Gemeinsames Ziel

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Optimistisch für die Zukunft des HCL: Vorstand Markus Haschka

Landsberg – In gewohnter Ruhe brachte der HC Landsberg seine Mitgliederversammlung über die Bühne. Die Beschlüsse, darunter die Genehmigung des Etats und Entlastung des Vorstandes, fielen einstimmig, nach 45 Minuten war alles vorbei. Dabei war der Inhalt der Tagesordnung durchaus spannend.

Der Verein wächst weiter, verstärkt nochmals den Aufwand in der Nachwuchsförderung und wendet sich auch mit den Senioren deutlich dem höherklassigen Eishockey zu. „Von der Freunde-Connection, mit der wir einmal angefangen haben, ist im Kader praktisch keiner mehr übrig“, so Vorstand Markus Haschka. „Wir wissen, wo wir jetzt hin wollen und müssen. Das ist die Bayernliga und wir sind überzeugt, dass wir das schaffen, vor allem auch mit eigenen jungen Spielern.“

Dass diese richtungsweisende Entscheidung notwendig werden würde, hatte sich schon in der zweiten Hälfte der abgelaufenen Saison abgezeichnet. Haschka: „Sportlich war das Kalenderjahr 2012 völlig in Ordnung, 2013 war dann mehr als schwierig.“ Zwar sei man nach der Niederlagenserie noch mit einem blauen Auge davongekommen, „aber es ist bekannt, dass wir massiv etwas ändern wollten und das tun wir jetzt.“

Dazu muss man jetzt auch erneut mehr Geld in die Hand nehmen. Auf insgesamt gut 60000 Euro summieren sich künftig die Personalkosten, davon geht erstmals auch ein Teil an die erste Mannschaft. Dass dabei nicht etwa Alex Wedl einen Reibach macht, stellte der neue Trainer gleich selbst klar: „Ich bekomme die gleiche Aufwandsentschädigung für meine Tätigkeit im Nachwuchs wie im letzten Jahr und investiere dieses Jahr noch mehr, weil ich zwei Mannschaften gleichzeitig trainiere“, so Wedl. „Die Zeiten, in denen ich mein Geld mit Eishockey verdient habe, sind sowieso lange vorbei.“

Wo das Geld künftig hingehen wird, verdeutlichte Markus Haschka. „Nur mit Spaß geht es nicht in Richtung Bayernliga, das ist allen klar. Gehälter gibt es bei uns weiterhin nicht zu verdienen, das ist finanziell gar nicht drin. Aber für den einen oder anderen Spieler werden wir zumindest einen Fahrtkostenzuschuss oder auch einmal einen Schläger zahlen müssen.“ Leisten dürfte man sich das können, da man auch im vergangenen Jahr solide gewirtschaftet hat. Zwar blieb man bei den Sponsorengeldern erneut um rund 27000 Euro hinter den Erwartungen zurück, konnte das aber durch Mehreinnahmen an anderer Stelle ausgleichen.

Haschka kündigte vor den Mitgliedern an, dass man eben diese Sponsorenwerbung jetzt professionalisiert und an einen externen Dienstleister vergeben habe. Dieser habe bereits jetzt feste Zusagen über rund 50000 Euro erhalten, insgesamt kalkuliert man für die kommende Saison mit 90000 Euro Einnahmen aus der Wirtschaft. Damit steigt der Gesamtetat auf den neuen Vereinsrekord von 173000 Euro (74000 für die erste Mannschaft, 89000 für den Nachwuchs) – begonnen hatte man vor viereinhalb Jahren als Spaßprojekt mit rund 20000 Euro.

Was sich seitdem im Landsberger Eishockey verändert hat und noch verändern muss, verdeutlichte auf der Versammlung der neue Jugendleiter Thomas Blaschta. Für 119 Nachwuchsspieler in sechs Mannschaften habe man fünf Trainer und zwei Co-Trainer. „Das ist auf Dauer viel zu wenig, die Belastung ist immens.“ Die Zukunft des Landsberger Eishockeys sei nur mit hochqualifiziertem Personal sicherzustellen, deshalb wird der HCL im kommenden Jahr verstärkt auch in die Traineraus- und -weiterbildung investieren.

Auch bei den Nachwuchsmannschaften selbst gibt es viel zu tun. Während man bei den Junioren glänzend dasteht, hat man bei den Knaben nur 13 Spieler zur Verfügung, bei den Bambinis 25. „Das klingt viel“, so Blaschta, „aber das verteilt sich auf vier Jahrgänge, wir bräuchten insgesamt mindestens 40.“ Als Problem haben sich dabei unter anderem die frühen Eiszeiten herausgestellt, die mit den modernen Stundenplänen nicht mehr zusammenpassen. Der HCL ist deshalb bereits an Schulen herangetreten. „Wir wollen in Landsberg wieder mehr Kinder aufs Eis holen“, so Blaschta, „unser gemeinsames Ziel ist, dass wir alle Nachwuchsmannschaften in die höchsten Spielklassen bringen.“

Dass dies zumindest nicht an den Finanzen scheitern wird, machte Vorstand Haschka mit einem beruhigenden Blick in die Bücher und auf das Konto klar. „Wir haben uns von Anfang an auf keine Abenteuer eingelassen und tun das auch weiterhin nicht, dafür sind wir nicht zu haben.“ Der aktuelle Kassenstand: „Über 63000 Euro plus.“

Christoph Kruse

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