Unterirdische zweite Hälfte

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Wie auch schon im Spiel gegen Rosenheim, war Lukas Klocker (rechts) in der Partie gegen Leitershofen wieder einer der Topscorer für die DJK Landsberg.

Landsberg – Es ist noch gar nicht so lange her, da sorgten die Duelle zwischen der DJK Landsberg und der BG Leitershofen regelmäßig für vollbesetzte Hallen. Kein Wun-der, zählten doch beide Mannschaften meist zum Favoritenkreis.

In diesem Jahr dürften dagegen die wenigsten Experten eine Partie auf Augenhöhe erwartet haben. Zu konträr war der bisherige Saisonverlauf beider Teams vor dem sonntäglichen Aufeinandertreffen in Leitershofen. Nur phasenweise vermochten die achtplatzierten Gäste denn auch den Tabellenzweiten zu ärgern. 65:55 (41:27) hieß es am Ende für die Landsberger, die sich mit dem Sieg für die erste Saisonniederlage eine Woche zuvor rehabilitierten.

Die wenigen Zuschauer, die erschienen waren, um Leitershofen 2 anzufeuern, dürften bereits nach wenigen Minuten mit dem Gedanken gespielt haben, die Halle fluchtartig zu verlassen. Denn was sie bis dahin auf dem Feld von ihrer Mannschaft hatten zu sehen bekommen, war alles andere als eine herausragende Darbietung. Vielmehr wirkten die jungen Spieler, als würden sie gegen einen Bundesligisten spielen und nicht gegen den Tabellenzweiten der eigenen Liga. Binnen weniger Minuten hatten die Landsberger Ball um Ball aus den Händen der verdutzten Gastgeber geklaut und in unerhörter Geschwindigkeit im gegnerischen Korb versenkt. 11:0 hieß es da bereits, doch die Landsberger schalteten auch danach nicht runter, sondern erhöhten den Vorsprung bis zum Ende des ersten Durchgangs auf 26:11.

Besonders Kastriot Berisha und Lukas Klocker, am Ende mit 15 und 17 Zählern Topscorer der Partie, nutzten die vielen Freiräume gnadenlos aus. „Wir haben angefangen, wie wir uns das vorgenommen hatten“, sagte DJK-Trainer Roman Gese nach der Partie. Die Niederlage vor einer Woche gegen Rosenheim, als die DJK spielerisch nicht überzeugt hatte, schien vergessen. Doch dann kam das zweite Viertel und Geses Laune bekam den ersten Dämpfer. Weil die Seinen das Tempo herausnahmen und sich die ein oder andere Nachlässigkeit erlaubten, fanden die Gastgeber besser ins Spiel. Zwar schafften sie es nicht, den Rückstand zu verkürzen, gestalteten das Viertel aber immerhin ausgeglichen.

Was dann in der zweiten Hälfte passierte, verdarb die Laune des Landsberger Trainers allerdings endgültig. Ganze 24 Punkte in 20 Minuten brachte sein Team zustande und reihte phasenweise derart viele Ballverluste aneinander, dass Gese manchmal nur noch fassungslos mit dem Kopf schütteln konnte. „Das war unterirdisch, was wir in der zweiten Hälfte gespielt haben“, schimpfte er. Wären die Leitershofener vor allem im Schlussabschnitt nicht ebenfalls fahrlässig mit ihren Chancen umgegangen, die Partie hätte durchaus noch ein böses Ende für die Landsberger nehmen können. Doch die erfahreneren Gäste retteten ihren Vorsprung schlussendlich über die Zeit.

Am kommenden Samstag sollten sich die Landsberger ähnliche Schludrigkeiten nicht erlauben. Zwar geht es im eigenen Sportzentrum gegen München Basket 2 ebenfalls gegen einen Gegner aus der unteren Tabellenhälfte, doch die Münchner gelten als eingespielte, erfahrene Mannschaft, die immer für eine Überraschung gut ist. chpe

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