Raus aus der Achterbahn

TSV Landsberg sucht weiter nach Konstanz

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Der TSV Landsberg kämpft um den Sprung aus dem Tabellenkeller.

Landsberg – Sicher ist, dass nix sicher ist: Der TSV Landsberg bleibt eine der großen Wundertüten in der Bayernliga. Einem enttäuschenden 2:3 am Mittwoch vergangener Woche gegen den ASV Neumarkt, zu dem der Schiedsrichter ebenso seinen Teil beitrug wie eigenes Unvermögen, ließen die Lech-Kicker eine 1:5-Gala in Ismaning folgen. Doch um endlich den Sprung aus dem Tabellenkeller zu packen, muss nun eine zumindest kleine Siegesserie her.

Bei allem Auf und Ab, das der TSV Landsberg derzeit in der Bayernliga vollführt, ist zumindest auf eines Verlass: Torwart Philipp Beigl hält, was zu halten ist, und Dominik Schön trifft. Am Karsamstag waren rund 36 Minuten im Professor Erich Greipl Stadion, der Heimstätte des FC Ismaning, gespielt, da schlug der Mittelfeldspieler schon wieder zu. Mit seinem dritten Tor im dritten aufeinanderfolgenden Match brachte der 28-Jährige sein Team mit 1:3 in Führung. „Das war der große Knackpunkt“, fasst Trainer Guido Kandziora den nicht immer glanzvollen Kantersieg rückblickend zusammen. 

Denn erst vier Minuten zuvor hatte sein Schützling Sebastian Bonfert eine längere zittrige Phase des TSV mit seinem Treffer zum 1:2 beendet. Ismaning hatte das frühe 0:1 durch Landsbergs Rückkehrer Andreas Fülla (9.), der nach einer Ecke per Volley traf und damit einen gefälligen TSV-Start veredelte, postwendend durch Clemens Kubina (13.) beantwortet und sich fortan ein merkliches Übergewicht erspielt. Landsberg musste seine Führung nicht nur – wie zuletzt häufiger – rasch wieder einbüßen, sondern drohte auch in Rückstand zu geraten. Denn obwohl die Gastgeber ebenfalls tief im Tabellenkeller stecken, traten sie – zumindest noch anfangs – mit ganz breiter Brust an. Erst in der Vorwoche hatten sie Tabellenführer Heimstetten mit 2:1 niedergerungen, davor auch Spitzenteam Rain mit 1:0 in die Schranken gewiesen. 

„Wir haben uns gut aufgebaut und viel kommuniziert“, umreißt Kandziora das Rezept seiner Elf, um die Ismaninger Drangperiode unbeschadet zu überstehen. Der Landsberger Doppelschlag durch Bonfert und Schön, er ließ die vermeintlich erstarkten Hausherren völlig in sich zusammen brechen. Unmittelbar nach der Pause legte Martin Hennebach das 1:4 (49.) nach. Doch eingetütet sah Kandziora den Landsberger Auswärts-Dreier damit noch nicht. „Ismaning schlägt gute Bälle in die Tiefe“, so der Coach, der vor allem vor Zielspieler Mijo Stijepic eindringlich warnte. Doch auch der 38-jährige Routinier stand spätestens ab der 70. Minute auf verlorenem Posten: Mitspieler Gianfranco Soave, der erst zehn Minuten zuvor eingewechselt worden war, stoppte den gen Tor enteilenden Philipp Siegwart regelwidrig. Schiedsrichter Patrick Höpfler ahndete dies mit einer roten Karte – Landsberg spielte fortan in Überzahl. 

Kandzioras Team legte sich die dezimierten Ismaninger nun zurecht und nach uneigennütziger Vorarbeit von Kapitän Siegwart traf abermals Schön zum 1:5-Endstand (76.). „Er hat einen großen Sprung gemacht, ist jetzt körperlich und psychisch auf einem guten Level“, lobt der Trainer seinen derzeit so produktiven Mittelfeld-Regisseur. 

Strittiger Elfmeter 

Schon wenige Tage zuvor hatte Schön seine Trefferbilanz ausgebaut, sein zwischenzeitlicher 2:3-Anschluss (66.) gegen den ASV Neumarkt reichte am Ende aber nicht, um die schmerzhafte Niederlage zu verhindern. Zwar hatte der TSV die Partie, die nach einem Spielabbruch im ersten Anlauf und drei weiteren wetterbedingten Absagen erst im fünften Versuch über die Bühne gehen konnte, mit dem 1:0 durch Martin Hennebach (9.) erfreulich begonnen, doch fortan klappte gar nichts mehr. Unfreiwilliger Bestandteil des gebrauchten Landsberger Abends: Schiedsrichter Julian Kreye. „Seine Leistung war mitentscheidend“, ärgert sich Kandziora. Denn die Art und Weise, wie der Ausgleich zum 1:1 zustande kam, war strittig: Neumarkts Christian Schrödl war bei einem Zweikampf mit Sebastian Nichelmann zu Fall gekommen, das vermeintliche Foul war aber noch vor dem Strafraum erfolgt. Dennoch entschied Kreye in Absprache mit seinem Linienrichter auf Elfmeter, den Markus Smarzoch verwandelte. Smarzoch war es auch, der zum 1:2 (49.) traf, kurz darauf legte Jan Mazanec (58.) noch nach. „Da haben wir uns jeweils nach ruhenden Bällen blöd angestellt“, hadert Kandziora mit der Abwehrarbeit seiner Mannschaft, die trotz dem Hoffnungsschimmer durch Schön und einer Überzahl ab der 82. Minute nicht mehr auszugleichen vermochte. 

Damit bleibt der TSV bei einer schwindenden Anzahl an Spielen zum Siegen verdammt. Zehn Partien stehen noch aus, der Anschluss ans rettende Ufer ist auch dank des Ismaning-Erfolgs gewahrt. „Die Jungs stehen seit zwei Jahren unter Dauerdruck“, beschreibt Kandziora das Abstiegskamp-Gefühlsleben beim TSV. „Mittlerweile verfügen sie aber über das nötige Selbstbewusstsein.“ Dieses wird schon heute, Mittwoch, auf die nächste Probe gestellt: Ab 17.30 Uhr steigt das Nachhol-Gastspiel beim TSV Rain. Am Samstag empfangen die Landsberger, bei denen neben dem langzeitverletzten Felix Mailänder auch Manuel Detmar mit einer Viruserkrankung auszufallen droht, ab 14 Uhr den TSV 1865 Dachau im 3C Sportpark.

Rasso Schorer

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