Wenn‘s Gelbe Karten hagelt

TSV Landsberg erkämpft sich gegen Hankofen drei wichtige Punkte

+
Ein Spiel voll Gelb: Auch David Anzenhofer wurde von Schiedsrichter Richard Konrad mit der Farbe geadelt.

Landsberg – Nach dem desaströsen Auftritt am vergangenen Mittwoch beim FC Deisenhofen (1:2) erlebten 420 Zuschauer eine denkwürdige Partie im 3C-Sportpark: 2:0 gewannen die Lechstädter nach aufreibenden 90 Minuten gegen die Spvgg Hankofen-Hailing und es hagelte Gelbe Karten.

Der Druck war groß. Nur ein Punkt stand nach drei Spielen auf der Habenseite des TSV Landsberg und das Spiel gegen den Tabellennachbarn war richtungsweisend. „Spielerisch sollten wir dem Gegner überlegen sein, aber sie werden rennen und kämpfen. Da müssen wir dagegenhalten“, sagte Coach Hermann Rietzler im Vorfeld der Partie und damit sollte er nicht falsch liegen.

Florian Mayer wurde nach seiner Blessur aus dem letzten Spiel geschont, die Innenverteidigung bildeten Manuel Wolf und Phillip Vedder. Im Sturm kam Alessandro Mulas zu seinem Start­elf-Debüt und präsentierte sich quirlig und einsatzfreudig. Insgesamt kamen acht Neuzugänge und neun Spieler unter 23 zum Einsatz.

Und die hatten in den ersten zwanzig Minuten Probleme, ins Spiel zu kommen. Spielfluss kam nicht zustande. Landsberg agierte überhastet, nervös und fahrig – die Gäste dominierten zur Verwunderung des Publikums das Geschehen und erste Unmutsäußerungen waren die Folge. Niemand konnte allerdings ahnen, dass die Gelbe Karte gegen Felix Mailänder in der neunten Minute ein Fingerzeig sein sollte.

In der 23. Minute zog Kevin Gutia mehr aus Verlegenheit von der Strafraumgrenze ab und Gästekeeper Matthias Loibl ließ den harmlosen Schuss passieren. Nur drei Minuten später machte Janick Reitz nach einem durchdachten Pass von Bonfert den Arjen-Robben-Gedächtnis-Move: Er zog von rechts nach innen und jagte den Ball mit links zu seinem dritten Saisontreffer in die Maschen. Zwei Torschüsse, maximale Ausbeute: 2:0 für den TSV.

Es folgte die beste Phase der Landsberger Heimmannschaft. Kapitän Bonfert schlug einige kluge Pässe in die Schnittstellen und kreierte dadurch brandgefährliche Situationen; Mulas scheiterte aber am stark reagierenden Gästekeeper. Die zwei Tore gaben der Elf von Herrmann Rietzler nun die nötige Sicherheit, die Spvgg Hankofen-Hailing rannte hinterher, aber der TSV versäumte es, Tore nachzulegen.

Auftritt Schiedsrichter

In den zehn Minuten vor der Pause begann dann der Auftritt von Richard Konrad, seines Zeichens Schiedsrichter aus Feldkirchen. Vedder, Mulas und Hennbach sahen auf Seiten des TSV Landsberg ebenso Gelb wie Wagner und Vogl beim Gegner Hankofen. Mit dieser kleinlichen Linie hatte sich der Referee nun selbst unter Druck gesetzt und das sollte sich in der zweiten Halbzeit rächen.

Das Ziel: drei Punkte

Unverändert kam Landsberg aus der Kabine und es ging offensichtlich nur noch um eins: die drei Punkte. Von einem geordneten Spielaufbau und geplanten Aktionen war nichts mehr zu sehen. Selten einmal konnte der Ball über mehr als drei Stationen laufen. Es war ein unansehnlicher Kampf auf Biegen und Brechen. Der Unparteiische verteilte weiterhin die Karten wie ein Dealer am Pokertisch und als er keine Spieler mehr fand, die er verwarnen konnte, zeigte er der Landsberger Betreuerin und dem Coach den gelben Karton.

Auch Urlauber David Anzenhofer, der nach einer Stunde praktisch direkt vom Flughafen in die Partie kam, wurde mit einer Gelben Karte empfangen und auf den Rängen machte sich Sarkasmus breit. Mit einem Fußballspiel hatte die Veranstaltung nur noch wenig zu tun. Am Ende hatte der Schiedsrichter insgesamt 13 Gelbe Karten gezückt. Der Schlusspfiff war offensichtlich für alle Beteiligten eine Erlösung.

„Das waren wichtige drei Punkte nach den zwei Niederlagen und die junge Mannschaft hat sich Selbstvertrauen geholt“, resümierte Maximilian Holdenrieder nach dem Pfiff. „Die zweite Halbzeit war sehr zerfahren, auch weil der Schiedsrichter so kleinlich ge­pfiffen hat. Aber immerhin sind wir ohne Gegentor geblieben.“

Über den Rest deckt man besser gnädig den Mantel des Schweigens.

Am kommenden Freitag steht um 18:30 Uhr das Spiel beim TSV 1874 Kottern an, den man in der Tabelle überholen könnte. „Aber Trainer Esad Kahric ist ein echter Fuchs und dadurch ist Kottern klarer Favorit“, warnt Coach Rietzler. Meichelböck, Mayer und Fülla werden wieder im Kader stehen. Gmell, Kelmendi, Veliu und Rösch hingegen sind im Urlaub und dadurch wird der 19-jährige Keeper Nicolas Schestak zu seinem Debüt kommen.

Dietrich Limper

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kommentare