Jubel in der 92. Minute

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„An ihm werden wir noch sehr viel Freude haben“, sagt TSV-Trainer Sven Kresin über Qendim Begiri.

Landsberg – Der TSV Landsberg bleibt in der Erfolgsspur, wenngleich diesmal Glück auch dabei war: Durch einen (zweifelsfreien) Elfmeter in der 92. Minute gewann man in Sonthofen mit 3:2 und setzte sich zum Ende der Hinrunde endgültig im oberen Tabellendrittel der Fußball-Bayernliga fest. Trainer Sven Kresin war trotzdem nicht rundum zufrieden.

„Das war am Schluss sicher ein glücklicher Sieg“, sagt Kresin. „Wir haben uns in der zweiten Halbzeit in der Druckphase von Sonthofen immer wieder zu weit hinten reindrängen lassen. Das hat mir nicht so gut gefallen, das müssen wir in Zukunft besser machen.“

So kamen die Gastgeber beim Stande von 2:2 zu mehreren hochkarätigen Gelegenheiten, und hatten bereits kurz zuvor die Latte getroffen. Zuvor, vor allem in der ersten Halbzeit, als die Landsberger deutlich aggressiver zu Werke gingen, hatte das noch anders ausgesehen. „Beide Mannschaften waren gut eingestellt und neutra- lisierten sich ein bisschen, da machen es dann eben oft die Standards aus“, so Kresin, der zuvor gesehen hatte, wie seine Truppe durch eine unglückliche Abwehraktion nach einem Freistoß in Rückstand geriet.

Qendim Beqiri – ebenfalls im Nachschuss nach einem Freistoß – stellte dann aber schon in der 19. Minute auf 1:1. Nicht die einzige gute Aktion des 23-Jährigen, den der Trainer auf Nachfrage lobt. „Er hatte einen total blauen Knöchel aus dem letzten Spiel und musste sich diesmal vor der Abwehr auf das Verwalten beschränken, aber auch das hat er gut gemacht.“ Fußballerisch habe der Kosovare „sowieso alles drauf“, so Kresin, „läuferisch ist natürlich noch Luft nach oben. Wenn er erst einmal eine Vorbereitung bei uns mitgemacht hat, werden wir noch sehr viel mehr Freude an ihm haben.“

Weniger Spaß am Spiel hatte in Sonthofen dagegen Maximilian Süli, der kurz nach dem Ausgleichstreffer vom Feld musste. Süli hatte einen Schlag gegen das Becken erhalten und konnte nicht weitermachen, ihn ersetzte Thomas Spannenberger. Damit rutschte der 26-Jährige – eigentlich ein offen­siver Mittelfeldmann – von der „Sechser“-Position, die er zu Saisonbeginn bekleiden musste, nun sogar noch weiter nach hinten und fungierte als rechter Außenverteidiger. „Dafür, dass er das eigentlich nicht kann, hat er es sehr gut gemacht“, sagt sein Trainer, der froh ist, „so einen Spieler auf der Bank zu haben, den du dann mit zwei oder drei Sätzen in eine solche Situation hineinwerfen kannst.“

Kresins Team schien im Allgäu zunächst unbeeindruckt weiterzumachen, zeigte sich abgeklärter als die Gastgeber und ging durch einen abgefälschten Schuss von Fülla nicht unverdient in Führung (55.). Danach legte Sonthofen eine Schippe drauf, der TSV konnte sich plötzlich nicht mehr gezielt befreien. Kresin: „Daran müssen wir noch arbeiten. Wenn man sich auswärts einmal eine Führung erarbeitet hat, oder meinetwegen auch nur einen Punkt mitnehmen kann, wie nach dem 2:2, darf man nicht so sorglos spielen.“

Allerdings zeigte sein Team dann wieder einmal, dass es physisch immer noch zulegen kann. „Wo andere den Ball nach 90 Minuten nur noch rausbolzen können, machen sich bei uns Salemovic, Nuscheler und Zinner eben aus der eigenen Hälfte noch einmal auf den Weg in den Strafraum, wir sind da immer präsent“, sagt der 38-Jährige, der aber einräumt, dass „diese Niederlage für Sonthofen wirklich bitter war“.

Der Schiedsrichter pfiff nach dem 3:2 für den TSV Landsberg erst gar nicht mehr an, die Sonthofener haben damit zum dritten Mal in den letzten vier Ligaspielen durch ein Tor in der Nachspielzeit verloren. „Aber wir wissen alle, dass da schon ein paar Tage später niemand mehr danach fragt, wir haben die drei Zähler mitgenommen, Punkt.“ Damit hat sich Landsberg an Sonthofen vorbei auf Platz fünf der Bayernliga geschoben – damit hatte beim Aufsteiger vor der Saison kaum jemand gerechnet. Kresin: „31 Punkte aus der Vorrunde können sich sehen lassen. Und hinter dem Achten tut sich jetzt schon ein kleines Loch auf.“

Den Blick auf die kommenden schweren Aufgaben verstellt ihm die erfreuliche Tabellensituation aber nicht. Am kommenden Sonntag muss der TSV Landsberg in Hankofen-Hailing antreten (15 Uhr). Der Coach hat eine Vorstellung, was die Gäste dort erwartet: „Das ist eine gute Mannschaft, die haben inzwischen 29 Punkte, bei uns stark gespielt und 0:2 verloren; die wollen mit Sicherheit einiges gut machen.“

Das nächste Heimspiel steht am Sonntag, 2. November, um 14 Uhr gegen die SpVgg Unterhaching II an.

Christoph Kruse

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