Leblose Vorstellung

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Landsbergs Roland Kroetz (links) hat im Kopfballduell mit Pipinsrieds Ilias Panagiotidis das Nachsehen.

Landsberg – Irgendwie schienen die Kicker des TSV Landsberg 45 Minuten lang nicht realisiert zu haben, um was es am Samstag ging: Nach einem Kampf um den Anschluss an die Tabellenspitze sah es jedenfalls nicht aus, was man dem heimischen Publikum beim 0:2 (0:2) gegen den FC Pipinsried bot.

Viel zu weit von den Gegenspielern entfernt kam man nicht in die Zweikämpfe, zeigte eine eigenartig leblose Vorstellung und überbot sich mit haarsträubenden Fehlern im Aufbau. Der Gegner nahm das dankend zur Kenntnis und hatte die Partie bis zur Pause praktisch schon entschieden. Der Zug nach oben in der Landesliga Südwest ist damit für die Landsberger erst einmal abgefahren.

Für die Leistung seiner Schützlinge hatte TSV-Trainer Sven Kresin kein Verständnis. „Das war vor der Pause desaströs und hatte mit Fußball im eigentlichen Sinne nichts zu tun. Wenn man so emotionslos und ohne Zweikämpfe auftritt, ist das einer Landesliga-Mannschaft nicht würdig.“ In der Tat machte man es den Gästen erschreckend einfach, zu ihren Treffern zu kommen. Bis die Hintermannschaft realisiert hatte, dass Pipinsrieds Außenverteidiger Finkenzeller einen Ausflug nach vorne unternahm, hatte der schon in aller Ruhe unbedrängt geflankt, am langen Pfosten stand Panagiotidis frei und durfte volley zum 0:1 einschießen (21.).

Zehn Minuten später war die TSV-Truppe immer noch nicht richtig wach. „Wir kriegen einen durch das Mittelfeld geschubsten Ball, der Stürmer darf den ganz ruhig annehmen, sich noch drehen und in Ruhe schießen“, beschreibt Kresin das Malheur treffend, „ein Torjäger macht den dann halt rein, aber das darf so einfach nicht passieren.“ Michael Holzhammer war’s egal, er ließ Heiland keine Chance und vollendete zum 0:2 (33.)

Die Pausenansprache in der Kabine der Landsberger war gewiss nicht vergnügungssteuerpflichtig und tatsächlich kamen die Gastgeber danach besser ins Spiel. Stahl ersetzte den an diesem Tag indisponierten Buschel, später kam Nuschler für Krötz, womit deutlich mehr Wind in die Offensive kam. Im Abschluss war man allerdings weiterhin nicht zwingend genug und hatte auch noch Alu-Pech: Nachdem bereits in der ersten Halbzeit ein Kopfball von Nichelmann am rechten Pfosten gelandet war, drehte Salemovic einen Freistoß aus 18 Metern nur an die Unterkante der Latte (47.).

Der 24-Jährige war einer der Aktivposten in der Offensive, verzettelte sich aber auch immer wieder in der Gäste-Abwehr. Kresin nahm seinen wich­- tigsten Angriffsspieler in Schutz: „Natürlich merkt man, dass er monatelang nicht gespielt hat, aber er hat sechs oder sieben Freistöße in Strafraumnähe herausgeholt, alleine damit wird es ja schon gefährlich.“ Allerdings war der TSV-Coach mit der Ausbeute dann nicht zufrieden. „An solchen Tagen muss man dann eben auch einmal einen nach einer Standardsituation reinmachen. Aber dazu müsste ich natürlich überhaupt erst einmal dahinlaufen, wo der Ball hinkommt.“ So aber verpasste Strohhofer zwei Meter vor dem Tor freistehend (51.), Fülla vergab praktisch den Rest der Landsberger Chancen, davon die letzte in der 89. Minute, als er aus elf Metern mit seinem halbhohen Schuss seinen Meister in Antoni im Gästetor fand.

Zwei Niederlagen zum Start nach der Winterpause hatte sich Sven Kresin selbstredend nicht vorgestellt. „Wir haben eindeutig nicht erreicht, was wir wollten, sind weit hinter dem zurückgeblieben, was wir uns in neun Wochen Vorbereitung vorgenommen haben.“ Damit droht seinen Kickern eine intensive Trainingswoche. „Wir werden sicher viel im läuferischen Bereich machen und viele Zweikämpfe – ich verbinde so etwas dann ganz gerne. Danach werden wir sehen, wer gegen Gundelfingen spielt.“ Kresin erwartet, dass seine Truppe auf jeden Fall anders auftritt. „Da spielen 46 Punkte gegen 38 und das will ich auch sehen. Die Rückrunde ist schon weit fortgeschritten, wenn wir oben noch dranbleiben wollen, müssen wir diese Spiele jetzt auf jeden Fall gewinnen.“

Ob Sebastian Spreitzer dazu beitragen wird, scheint im Moment fraglich. Der 21-Jährige gehörte gegen Pipinsried nicht zum Aufgebot, musste auf der Zuschauertribüne Platz neh­men. Sein Trainer liefert auf Nachfrage die Begründung: „Ich habe nun einmal nur für 18 Leute Platz im Kader. Und er zeigt im Moment im Training nicht das, was ich von ihm erwarte und was ihn ausgezeichnet hat, wenn er gespielt hat.“ Sicher nicht zum Einsatz kommen wird weiterhin Torhüter Markus Obermayer. Bei einem Arztbesuch stellte sich heraus, dass sein Außenband im Knie weiter lädiert ist; der Keeper nimmt derzeit auch nicht am Training teil. „Es läuft darauf hinaus, dass er in dieser Saison nicht mehr spielt“, sagt Kresin. Damit ist Tobias Heiland weiterhin im Tor gesetzt.

Christoph Kruse

Acht Punkte Rückstand

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