiten seiner Mannschaft an der Linie kaum noch zu beruhigen, doch weder seine Wutausbrüche noch die Gespräche mit seinen Spielern in den insgesamt vier Trinkpausen brachten die Truppe wieder in die Spur, ganz im Gegenteil: Der TSV bekam das Heft zusehends in die Hand und drängte schon nach einer halben Stunde auf die Führung. Während die halbherzige Vorstellung des Bayernliga-Absteigers beim Publikum zuneh­mend Unmut hervorrief, ließen sich die Landsberger nicht beirren und erhöhten den Druck. Krötz, Strohhofer und Salemovic per Freistoß vergaben vor der Pause noch gute Chancen.

In der 48. Minute lenkte Welzmüller im Tor der Brucker den Ball nach Freistoß von Salemovic noch über die Latte, danach wurde es ihm aber scheinbar zu warm, um weiter konsequent einzugreifen. Einem Freistoß, der in den Fünfmeter-Raum segelte, sah er hin­terher, Nuscheler verpasste allerdings aus fünf Metern knapp (51.). Stefan Strohhofer machte es fünf Minuten später besser. Sowohl die Defensive des SCF als auch der Torhüter standen Spalier, als der auffallend starke Neuzugang Maximilian Süli von rechts unbedrängt flanken durfte und der Stürmer aus kurzer Distanz den Ball per Kopf zum 1:2 ins Netz wuchtete.

Frühe Wechsel

Ein einziges Mal gerieten die Gäste in der zweiten Hälfte noch in Bedrängnis, als sich Heiland bei einem Freistoß aus 35 Metern völlig verschätzte und zusah, wie das Spielgerät an den linken Pfosten klatschte (60.). Verdient wäre der Ausgleich nicht gewesen, da der TSV zwar seine Konter teilweise nicht sauber ab­schloss, aber mit seinem energischen Auftritt dem Gegner komplett den Schneid abkaufte.

Beide Trainer wechselten angesichts der Hitze früh dreimal aus, beim TSV war das auch mit einer taktischen Änderung verbunden: Sven Kresin wechselte sich nach 70 Minuten für Krötz selbst ein, beorderte Storhas auf dessen Position zurück und agierte selbst als „8er“. Das hatte sich schon sechs Minuten später ausgezahlt. Kresin schickte Salemovic mit einem weiten Ball an die linke Eckfahne. Der machte sich von dort auf dem Weg in den Strafraum, die offensichtlich ausgepumpten Verteidiger konnten ihn nicht mehr stoppen. Just als von der Bank der Gastgeber gerufen wurde „der hat keinen Rechten“, belehrte der 24-Jährige die Anwesenden eines besseren und setzte den Ball sou­- verän mit seinem schwächeren Fuß zum 1:3-Endstand in die Maschen (76.). Dass bei den tropischen Temperaturen danach keine Gegenwehr von den Bruckern mehr kam, verwunderte niemanden.

Mering kommt

Damit stehen die Landsberger auf dem zweiten Tabellenrang. Vor dem TSV rangiert lediglich Gundelfingen, das Dinkelsbühl 5:0 abfertigte – womit das 2:2 der Landsberger vor Wochenfrist noch an Wert gewinnt. Am Samstag könnte der nächste Streich folgen, wenn im Hacker-Pschorr-Sportpark Mering zu Gast ist. Mit dem Nachbarn hat man nach dem unglücklichen 2:2 vor einigen Wochen noch eine Rechnung offen, allerdings hat auch der SVM am Sonntagabend schon einmal ein Zeichen gesetzt: Mit dem 3:0 gegen Oberweikertshofen brachte man dem Aufsteiger überraschend deutlich die erste Niederlage bei.

Christoph Kruse

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