"Wunderbare Vorbilder"

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Landrat Thomas Eichinger (links) und die 1. Gauschützenmeisterin des Schützengaus Ammersee, Andrea Schmelzer (rechts), ehrten zahlreiche sportliche Erfolge, darunter die sensationelle olympische Silbermedaille von Monika Karsch (Mitte).

Landsberg – Im großen Sitzungssaal des Landratsamts Landsberg wurden auf der diesjährigen Sportlerehrung des Landkreises 83 Sportler und Funktionäre für ihren Einsatz und die daraus resultierten Erfolge geehrt. Dabei wurden auch die Silbermedaillengewinnerin Monika Karsch und der Olympionike Michael Janker ausgezeichnet.

Den Vorbildcharakter von Sport hob Landrat Thomas Eichinger in seiner Rede zu Beginn des Ehrungsabends hervor, bei der er die Geehrten direkt ansprach: „Sie engagieren sich seit vielen Jahren, zum Teil seit Jahrzehnten für ihren Sport und Sie machen es mit Freude. Aber es gehört auch ein gehöriges Maß an Disziplin und Durchhaltevermögen dazu. Und in diesem Sinne sind Sie uns in allen Lebenslagen ein ganz wunderbares Vorbild.“

In der Tat können viele der Preisträger auf viele Jahre im Ehrenamt zurückblicken. Da wäre zum Beispiel Johann Willig zu nennen, der beim FC Stoffen seit 1991 den Posten des ersten Vorstands besetzt. Auf die Frage, wer denn für die momentan eher durchschnittlichen Ergebnisse seiner ersten Herrenmannschaft im Fußball verantwortlich wäre, antwortete Willig mit einem Augenzwinkern: „Schuld am sportlichen Misserfolg ist natürlich immer der Vorstand.“

Ein weiteres Beispiel für bewundernswerte Ausdauer in der Vereinsarbeit stellt Manfred Probst dar, der bei den Quellschützen Untermühlhausen von 1971 bis 2015 Schützenmeister war. Er erzählte, dass die Schützen seines Vereins viele Jahre kein eigenes Vereinsheim finden konnten, weswegen Probst den Keller seines Eigenheims zur Verfügung stellte. Bei den Schießübungen, die letztendlich 28 Jahre in seinem Haus stattfinden sollten, sei es lediglich einmal zu einem wirklichen Zwischenfall gekommen, als „ein Jugendlicher in die Abwasserleitung geschossen hat“. Auch die jüngeren Athleten trugen sich in die Liste der Preisträger ein. Für die Teilnahme an der Einradweltmeisterschaft erhielt Angelo Olbrich vom TSV Landsberg die Sportehrenmedaille des Landkreises Landsberg in Silber. In der Marathondisziplin war er dabei eine Stunde und 24 Minuten auf dem Einrad gesessen.

Ehrung der Olympioniken

Höhepunkt der Veranstaltung war die Ehrung der beiden Olympia-Teilnehmer Monika Karsch und Michael Janker. Der gebürtige Dießner Janker, der mit dem Luftgewehr den 29. Platz in Rio de Janeiro erreichen sollte, betonte, dass ihn die Teilnahme an den olympischen Spielen nach „einer eher durchwachsenen Saison“ bereits sehr glücklich gestimmt habe. Dabei gab er auch Einblicke in das Seelenleben eines olympischen Athleten: „Man denkt kurz vor dem Wettkampf: Um Gottes Willen, was mache ich hier eigentlich? Aber das ist ja genau der Adrenalinkick, den ein Sportler braucht.“ Aktuell konzentriert sich Janker auf seine Ausbildung bei der Polizei in Dießen, wo er auch im Dienst gelegentlich von Autogrammjägern angesprochen wird.

Karsch, die ihre Wurzeln in Rott hat und derzeit in Regensburg lebt, hatte in diesem Sommer im Schießen mit der Sportpistole über 25 Meter die Silbermedaille bei den olympischen Spielen gewonnen. Das hochspannende Finale, in dem Karsch anfangs mit 0:6 deutlich zurücklag und dann eine furiose Aufholjagd startete, beschrieb die Athletin wie folgt: „Ich dachte mir, ich kann mich jetzt hier nicht so abwatschen lassen. Ich muss weiterkämpfen.“ Leider verlor sie am Ende dennoch mit 6:8 und wurde somit nicht für ihren Kampfgeist belohnt. Rückblickend empfand Karsch den Moment der Niederlage aber nicht als Verlust der Goldmedaille: „Wenn ich mit 0:8 verloren hätte, dann hätte ich mich nicht so freuen können. Aber ich habe mich wirklich gefreut, weil ich gekämpft habe und in diesem Moment einfach die Freude um Silber überwog.“ Von einem möglichen Karriereende wollte die Rotterin nichts wissen. Das Ziel sei vielmehr die Teilnahme an den nächsten olympischen Spielen, die 2020 in Tokio stattfinden werden. Zum Abschluss der Ehrung hatte Karsch noch einen Ratschlag für die anwesenden Sportler und Sportlerinnen jeden Alters parat: „Ich glaube, dass man immer sehr fleißig sein muss.“

Frieder Dlugosch

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