Reanimation oder Abgang?

Direkter Abstiegsplatz: Patient TSV Landsberg befindet sich in kritischem Zustand

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Der TSV Landsberg hat am Wochenende gegen Schwabmünchen mit 0:3 verloren. Für den Klassenerhalt wird es jetzt langsam wirklich eng.
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Der TSV Landsberg hat am Wochenende gegen Schwabmünchen mit 0:3 verloren. Für den Klassenerhalt wird es jetzt langsam wirklich eng.
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Der TSV Landsberg hat am Wochenende gegen Schwabmünchen mit 0:3 verloren. Für den Klassenerhalt wird es jetzt langsam wirklich eng.

Landsberg – Reichlich Relegations-Erfahrung hat der TSV Landsberg schon in den beiden vergangenen Jahren gesammelt. Doch in die Waagschale werfen können die Lech-Kicker diese in der laufenden Saison womöglich nicht. Denn nach zwei neuerlichen Niederlagen – 4:2 in Wolfratshausen und 0:3 zuhause gegen Schwabmünchen – fällt die Mannschaft von Trainer Guido Kandziora auf einen direkten Abstiegsplatz zurück. Statt weiter den vorzeitigen Klassenerhalt anzupeilen, gilt es spätestens jetzt, sich nicht als eines der zwei letzten Teams der Tabelle in die Landesliga zu verabschieden. Die lange gescheute Extrarunde muss nun als das angestrebte Minimalziel dienen.

Hat der TSV seine Lebensgeister im Abstiegskampf in den vergangenen Spielzeiten überstrapaziert? Derzeit sieht es so aus. Denn während Landsberg in bisweilen zombie-ähnlicher Manier dem womöglich schmerzhaften Saison-Finish entgegen taumelt, erweist sich die teilweise schon abgeschriebene Konkurrenz rechtzeitig zum Zieleinlauf als putzmunter. Beleg dafür: Kirchanschöring mit einem 4:1 gegen Schwaben Augsburg oder Traunstein mit zwölf Punkten aus den letzten sechs Partien. Selbst Schlusslicht Kornburg setzt mit einer Siegesserie – die letzten drei Spiele wurden allesamt gewonnen – den Blinker hinter dem lahmen Landsberger TSV.

„Wenn fast kein Ball beim Mitspieler ankommt, du keine einzige zwingende Torchance generierst, dann ist das für diese Liga einfach nicht gut genug“, ging Abteilungsleitungs-Mitglied Andreas Jörg, der sein Amt zum Saisonende niederlegt, nach dem Schwabmünchen-Spiel mit der Mannschaft ins Gericht. Bestes Beispiel dafür: Beim Stand von 0:1 servierte Kapitän Philipp Siegwart den Ball David Mihajlovic einschussfertig, doch der Winterneuzugang vergab die Großchance zum Ausgleich aus wenigen Metern (37.). „Wir hatten mehr Qualität“, stellte dann auch Gäste-Coach Paolo Maiolo fest.

Sein Team war im Derby nach einer knappen halben Stunde in Führung gegangen, Landsbergs Hintermannschaft hatte Turgay Karvar mit zu viel Raum gewähren lassen. „Ein kapitaler Fehler von uns“, ärgert sich Kandziora, um dieselben Vokabeln im Zusammenhang mit den beiden darauffolgenden Gegentoren gleich nochmal zu bemühen: Dominik Schön, mangels Alternativen in der Innenverteidigung statt auf seiner angestammten Position im Mittelfeld aufgeboten, hatte mit einem Ballverlust unfreiwillig den Weg bereitet, als Marcel Leib auf 0:2 stellte (55.).

Leib war es auch, der die letzten unverzagt-optimistischen Landsberger Fans unter den immerhin 580 Zuschauern endgültig resignieren ließ. Mit seinem fünften Tor in den vergangenen drei Spielen bersorgte der 21-Jährige am Ende einer zackig vorgetragenen Kombination den 0:3-Endstand.

Es war diese in vereinzelten Szenen aufblitzende und in der Bayernliga wohl vorauszusetzende Genauigkeit, die die beiden TSVs an diesem Tag voneinander unterschied. Wobei sich die Landsberger eben auch besorgniserregende Fehler im Verhalten gegen Ball und Gegenspieler leisteten.

„Keine Gegenwehr“, schimpft Jörg. „Wir haben es dem Gegner zu einfach gemacht“, bemängelt Kandziora, der streckenweise die im Abstiegskampf notwendige Einstellung vermisste. „Man kann gegen Schwabmünchen verlieren, das ‚Wie‘ hat mir aber überhaupt nicht gefallen.“ Vielleicht hing seinen Schützlingen auch das Spiel vom Mittwoch zuvor in Wolfratshausen noch nach.

Mehrfach hatte dort Schiedsrichter Stefan Klerner den Unmut des TSV auf sich gezogen. Drei Elfmeter verhängte der Unparteiische, zwei zum Nachteil der Kandziora-Elf.

Ebenfalls dreimal schickte er Spieler vorzeitig zum Duschen: Mihajlovic (85.) holte sich wegen Meckerns eine vermeidbare Ampelkarte ab, Sebastian Nichelmann (27.) und Julian Birkner (89.) sahen jeweils glatt den roten Karton. Ersterer hatte vor dem 2:0 den Arm verwendet, um einen Wolfratshausener Schuss abzuwehren und damit einen Strafstoß verursacht, zweiterer war in der Schlussphase seinem Gegenspieler Chafi Gobitaka in die Beine gerauscht.

Schon beim 1:0 stand der Referee im Blickpunkt, denn das Im-Netz-Zappeln des Balles fiel kurios aus: Ob und welche Rolle ein Loch in den Maschen spielte, darüber herrschte große Uneinigkeit (18.). „Mysteriös“, findet Kandziora noch immer, das Schiedsrichter-Gespann gab den Treffer aber. Zwar berappelte sich der TSV selbst nach dem 2:0, kam in Unterzahl durch einen verwandelten Schön-Elfer (39.) und einen Kopfball von Alexander Buschel (65.) sogar zum Ausgleich.

„Da muss ich die Mannschaft loben“, so der Coach. Doch der dritte Elfmeter, verwandelt von Angelo Hauk (69.), dem ebenfalls ein strittiger Pfiff vorangegangen war, und das 4:2 durch Vincenzo Potenza (78.) sowie die Undiszipliniertheiten Mihajlovics und Birkners kosteten alle Hoffnungen.

„Noch ist nix verloren“, gibt sich Kandziora vier Spiele vor Ende der regulären Saison kämpferisch. Zur Not müsse der Klassenerhalt eben erneut über die Relegation gemeistert werden. Doch auch dafür braucht es jetzt dringend Punkte, durch die zwei neuerlichen Pleiten rutscht Landsberg auf den vorletzten Tabellenplatz ab.

Die aktuelle Lage ist prekär. „Ich appelliere an jeden, jetzt nochmal alles rauszuholen“, so Kandziora, der sein Team bis zum Heimspiel am Samstag um 14 Uhr im 3C-Sportpark in Landsberg schnellstens reanimiert bekommen muss. „Sonthofen ist kampf- und spielstark und braucht auch noch seine Punkte“, weiß der Landsberger Coach. „Einstellung und Mentalität müssen jetzt einfach stimmen, wir dürfen nichts unversucht lassen.“

Rasso Schorer

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