Saisonstart im November

HC Landsberg Riverkings: Die nächsten Wochen erfordern nicht nur sportliche Testläufe

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Schatzmeister Stefan Schindler, Präsident Frank Kurz und Pressesprecher Joachim Simon (von links) gehen alle Unwägbarkeiten positiv an.

Landsberg – Endlich gibt es einen verbindlichen Termin für den Saisonstart der Oberliga Süd: Ab 6. November geht es los und die 13 Teams spielen um die Plätze. Während andere Mannschaften bereits fleißig auf dem Eis testen, begnügen sich die Riverkings noch mit Training. Erst ab dem 9. Oktober soll es Vorbereitungsspiele geben. Dabei wird allerdings nicht nur der Leistungsstand der Cracks überprüft, sondern es geht um viel mehr: von der Videowand bis zum Corona-Hygiene-Konzept.

Noch gibt es keinen Spielplan, aber immerhin haben die Verantwortlichen des HC Landsberg die Gewissheit, dass bald wieder gespielt wird. Und das vor Zuschauern. Zu 20 Prozent darf der „Hungerbachdome“ ausgelastet werden, was etwas mehr als 500 Gäste auf den Tribünen bedeutet. Schatzmeister Stefan Schindler erklärt, dass der Vorverkauf der Dauerkarten in rund zwei Wochen starten wird. Er rät dringend zum Kauf einer solchen, denn der Zutritt zum Stadion wird begrenzt sein. Preise und Procedere werden in den nächsten Tagen verkündet.

Die Zuschauerränge werden voraussichtlich in drei Sektoren unterteilt, wie Pressesprecher Joachim Simon im Gespräch mit dem KREISBOTEN erklärte. Jeder Sektor soll seinen eigenen Zu- und Ausgang sowie eigenes Catering haben. Um die Maskenpflicht werde man nicht herumkommen und Gästefans werden keinen Zutritt haben. Stadionpersonal und Ordner werden die Testspiele nutzen, um auch das erarbeitete Hygiene-Konzept auf Herz und Nieren zu prüfen. Zwar gab es schon erste Tests der Liveübertragungen mit dem Partner Sprade TV, aber auch hier müssen sich die Kamerateams und Kommentatoren weitere Praxis aneignen, um bei Saisonstart einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Genauere Infos über Abos und Preise finden sich im Internet unter www.sprade.tv. Die nagelneue Videowand hängt derweil noch nicht in der Halle, sondern beim Zoll. Es könne sich aber nur noch um Tage handeln, bis das gute Stück in der Halle angebracht werden könne, versichert Präsident Frank Kurz.

Gute Nachrichten kann Kurz auch in finanzieller Hinsicht vermelden, denn der HC Landsberg wird Geld aus dem Hilfs- und Überbrückungsprogramm der Bundesregierung bekommen. 200 Millionen Euro stehen zur Verfügung, deren Verteilung ist allerdings noch nicht final geregelt, wie der Präsident erklärt: „Erst einmal sind wir froh, dass wir überhaupt mit dabei sind. Nun müssen wir noch die Anträge ausfüllen. Als Beispielrechnung kann man ungefähr sagen: Wenn uns durch die Pandemie-Maßnahmen 500 Zuschauer pro Spiel fehlen, dann werden 80 Prozent der fehlenden Einnahmen aus eben jenem Topf ersetzt. Dieses Geld wird uns sicherlich helfen.“

Weitere Einnahmen werden sich aus dem Catering ergeben, das nicht mehr in der Hand der mittlerweile geschlossenen Sportgaststätte liegt, sondern von den Riverkings in Eigenregie gestemmt wird. Von nun an fließt also das Geld für Bratwürste und alkoholfreies Bier in die Kasse des Vereins. Ob es wieder die Verpflegung der VIP-Gäste im „Kingsroom“ geben wird, steht derweil noch in den Sternen.

Vier Verpflichtungen gab der HC Landsberg bisher bekannt und dabei soll es auch bleiben. Präsident Kurz: „Die Kaderplanung ist eigentlich abgeschlossen, wenn in der Vorbereitung nicht noch Verletzungen auftreten. Letztes Jahr hat es uns dabei ja sehr übel erwischt. Ansonsten gehen wir den Weg mit jungen und hungrigen Spielern weiter. Ich kann versichern, dass die Mannschaft in jedem Spiel 120 Prozent geben wird. Wir wollen beweisen, dass wir in der Oberliga mithalten können.“

Patrik-Oliver Rypar (23 Jahre/Höchstadt Alligators) wird neben US-Boy und Kontingentspieler Hayden Trupp (28/EHC Königsbrunn) die Sturmreihen verstärken. Maximilian Welz (21) und Philipp Keil (22) kommen beide vom ECDC Memmingen und werden in der Abwehr hauptsächlich versuchen, Tore zu verhindern. Mit Daniel Menge und Sven Currmann verlassen zwei Routiniers den Verein. Außerdem suchen Robin Mack und Petr Machacek andere Herausforderungen. Darüber, dass sich mit Anton Hanke, Maximilian Merkel und Florian Bayer drei Nachwuchsspieler dem Bayernligisten EHC Königsbrunn anschließen, knirschen die Verantwortlichen der Riverkings ein wenig mit den Zähnen. „Wir hatten uns das anders vorgestellt und auch Gespräche mit Königsbrunn geführt. Aber gut, wenn die Spieler und der Verein das so wollen – wir können es nicht ändern“, sagt Präsident Kurz und wischt das Thema energisch vom Tisch.

Es gibt wahrlich andere Baustellen, an denen sich die Mitarbeiter der Riverkings in den nächsten Wochen abarbeiten können. Die Momentaufnahme zeigt ein gutes Bild. Aber das kann sich in den nächsten Wochen auch wieder gehörig ändern. Die Entwicklung der Infektionszahlen in Bayern hängt wie ein Damoklesschwert über dem Eis der Riverkings.

Dietrich Limper

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