Sebastian Bonfert nicht im Kader:

Nur ein Sturm im Bayernliga-Wasserglas des TSV Landsberg?

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Beim Bayernliga-Auftakt des TSV Landsberg war er nicht mal im Kader, allerdings stehe die Tür für ihn „weit offen“: (Ex-)Mittelfeldmotor Sebastian Bonfert.

Landsberg – Der große Jupp Heynckes wurde einmal, nach seiner Zeit bei Real Madrid und Atletico Bilbao, gefragt, ob es einen Unterschied zwischen der Presse in Spanien und der in Deutschland gäbe: „In Spanien wird über die Spieler geschrieben, die auf dem Platz stehen, in Deutschland schreibt man über die Spieler, die nicht auf dem Platz stehen.“ Ähnliches ist anlässlich des Bayernliga-Auftaktes in Schwabmünchen (2:2) auch aus dem Lager des TSV Landsberg zu vernehmen.

„Bei allen Querelen, die nun um die Nichtnominierung von Sebastian Bonfert entstanden sind, wird völlig übersehen, dass die Mannschaft in Schwabmünchen eine Reaktion gezeigt hat und hochmotiviert zu Werke gegangen ist“, betont TSV-Trainer Hermann Rietzler im Gespräch mit dem KREISBOTEN. Immerhin sechs Neuzugänge hätten in der ersten Elf gestanden und ihre Leistungen seien durchweg ansprechend gewesen. Herauszuheben sei Maximilian Holdenrieder und Vorlagengeber zum zwischenzeitlichen 2:1, Janick Reitz. Aber auch Orkun Tugbay, der in den Vorbereitungsspielen gelegentlich noch wie ein Fremdkörper wirkte, komme immer besser ins Spiel: „Orkun integriert sich hervorragend in die Mannschaft und ist ein feiner Kerl, aber er kann natürlich noch 20 oder 30 Prozent mehr bringen.“

Beim hart umkämpften 2:2 im Bayernliga-Auftaktspiel bei Schwabmünchen war Landsberg dem Sieg tatsächlich näher als der Gastgeber. Vor allem zwei kryptische Abseitsentscheidungen benachteiligten die Lechstädter, und auch der von Florian Mayer verursachte Foulelfmeter war zumindest diskutabel. „Insgesamt bin ich aber sehr zufrieden“, sagte Rietzler, „wir hatten einen Altersdurchschnitt von 23 auf dem Platz. Alle fordern immer den Einsatz von jüngeren Spielern und ich setze das nun um.“ Die Tore für Landsberg schossen Martin Hennebach (33. Spielminute) und Janick Reitz (50.).

Die „Hintergrundgeräusche und Nebenschauplätze“ im Verein lassen den Coach weitgehend kalt. Es gehe um jahre­lange interne Scharmützel und verletzte Eitelkeiten. Die Tür für Sebastian Bonfert stehe weit offen, zu einem klärenden Gespräch sei er eingeladen. „Ich brauche positive Charaktere in der Mannschaft und dieser Sturm im Wasserglas ist völlig kontraproduktiv. Wir sollten uns auf das Sportliche konzentrieren und auch endlich professionell mit internen Dingen umgehen. Ich bin hier, um sportlich etwas zu erreichen und Punkte zu holen. Es geht nicht um einzelne Spieler, sondern ums Team.“

Wundertüte zu Gast

Und genau diese Mannschaft wird am Freitag auf heimischem Geläuf gegen Ingolstadt II gefordert sein (ab 18.30 Uhr). Die „kleinen Schanzer“, die eigentlich in die Regionalliga gehören, befinden sich nur deshalb in der Bayernliga Süd, weil die erste Mannschaft den Verbleib in der 2. Liga nicht geschafft hat. Und weil die Statuten einen Zwei-Klassen-Unterschied innerhalb eines Vereins vorsehen, müssen sie mit der Bayern­liga Vorlieb nehmen.

Es kommt also eine spannende Wundertüte in den 3C-Sportpark, denn weder der aktuelle Kader noch die Vergangenheit in der Regionalliga geben über die aktuelle Leistungsfähigkeit der Ingolstädter Auskunft. Coach Rietzler führte verschiedene Telefonate, um mehr über Ingolstadt II zu erfahren, aber die Mannschaft ist und bleibt eine große Unbekannte in der Liga. Prominentester Spieler ist sicherlich Marvin Matip, der immerhin mit dem 1. FC Köln in der Bundesliga spielte. Ob er allerdings am Freitag auflaufen wird, weiß niemand.

„Ich denke, wir werden viele hochtalentierte A-Jugend Spieler bei Ingolstadt sehen; ich zähle die kleinen Schanzer neben Pipinsried zu den absoluten Favoriten in der Liga. Es wird auf jeden Fall eine hoch interessante Partie“, sagte Übungsleiter Rietzler. Fraglich bleibt der Einsatz von Jonas Meichelböck, der sich in Schwabmünchen verletzte und noch mit einem Bluterguss zu kämpfen hat. Auf die genaue Aufstellung möchte sich Rietzler noch nicht festlegen: „Mal sehen, ob es die ein oder andere Überraschung gibt.“ Ein Besuch im 3C-Sportpark dürfte sich also lohnen.

Dietrich Limper

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