Fit für die Bayernliga

Landsbergs TSV-Kicker rüsten auf

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Das Trikot des TSV Landsberg steht den fünf Neuzugängen schon mal sehr gut. Von links: Toni Yildirim (Sportlicher Leiter), Daniel Neuhaus, Manuel Detmar, Dominik Zinner, Philipp Siegwart, Thomas Spannenberger und Trainer Sven Kresin.

Landsberg – Die Saison der TSV-Fußballer in der Lechstadt war gerade einmal drei Tage abgeschlossen, da trocknete auch schon die Tinte auf fünf neuen Verträgen. Toni Yildirim (Sportliche Leitung) und Trainer Sven Kresin präsentierten in der vergangenen Woche die Zugänge und gaben die Marschrichtung für die kommende Saison vor.

Dann gehört man nach dem Aufstieg in die Bayernliga Süd nach vielen Jahren auch fußballerisch wieder zu Oberbayern – und das Ziel ist eindeutig: „Klassenerhalt, ganz klar“, sagt Kresin. „Und auf dem Weg dahin gibt es Siege und ab und zu auch mal dreckige Siege.“ Wen man für die kommende Spielzeit nach Landsberg geholt hat, lässt allerdings aufhorchen. „Bei einigen war die Verpflichtung leichter, bei anderen schon ein härteres Stück Arbeit und hat auch lange Zeit gedauert“, räumt Yildirim ein.

Philipp Siegwart ist einer von denen, an denen er schon seit zwei Jahren „dran“ war, jetzt hat der 24-Jährige, der eigentlich beim TSV Mindelheim zum Inventar gehörte, in Landsberg angeheuert. „Wenn ich höherklassig spielen will, ist jetzt das Alter gekommen, in dem ich es ausprobieren sollte“, sagt der Angreifer, der bei seinen Stärken unter anderem „auch ein paar Tore“ angibt. Das ist zuviel der Bescheidenheit: Siegwart ist seit Jahren die eingebaute Treffergarantie in Mindelheim, in der abgelaufenen Saison netzte er wieder 24 Mal ein.

In der Offensive hat auch Dominik Zinner seine Stärken, er war in Thannhausen zweitbester Torjäger und bringt von dort Verteidiger Philipp Englich mit, mit dem er von Kaufering zu den Schwaben gewechselt war. Zinner: „Für mich war der Aufwand zum Schluss einfach zu hoch, ich wollte wieder heimatnäher spielen.“ Aus früheren Jahren hat er mit Heiland und Sanktjohanser bekannte Mitspieler, auch mit Siegwart hat er schon im Nachwuchs in Kaufbeuren gespielt.

Seine „Chance in der Bayernliga nützen“ will auch Thomas Spannenberger, der als Germaringer Urgestein gezählt werden darf. Der quirlige Angreifer trifft ebenfalls regelmäßig, in der Bezirksliga Süd war er diesmal immerhin für zehn Treffer verantwortlich.

Während die genannten Spieler im „besten Fußballer-Alter“ sind, hat man in Daniel Neuhaus (21) und Manuel Detmar (19) auch zwei Nachwuchskräfte aus Kaufering an Bord geholt. Ihr neuer Trainer betont: „Sie haben Talent, müssen sich aber erst beweisen. Der Sprung in die erste Mannschaft ist für sie aber genauso weit wie für alle anderen. Sind sie besser, spielen sie.“ Detmar, Sohn des Landsberger Co-Trainers und ehemaligen TSV-Spielers Christian Detmar, ist sich bewusst, „dass das nicht einfach wird, aber ich werde mich auf jeden Fall voll reinhängen.“ Bei der Entscheidung für den Wechsel habe der Vater zwar „überhaupt nicht reingeredet“, aber „ich weiß, dass er sich freut, wenn ich jetzt für den TSV spiele.“

Druck wächst

Mit den fünf Neuen (ein weiterer Abwehrspieler kommt eventuell in den nächsten Wochen noch dazu) wächst der Druck auf die etablierten Kräfte, zumal man nicht vorhat, auf bisherige Spieler zu verzichten. „Vielleicht geht es bei dem einen oder anderen aus beruflichen Gründen nicht mehr, aber eigentlich wollen wir den Kader nicht ausdünnen. Zum Ende der Saison haben wir gesehen, dass es schon ganz schön eng wurde und unser Trainer plötzlich wieder eingreifen musste“, so Yildirim.

Mit den Neuverpflichtungen, die er zusammen mit Kresin geholt hat, geht er weiter den Weg, talentierte Spieler aus unteren Ligen nach Landsberg zu holen und achtet dabei weiterhin auf seine wichtigsten Punkte: „Sie müssen ins Team passen und charakterlich in Ordnung sein. Außerdem bin ich froh, dass sie alle variabel einsetzbar sind.“ Kresin unterstützt diesen Kurs, obwohl sich inzwischen etliche namhafte Spieler angeboten hatten. „Alle, die wir verpflichtet haben, haben eine ordentliche fußballerische Ausbildung. Und wir holen keinen Drittligaspieler mehr, das haben wir einmal gemacht, aus diesen Erfahrungen haben wir unsere Lehren gezogen.“

Was mit dieser Mannschaft in der Bayernliga angesagt ist, weiß der Trainer auch schon – zumindest, wenn sie seine Vorstellungen umsetzt. „Unser Fokus wird wieder darauf liegen, den Gegner früh zu stören, den Ball zu holen und dann unsere Qualitäten auszuspielen. Dabei werden die Spieler an ihre Grenzen und manchmal darüber hinaus gehen müssen“, warnt er seine Neuzugänge gleich einmal vor.

Allerdings wird wegen des engen Rahmenterminkalenders die Vorbereitung stark eingeschränkt. Schon am 11. Juni beginnt das Training wieder, da ist wenig Luft: „Einige spielen bis 5. Juni noch Relegation. Die müssen wir rausnehmen und ein eigenes Training für sie machen, damit sie nicht im September plötzlich in ein Loch fallen.“

Genau dann dürfte nämlich nach Einschätzung des Trainers eine entscheidende Phase anstehen. „Wir wollen weiterhin immer Gas geben können, wenn wir aufs Feld kommen. Ideal wäre jetzt, die Aufstiegs­euphorie mitzunehmen und vor der langen Winterpause so schnell wie möglich viele Punkte zu holen, damit wir gar nicht erst nach unten schauen müssen.“ Wie man das erfolgreich praktiziert, hat die Truppe in der abgelaufenen Saison bekanntlich sehr eindrucksvoll demonstriert.

Christoph Kruse

Die sechs Neuen des TSV Landsberg

Die bisherigen Neuzugänge für die Fußball-Bayernliga-Süd im Überblick:

Philipp Englich (23) Kommt von: TSG Thannhausen (Landesliga Südwest) Position: Abwehr Fehlte bei der Vorstellung noch

Thomas Spannenberger (26) Kommt von: SVO Germaringen (Bezirksliga Schwaben Süd) Position: Mittelfeld Stärken: "Schnelligkeit und Dribbelstärke"

Daniel Neuhaus (21) Kommt von: VfL Kaufering (Kreisliga Augsburg) Position: Mittelfeld Stärken: "Technik, Übersicht, Spiel eins gegen eins"

Dominik Zinner (25) Kommt von: TSG Thannhausen (Landesliga Südwest) Position: Angriff Stärken: "Schnelligkeit, Ausdauer, Torgefahr"

Philipp Siegwart (24) Kommt von: TSV Mindelheim (Bezirksliga Schwaben Süd) Position: Angriff Stärken: "Schnelligkeit, Ausdauer und ein paar Tore"

Manuel Detmar (19) Kommt von: VfL Kaufering (Kreisliga Augsburg) Position: Angriff Stärken: "Einsatz, Schnelligkeit, technische Stärke".

Die Vorbereitung

Nach der Saison ist vor der Saison, das umfangreiche Vorbereitungsprogramm beim TSV Landsberg steht:

Mi., 11. Juni: Trainingsauftakt

Sa., 14. Juni: TSV Ottobeuren (Auswärts)

Mi., 18. Juni: SC Oberweikertshofen (Hacker-Sportpark, 18 Uhr)

Sa., 21. Juni: FV Illertissen (H, 16 Uhr)

Mi., 25. Juni: SV Planegg (A)

So., 29. Juni: SV Mering, (H, 15 Uhr)

Mi., 2. Juli: TSV Kottern (H, 19 Uhr)

So., 5. Juli: TSV Mindelheim (A)

Sa., 12. Juli: 1. Punktspiel Bayernliga Süd

Mo., 14., bis So., 21. Juli: Landkreis-Meisterschaft

Mi., 16. Juli: Freundschaftsspiel 150 Jahre VfL Denklingen (A)

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