Raus aus dem Tabellenkeller:

Über dem Strich

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Endlich wieder ein Grund zum Jubeln für Coach Uwe Zenkner und die TSV-Fußballer: Ein 2:1-Sieg gegen Regensburg lässt sie Abstiegs- und Relegationsplatz verlassen.

Landsberg – Bekommen die Fußballer des TSV Landsberg tatsächlich noch rechtzeitig die Kurve? Erstmals seit dem 19. Spieltag rangieren die Lech-Kicker nach einem 2:1-Heimerfolg gegen die Reserve von Jahn Regensburg nicht mehr auf einem Abstiegs- oder Relegationsplatz; vier Partien stehen in Bayernliga noch aus. Inwiefern der zuletzt starke Andreas Fülla dabei mitwirken kann, ist nach seinem Platzverweis vom Samstag fraglich.

Nur vier Minuten lang lag der TSV Landsberg gegen Regensburg hinten, dann glich ­Philipp Siegwart aus. „Es ist immer wahnsinnig wichtig, nicht lange einem Rückstand hinterherrennen zu müssen“, beschreibt TSV-Trainer Uwe Zenkner den Stellenwert des Treffers in der 20. Minute. „So kann man die Energie anderweitig einsetzen und mit Selbstvertrauen weiterarbeiten.“ Der umtriebige Andreas Fülla war es, der Siegwart mit einem überlegten Pass freigespielt hatte. Landsbergs Kapitän visierte das lange Eck an und schloss routiniert ab.

Schon zuvor waren die Hausherren immer wieder zum ein oder anderen vielversprechenden Konter ausgeschwärmt, doch über das erste Tor der Partie jubelten die Gäste aus Regensburg. Bei einem Jahn-Eckstoß geriet der Landsberger Klärungsversuch zu kurz, Andreas Jünger zog aus 20 Metern zentraler Position ab. Keine Chance für TSV-Schlussmann Philipp Beigl, der den auch noch abgefälschten Ball passieren lassen musste (16.).

Doch der TSV blieb am Drücker. „Es war ein intensives Spiel, in dem wir uns Vorteile erarbeitet und wenig zugelassen haben“, lobt Zenkner die Leistung seiner Schützlinge, die in der 66. Minute folgerichtig in Führung gingen. Fülla trat einen Freistoß von der linken Seite in den Strafraum, am langen Pfosten kam Julian Birkner zum Kopfball, 2:1. Die zweite Vorlage Füllas, für den die Partie zehn Minuten später aber vorzeitig gelaufen war.

„Das ist ein großer Wermutstropfen, der uns sicher noch wehtun wird“, bedauert Zenkner die rote Karte seines Leistungsträgers. „Er setzt im Eifer des Gefechts zum Tackling an, kommt seitlich von hinten und zieht dabei den Fuß nach“, beschreibt der TSV-Coach die Szene, die Referee Michael Hofbauer mit einem Platzverweis ahndete. „Das war sicher keine böse Absicht, die Entscheidung des Schiedsrichters ist aber absolut nachvollziehbar.“

Landsberg agierte fortan in Unterzahl, hielt die Gegner, die gänzlich ohne Verstärkung aus ihrer Drittliga-Mannschaft angetreten waren, aber weitgehend in Schach. Nur einmal mussten die 310 Zuschauer im 3C-Sportpark um den Heimsieg des TSV bangen: Wie schon beim 0:1 schaffte es die Landsberger Hintermannschaft nicht, entscheidend zu klären. Ein Regensburger Abschluss knallte an die Latte, von wo aus der Ball wieder unmittelbar vor dem Tor landete. „Erst geht überhaupt keiner hin“, beschreibt Zenkner die bangen Augenblicke, „dann hauen wir das Ding endlich weg“. Aufatmen am Spielfeld­rand und auf der Tribüne. Erst recht, als der Unparteiische die Partie abpfeift.

Mit dem 2:1-Heimerfolg gegen einen unmittelbaren Konkurrenten verlässt der TSV Landsberg erstmals seit dem 19. Spieltag wieder die Relegations- und Abstiegsränge. Die Lech-Fußballer sind plötzlich wieder Gejagter statt Jäger. „In unserem Kopf spielt das aber keine Rolle“, beschreibt Zenkner das Gefühlsleben seiner Mannschaft. Die Lage sei unverändert brenzlig. „Mit einer Niederlage stehst du wieder ganz hinten drin.“

Und tatsächlich: Im hinteren Tabellendrittel drängen sich einige Vereine dicht an dicht, es bleibt wohl bis zum Schluss spannend. Vier Partien haben die Landsberger noch vor der Brust: Während Schwabmünchen, dem man beim nächsten Heimspiel am 6. Mai gegenüber steht, bereits sicher für die nächste Bayernligasaison planen kann, stecken Hankofen-Hailing (auswärts am kommenden Samstag, 29. April), Ismaning (auswärts am 13. Mai) und Wolfratshausen (zuhause am 20. Mai) noch mitten drin im Abstiegskampf. Vor allem bei Hankofen-Hailing erwartet Zenkner ein regelrechtes Hauen und Stechen: „Das wird ein Abziehbild des Bogen-Spiels“, ist sich der Coach sicher. „Die niederbayerische Härte ist bekannt, wir stellen uns auf einen echten Abnutzungskampf ein.“ Geduld und Disziplin gäben am Ende den Ausschlag darüber, welches der beiden Kellerkinder den nächsten großen Schritt im Rennen um den Klassenerhalt meistern werde.

Bis Mitte der Woche rechnet Zenkner mit der Bekanntgabe des Strafmaßes, das auf Offensivkraft Fülla zukommt. „Wir müssen uns wohl auf eine mehrwöchige Sperre einstellen, wenn man sieht, dass Peter Knechtel jüngst für eine totale Lapalie vier Wochen aufgebrummt bekommen hat.“ Eine Unverhältnismäßigkeit, die auch keine genaueren Prognosen im Fall Fülla erlaube. Erfreulich hingegen, dass pünktlich zum Saisonendspurt bis auf die beiden Rot-Sünder wieder immer mehr personelle Alternativen zur Verfügung stehen. Sebastian Nichelmann saß schon zuletzt wieder auf der Bank, auch Jonas Meichelböck und Sebastian Gilg können in Kürze wieder auf Einsätze hoffen. „Ich denke, dass zwei dieser drei Spieler am kommenden Wochenende wieder mitwirken können“, so Zenkner. 

rass

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