TSV Landsberg revanchiert sich in Olching

TSV Landsberg verteidigt  Tabellenführung in Olching

+
Da waren die Gegner chancenlos. Der TSV Landsberg sichert sich auswärts einen klaren 4:0-Sieg gegen die Gastgeber des SC Olching.

Landsberg – Mit einer überzeugenden Mannschaftsleistung gewann der TSV Landsberg das Auswärtsspiel beim SC Olching mit 4:0. Vom Tabellenstand her war es ein Spitzenspiel, denn immerhin empfing der Tabellenvierte den Tabellenführer der Landesliga Südwest. Aber abgesehen von der holprigen Spielfläche – die „Spuren des Winters“ und die Abnutzung des Olchinger Platzes stellten manche Herausforderungen dar – ließ die Mannschaft des TSV Landsberg von Spielbeginn an keinen Zweifel daran, dass man gegen Olching gewinnen und die 1:2-Heimniederlage wettmachen wollte.

Bereits in den ersten Minuten drängte der TSV Landsberg die Heimmannschaft mit schnellem Angriffsspiel über die Flügel sowie intensivem Pressing in die eigene Spielhälfte. In der zweiten Minute sorgten zwei Eckbälle des TSV für erhebliche Verwirrung und Unordnung in den Abwehrreihen der Olchinger. Beim zweiten von rechts durch TSV-Spielertrainer Muriz Salemovic hereingebrachten Eckball konnte der mitunter etwas schlaksig wirkende Kevin Gutia den Ball freistehend nicht im Tor unterbringen. Eine Minute später strich ein Schuss des auf der rechten Seite freigespielten Philipp Siegwart aus etwa 14 Meter nur hauchdünn an der linken Torecke vorbei.

Um es vorweg zu nehmen: Die Spieler des SC Olching machten einen trainierten, körperlich fitten und auch balltechnisch versierten Eindruck. Aber die TSV-Spieler waren immer einen Tick schneller, zeigten das bessere Kombinationsspiel und ließen die Heimmannschaft nicht ins Spiel kommen. Und auch in den Zweikämpfen agierten die Landsberger erfolgreicher, weil schneller. So auch in der 20. Minute, als sich der TSV auf der halblinken Sturmseite nach feinem Kombinationsspiel zwischen Charly Fülla, Jonas Meichelböck und Muriz Salemovic trotz eines Olchinger Foulspiels durchsetzen konnten und Salemovic frei in den gegnerischen Strafraum lief. Aber durch einen Pfiff von Schiedsrichter Markus Erndl wurde der TSV um eine reale Torchance gebracht. Den Protest von Salemovic, der die Anwendung einer Vorteilsregelung forderte, ahndete Schiri Erndl mit einer Gelben Karte. Ob berechtigt oder nicht, immerhin zeigte der Schiedsrichter, dass er die in vielen anderen Ligaspielen „übliche“ Praxis des ständigen Foulspiels nicht durchgehen lassen wollte.

In der 23. Minute war es erneut Siegwart, der eine große Chance zur Führung für den TSV im Fünfmeterraum vergab. Er musste den Ball eigentlich nur in eine der freien Ecken lenken, aber Olchings Torwart Stefan Held konnte die Situation klären. In der 33. Minute änderte sich das Geschehen, denn bei einem Angriff über rechts wurde TSV-Angreifer Rainer Storhas von den Beinen geholt. Schiri Erndl entschied sofort auf Strafstoß trotz heftiger, anhaltender Proteste der Olchinger. Für Strafstöße ist beim TSV Landsberg Spielführer David Anzenhofer zuständig. Und Anzenhofer schoss den Elfer unhaltbar zur 1:0-Führung ein. Eine Minute später wurde Muriz Salemovic bei einem Angriff innerhalb des Olchinger Strafraums klar gefoult, so dass Schiri Erndl auch folgerichtig auf Strafstoß entschied. Damit hatte Anzenhofer den zweiten Auftritt als Elferschütze und er verwandelte in der 35. Minute ebenso unhaltbar zum 2:0.

Mit der klaren Führung im Rücken verstärkte der TSV gegen eine nun verunsicherte Olchinger Abwehr die Angriffsbemühungen. Nach einem von links über den starken Meichelböck an die Torraumgrenze gespielten Angriff des TSV verletzte sich Torhüter Held und musste behandelt werden, er konnte danach aber weiter spielen. Die Landsberger starteten unaufhörlich ihre schnellen Angriffe in Richtung gegnerisches Tor. In der 38. Minute konnte der SC-Spieler Marco Ecker einen Angriff nur per Foulspiel unterbrechen und sah dafür die Gelbe Karte. Eine Minute später gab es den dritten Elfmeter für den TSV Landsberg. Vorausgegangen war ein Angriff des TSV an die Torraumgrenze, wo im Gedränge ein Handspiel erfolgte. Schiri Erndl ließ zunächst Vorteil für den TSV gelten, entschied aber kurz darauf auf Strafstoß. Damit löste er vehement vorgetragene Proteste der Olchinger Spieler aus, allen voran Torhüter Held, der dafür auch Gelb kassierte. David Anzenhofer blieb davon unberührt: Er trat in der 39. Minute zum dritten Strafstoß an und verwandelte diesen – wiederum unhaltbar – ins linke Toreck zur 3:0-Führung.

Danach nahmen die Landsberger den Fuß etwas vom Gaspedal, so dass sich die Olchinger wieder finden und im Mittelfeld mitspielen konnten. In der 43. Minute war die TSV-Abwehr etwas nachlässig, so dass der SC zu seiner ersten und einzigen Torchance durch Hüseyin Ceker kamen. Dieser konnte die Unaufmerksamkeit von zwei Abwehrspielern nutzen und aufs Tor schießen. TSV-Torhüter Patrick Rösch konnte den zentral geschossenen Ball abwehren. Nach der Overtime aufgrund der Behandlungspause pfiff Schiri Erndl zur Halbzeitpause.

Der Spielverlauf der zweiten Halbzeit zeigte im Vergleich zum ersten Durchgang wenig Dramatisches. Der SC Olching begann den zweiten Durchgang mit zwei neuen Spielern. Das Spielgeschehen verlagerte sich mehr ins Mittelfeld, ohne dass eine erwähnenswerte Gefahr für das Landsberger Tor zustande kam. Der TSV war dagegen bemüht, weiterhin über ein schnelles Flügelspiel die inzwischen besser postierte Olchinger Abwehr zu knacken. Aber manches Zuspiel erfolgte zu ungenau oder wurde durch die Unebenheiten des Spielgeländes beeinflusst.

Gegen Spielende wurde es nochmals hektisch. Landsberg spielte auf der linken Außenbahn einen Konter, bei dem der schnelle Meichelböck den Ball an die Torraumgrenze spielte. Die gegnerische Abwehr klärte zum Eckball. Bei solchen Standards schiebt sich der Kopfballstarke David Anzenhofer stets nach vorne. Die SC-Spieler konnten den ausgeführten Eckball nicht sauber klären, so dass Anzenhofer angespielt werden konnte und dabei aus vielleicht „Abseits-verdächtiger Position“ in der 83. Minute seinen vierten Treffer erzielte. Die SC-Spieler beschwerten sich ohne Erfolg und die Landsberger führten mit 4:0. Bei all dem Durcheinander setzten die Landsberger anschließend schnell noch eins drauf. In der 85. Minute scheiterte Storhas wiederum nach einem schnell vorgetragenen Angriff am Pfosten des Olchinger Tors. Das war´s, denn das Spiel plätscherte dann noch bis zum Ablauf der Nachspielzeit ohne Veränderung aus.

Nach dem Abpfiff bezeichnete Hermann Rietzler, der als Co-Trainer des TSV das Spiel von der Bank aus begleitet, den Sieg als überaus verdient. Als Erfolgsfaktoren nannte er die hohe Einsatzbereitschaft und vor allem das schnelle und schnörkellose Spiel. Dafür hat sich die Mannschaft auch richtig belohnt. Mit Blick auf die bevorstehenden zwei „Englischen Wochen“ für den TSV ist Rietzler zuversichtlich: „Die Jungs wollen Fußball spielen, die haben dabei einen Riesenspaß.“

Wolfgang Klinker

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Marcell Schrötter #23 steigt auf die Crossmaschine um
Landsberg
Marcell Schrötter #23 steigt auf die Crossmaschine um
Marcell Schrötter #23 steigt auf die Crossmaschine um
Ein Trainer-Trio für qualifizierte Nachwuchsarbeit
Landsberg
Ein Trainer-Trio für qualifizierte Nachwuchsarbeit
Ein Trainer-Trio für qualifizierte Nachwuchsarbeit
Zwei Spiele, 21 Gegentore, null Punkte
Landsberg
Zwei Spiele, 21 Gegentore, null Punkte
Zwei Spiele, 21 Gegentore, null Punkte
Triathlet ohne Freiflauf: Virtuell nach Alp d‘Huez
Landsberg
Triathlet ohne Freiflauf: Virtuell nach Alp d‘Huez
Triathlet ohne Freiflauf: Virtuell nach Alp d‘Huez

Kommentare