"Wir sind gerne für Sie da"

Landsberg: Bernd Waitzmann löst Andreas Fichtl als Polizeichef ab

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Bernd Waitzmann ist Landsbergs neuer Polizeidienststellenleiter

Landsberg – Der neue Polizeichef darf sich gleich beweisen. Denn wenn am Lumpigen Donnerstag die Narren die Innenstadt unsicher machen, lernt Polizeioberrat Bernd Waitzmann gleich mal die etwas ‚wildere‘ Seite der Lechstadt kennen. Da könnte ihm sogar der OB als ‚Mitarbeiter‘ begegnen: Letztes Jahr war der nämlich im SWAT-Kostüm unterwegs.

Hoher Besuch hatte sich zur Verabschiedung des bisherigen Polizeidienststellenleiters Andreas Fichtl und der Übergabe an den Nachfolger Waitzmann – nach einer kommissarischen Leitung durch Michael Strohmeier – am vergangenen Freitag im Landsberger Rathaus eingefunden. Der Präsident des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord in Ingolstadt Günther Gietl freute sich aber auch über den Besuch von OB, Landrat und mehreren Bürgermeistern: „Trotz Wahlkampf sind Sie gekommen.“

Grund für den Stellenwechsel war ein trauriger Anlass: der Tod Alfred Geyers am 3. März vergangenen Jahres. Im Anschluss übernahm Fichtl die Stelle für sieben Monate – als Führungsbewährung für den Aufstieg in, den höheren Dienst. Dafür steht noch die Prüfung an der Polizeifachschule in Fürstenfeldbruck an, die Fichtl nun absolviert.

Ab Juli 2019 führte Stroh­meier den Posten kommissarisch bis zum 31. Januar. Seit Februar ist Waitzmann im Amt. Der 48-jährige Vater eines 17-jährigen Sohnes startete seine Karriere 1987 in Augsburg als Polizeipraktikant. Mehrere Stationen in Königsbrunn, Neu Ulm und ab 1992 wieder Augsburg führten 1999 zum Aufstieg in den gehobenen Dienst. Mit seiner Arbeit qualifizierte er sich für das Studium an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster Hiltrup – und war somit Polizeirat. Im Polizeipräsidium München war er „auch für die Übernahme von herausragenden Einsatzlagen“ zuständig, so Gietl. Bis zu seinem Landsberg-Wechsel arbeitete der Polizeioberrat schließlich als stellvertretender Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Augsburg Süd.

„Die Dienstelle Landsberg ist eine der größten Dienststellen in unserem Bereich“, stellte der Polizeipräsident fest. 76 Beamte sind für das 610 Quadratkilometer große Gebiet und knapp 100.000 Personen zuständig – der Rest liegt im Bereich der Polizeiinspektion Dießen. 89 sollten es eigentlich sein. „Aber im März kommen vier weitere Beamte nach Landsberg“, versprach Gietl. Der Landkreis habe eine „sehr gute Sicherheitslage“, wobei die Polizei Landsberg durch ihre Aufklärungsrate von 42 Prozent heraussteche. „Der Durchschnitt in Bayern liegt bei rund 20 Prozent.“

Waitzmann lebt mit seiner Familie im südlichen Teil von Aichach-Friedberg: „Eine Entfernung, die Sie als engagierter Radler locker mit dem Rad zurücklegen können“, war Gietl überzeugt. Und wünschte Waitzmann für seine neue Aufgabe „das unverzichtbare Glück, dass der Tüchtige braucht“.

„Landsberg ist ein großes Dorf, da spricht man schon von Ihnen“, begrüßte OB Mathias Neuner den Polizeioberrat. Der Tenor: „ein ganz Netter.“ Zwar sei „das Böse immer und überall“, dennoch habe Waitzmann mit dem Posten in Landsberg „eine der schönsten Aufgaben, die man haben kann“. Auch wenn man hier gerne über die Augsburger frotzele.

„Der hohe Stellenwert und die Wertschätzung der Polizei ist in der Bevölkerung zu spüren“, schilderte Waitzmann seine ersten Eindrücke. Und danke Strohmeier, der ihn in den kommenden Wochen noch begleitet. Öffentliche Sicherheit sei ein Lebens- und Standortfaktor, betonte Waitzmann. Um das zu garantieren, müsse man gemeinsam im starken Verbund stehen. Die Hauptaufgabe der Polizei sei jedoch die des Helfers. „Wir sind gerne für Sie da.“ 
Susanne Greiner

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