Bittere Heimpleite gegen den SV Pullach

Der TSV Landsberg unterliegt mit 0:1 – Der Abstiegskampf hat begonnen

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Tragische Figur: David Anzenhofer, der für zwei Jahre in die USA geht, verschoss in seinem letzten TSV-Spiel den rettenden Elfmeter.
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Anders als im Torjubel-Pokalspiel: Der TSV Landsberg verliert gegen den SV Pullach mit 0:1.
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Anders als im Torjubel-Pokalspiel: Der TSV Landsberg verliert gegen den SV Pullach mit 0:1.
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Anders als im Torjubel-Pokalspiel: Der TSV Landsberg verliert gegen den SV Pullach mit 0:1.
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Anders als im Torjubel-Pokalspiel: Der TSV Landsberg verliert gegen den SV Pullach mit 0:1.
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Anders als im Torjubel-Pokalspiel: Der TSV Landsberg verliert gegen den SV Pullach mit 0:1.
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Anders als im Torjubel-Pokalspiel: Der TSV Landsberg verliert gegen den SV Pullach mit 0:1.
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Anders als im Torjubel-Pokalspiel: Der TSV Landsberg verliert gegen den SV Pullach mit 0:1.

Landsberg – Am vergangenen Samstag erlebten 460 Zuschauer im 3C-Sportpark eine 0:1-Niederlage gegen den SV Pullach. Damit spitzt sich die Situation in der Tabelle zu, denn der TSV Landsberg steht nun mit mageren vier Punkten auf dem 16. Tabellenplatz der Bayernliga Süd.

Das kuriose und spektakuläre 7:5 im Pokalspiel gegen die Mannschaft aus dem Isartal war vielleicht noch in den Köpfen der Spieler, als sie den regennassen und schweren Boden betraten. Doch die meisten Pokalhelden und Verlierer mussten bei beiden Teams auf der Bank Platz nehmen: Die Trainer hatten die Aufstellungen gehörig umge­krempelt.

Beim TSV spielte Florian Mayer wieder als Abräumer vor der Abwehr, in der Storhas und Anzenhofer die Innerverteidigung bildeten. Im Sturm bekam Mulas das Vertrauen des Trainers und auf den Flügeln sollten die Stammkräfte Reitz und Mailänder für Druck und Flanken sorgen. Die Lechtstädter liefen also nahezu in Bestbesetzung auf.

Umso erstaunlicher, dass mal wieder das Murmeltier grüßte, denn wie so oft in dieser Saison kam der TSV nur schlecht ins Spiel. Zwar hatte Mailänder in der achten Minute nach einem Konter über Mulas eine große Chance, schoss aber am leeren Tore vorbei, nachdem er den Keeper schon umspielt hatte.

Fünf Minuten später war es dann der Landsberger Torwart Patrick Rösch, der hinter sich greifen durfte. David Anzenhofer hatte den Ball im eigenen Strafraum verloren und Gilbert Diep konnte ihn problemlos zum 1:0 für Pullach über die Linie zu befördern. Ludwig Reischl hätte nur wenig später für die Gäste erhöhen können, traf mit seinem Schlenzer aber nur den Pfosten.

Die Landsberger standen nun unter Druck und versuchten, sich mit langen Bällen zu befreien. Es dauerte eine knappe halbe Stunde, bis es Bonfert und Tugbay gelang, etwas Struktur ins Spiel zu bekommen und mit Pässen für Gefahr im gegnerischen Strafraum zu sorgen.

Auf der Gegenseite bekam Max Zander auf dem linken Flügel meist viel zu viel Raum und konnte fast nach Belieben schalten und walten. So schlug er auch in der 35. Minute einen scharfen Pass auf Hamberger und dieser zwang Rösch zu einer formidablen Parade. Es passte allerdings zum Spielverlauf, dass ein Kopfball von Florian Mayer aus kurzer Distanz nicht im Netz, sondern am Bein eines Pullacher Verteidigers landete. Mit dem knappen Rückstand ging es in die Pause.

Coach Rietzler hatte in der Kabine anscheinend die richtigen Worte gefunden, denn die Lechstädter gingen nun mit Vehemenz zur Sache. Florian Mayer jagte zum Auftakt einen mächtigen Distanzschuss knapp über den Querbalken. Im Gegenzug vergab Diep eine Großchance zum 2:0 für die Gäste, aber dem TSV war nun intensives Bemühen nicht abzusprechen.

Allerdings haperte es an diesem Samstag auf den Flügeln. Jan­nick Reitz hatte auf rechts nicht seinen besten Tag erwischt. Mailänder war auf der anderen Seite zwar eifrig und viel unterwegs, wurde aber meist durch zwei Gegenspieler gebremst und fand nur selten den Weg zur Grundlinie. Da war es schon symptomatisch, dass er nach 55 Minuten sehr aussichtsreich am Keeper scheiterte und Reitz den vielversprechenden Nachschuss neben das Tor setzte.

Zwangsläufig kam Pullach zu Kontern und sowohl Rösch als auch Mayer mussten in höchster Not klären. Storhas war die mangelnde Spielpraxis noch anzumerken und gerade im Spiel nach vorne unterliefen ihm diverse Fehler, die dem Gegner Chancen zu Gegenstößen gaben. Mulas und Tugbay räumten nach gut 60 Minuten das Feld und mit der Einwechslung der Offensivkräfte Philipp Siegwart und Andreas Fülla ging Coach Rietzler nun praktisch „all in“.

Acht Minuten vor dem Ende wurde dieser Mut fast belohnt und die Historie des TSV wäre um eine schöne Geschichte reicher. Nach einer Ecke kam Bonfert im Getümmel zu Fall und der nicht immer souveräne Schiedsrichter Elias Tiedeken entschied überraschend auf Strafstoß.

Es war das letzte Spiel für David Anzenhofer, der sich für zwei Jahre in die USA verabschiedet. Anzenhofer gilt als einer der sichersten Schützen in der Liga. Nun hatte er die Gelegenheit, seinem Verein mit einem „Abschiedsgeschenk“ zum Ausgleich zu verhelfen. Er lief an und schoss den Ball halbhoch in Richtung rechte Ecke. Doch Keeper Marjan Krasnic war die Landsberger Folklore herzlich egal und er beendete humorlos den Flug des Leders. Kein Tor. Kein Happy End.

Dieser Schreck saß der Heimmannschaft für die letzten Minuten in den Gliedern, daran konnte auch der eingewechselte Sören Göbel nichts mehr ändern. Der TSV musste eine ebenso schmerzhafte wie unnötige Heimpleite hinnehmen. Der Abstiegskampf hat nach sechs Spieltagen endgültig begonnen.

Die nächsten Aufgaben haben es in sich: Am kommenden Samstag müssen die Lechstädter um 14 Uhr beim SV Kirchanschöring antreten. Die Truppe aus dem Kreis Traunstein hat nach dem 3:1 Auswärtssieg beim SSV Jahn Regensburg II nicht nur zehn Punkte, sondern auch Selbstvertrauen gesammelt. Am 20. August steht um 18 Uhr im 3C-Sportpark wieder ein Toto-Pokalspiel an und das Los meinte es nicht gut mit dem TSV: Der Gegner heißt SV Türkgücü München. Der ambitionierte Regionalligist ist klarer Favorit. Aber vielleicht kann der TSV Landsberg im Moment Pokal besser als Liga. 

Dietrich Limper

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