Schmachvolle Niederlage

Riverkings nicht mehr in der Spur

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Im Mitteldrittel hütete Alessandro Tripoli den Kasten der Riverkings, konnte aber weitere Buchloer Einschläge nicht verhindern.

Landsberg – Die Riverkings befinden sich im Moment komplett neben der Spur, da wollte (Spieler-)Trainer Alex Wedl nach dem enttäuschenden 2:8 (0:3, 0:5, 2:0) in Buchloe gar nicht drumherum reden. „Wir sind etwas durcheinander, unseren richtigen Weg müssen wir erst wieder finden.“ Durch den klaren Erfolg zogen die Nachbarn in der Bayernliga-Tabelle am HC Landsberg (jetzt 9.) vorbei.

Auch, wenn man sich zwischenzeitlich beim knappen 2:3 beim ungeschlagenen Tabellenführer in Waldkraiburg gut verkauft hatte – im Nachbar- schaftsderby ging dann ziemlich alles schief. Drei Strafen gab es im ersten Drittel, dreimal schlug es prompt hinter Christoph Schedlbauer ein.

Die ohnehin deutliche Verunsicherung bei den Riverkings wurde damit nicht geringer, die Buchloer nutzten das gnadenlos aus und setzten im Mitteldrittel dem ganzen aus ihrer Sicht mit zwei Toren bei Landsberger Überzahl die Krone auf. Spätestens nach diesen zwei „Shorthandern“ waren die Messen gelesen, vier Minuten und ein weiteres Tor später räumte dann Schedlbauer den Kasten zugunsten von Alessandro Tripoli.

Der musste drei weitere Male hinter sich greifen, erst im Schlussabschnitt konnten Rohde und Sturm noch etwas Ergebniskosmetik betreiben. „Da haben wir uns noch einmal zusammengerissen, allerdings muss man auch sagen, dass Buchloe nicht mehr viel getan hat“, weiß Wedl die letzten 20 Minuten richtig einzuschätzen. „Das kann höchstens als guter Anfang für das nächste Spiel dienen. Gerade vor eigenem Publikum sollten wir eine ordentliche Leistung abliefern.“

Lindau kommt

Um am kommenden Freitag gegen den EV Lindau (20 Uhr) mithalten zu können, muss allerdings eine klare Leistungssteigerung gegenüber dem Auftritt in Buchloe her. Zwar gelang es den Riverkings vor über 800 Zuschauern diesmal, ihre Nerven besser im Griff zu behalten und auch von der Strafbank hielt man sich größtenteils fern, dafür gab man sich im Zweikampfverhalten teilweise geradezu verzagt, wie auch Wedl einräumt. „Wir knabbern wohl immer noch an der ,Bombe‘ Peißenberg, das merkt man deutlich.“ Beim Heimspiel war man nach einer wahren Strafzeitenflut mit 1:10 untergegangen.

Der Trainer spricht offen an, dass man im Moment in einem Dilemma steckt. „Spielen wir hart, kassieren wir zu viele Strafen. Spielen wir nicht hart, haben wir gegen die talentier- teren Mannschaften spielerisch keine Chance“, so der 45-Jährige. „In dieser Liga haben viele Teams einen guten Ausländer und auch erfahrene Bayernliga-Spieler.“ Wenn dann – wie jetzt in Buchloe – Stammkräfte ausfallen, „können wir das nur mit ganz jungen Spielern kompensieren, da wird es immer eng.“

Ruhe reinbringen

Deswegen ging Wedl senior im Derby auch wieder selbst aufs Eis, konnte aber auch kaum Struktur ins Spiel bringen – was aber gleichfalls für Routiniers wie Rohde und Dolezal galt, die mit ungewohnten Fehlern auffielen. „Die erfahrenen Spieler müssen in solchen Situationen vorangehen, dann auch einmal einfach spielen, um den Schaden zu begrenzen und Ruhe reinzubringen. Darüber müssen wir sicher in dieser Woche reden“, kündigt der Trainer an. „Es gibt jetzt nur eines für uns: Zusammenhalten und gemeinsam einen Weg finden, wieder zu punkten.“

Ob Alex Wedl selbst gegen Lindau aufs Eis gehen wird, ist auch für ihn nicht zu entscheiden. „Meine Leistung in Buchloe war auch nicht gut, ich hätte eigentlich etwas gutzumachen. Aber ich bin, wie einige andere auch, der Mei­- nung, dass ein Trainer eigentlich schon an die Bande gehört“, lässt er sich einen Einsatz offen. „Manchmal geht’s nicht anders, man muss von Fall zu Fall entscheiden, was der Mannschaft mehr hilft.“

Für einen Rückzug auf die Bank spricht, dass in Tobi Wedl und Schmelcher zwei Verteidiger ins Team zurückkehren. Hinter dem Einsatz von Michael Fischer steht dagegen noch ein Fragezeichen. Der Außenstürmer konnte zwar inzwischen die Antibiotika absetzen, laboriert jetzt aber an einer Schulterverletzung. Bis zum Freitagsspiel hofft der Coach außerdem, dass er eine ordentliche Trainingsbeteiligung vorfindet. „Es ist keine Frage, Beruf oder Studium gehen letztendlich immer vor“, weiß Wedl, der aber dennoch viele Spieler braucht, um Über- und Unterzahl trainieren zu können. „Da müssen wir uns das Quäntchen Glück wieder erarbeiten, das uns in diesen Situationen in den letzten Spielen gefehlt hat.“

Rhythmus verloren

Dass es jetzt bis kurz vor Weihnachten im gewohnten Rhythmus mit zwei Spielen pro Wochenende weitergeht, sieht der Riverkings-Coach positiv. „Es war kein Vorteil, dass wir am Freitag spielfrei hatten. Wir haben den Rhythmus verloren, hatten in Buchloe richtig schwere Beine und sind nicht ins Laufen gekommen.“

Dass es gegen Lindau ebenfalls schwer werden wird, weiß HCL-Coach Alex Wedl natürlich auch. „Die guten Mannschaften fangen sich inzwischen alle. Unser Ziel kann gegen sie nur sein, hart zu spielen, aber von der Strafbank möglichst wegzubleiben. Das ist kein einfacher Weg, aber wir werden alles versuchen und hoffen, dass uns die Zuschauer dabei weiterhin unterstützen.“

Christoph Kruse

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