Rote Karte und mehr

Landsbergs kapitaler Fehlstart in den Bayernliga-Frühling

+
r Keeper des TSV Landsberg Patrick Rösch schaut trotz des verlorenen Spiels gegen Pullach positiv nach vorne.

Landsberg/Pullach – Vor 100 Zuschauern auf der Sportanlage in Pullach haben die Hausherren 2:0 gesiegt. Für den TSV Landsberg ganz sicher nicht der gewünschte Start in die letzten zwölf Spiele der Bayernliga Süd. In der Tabelle liegen die Lechstädter nun auf dem 13. Rang, einen Punkt vor den Relegationsplätzen und der SpVgg Hankofen-Hailing, die aber ein Spiel weniger hat.

Der Landsberger TSV-Coach Sven Kresin musste seine Mannschaft gehörig umbauen. Vor allen Dingen in der Verteidigung gab es gravierende Ausfälle: Florian Mayer lag mit einer Grippe flach und Julian Birkners Knie war noch nicht belastbar. Deshalb bildeten Sebastian Bonfert und Manuel Wolf die ungewohnte Innenverteidigung, während Martin Hennebach und Jonas Meichelböck die Außenpositionen besetzten.

Auf den Flügeln sollten Philipp Siegwart und Felix Mailänder für Druck sorgen. Alessandro Mulas gab die hängende Spitze hinter Wolfgang Baumann als Mittelstürmer. Und im defensiven Mittelfeld waren Charly Fülla und Orkun Tugbay für die Ordnung zuständig.

Trotz dieser widrigen Umstände boten die Gäste aus Landsberg eine starke erste Hälfte, wie Keeper Patrick Rösch erzählt: „Wir haben die Vorgaben des Trainers nahezu perfekt umgesetzt und eine sehr gute erste Halbzeit gespielt. Zwar hatten wir nicht wirklich hundertprozentige Torchancen, aber der Gegner auch nicht.“

Mitte der ersten Halbzeit wurde Wolfgang Baumann im Strafraum von den Beinen geholt und über die Elfmeter-Entscheidung zugunsten des TSV gab es keine zwei Meinungen. Orkun Tugbay trat an und vergab. „Der war noch nicht einmal schlecht geschossen“, schildert Rösch die Situation, „aber da muss ich dem Torwart ein Kompliment machen: stark gehalten.“ SV-Keeper Marijan Krasnic ahnte die Ecke und war reaktionsschnell zur Stelle. Hatte sich der TSV im letzten Testspiel gegen Kottern noch vor der Pause mit zwei Treffern für eine couragierte Leistung belohnt, ging es diesmal mit einem mageren 0:0 in die Kabine.

„Nach der Pause fehlte uns einfach der Punch, wir kamen nicht mehr so überzeugend ins Spiel. Der nächste Elfmeter wurde dann gegen uns gepfiffen und war leider auch völlig berechtigt“, fasst Patrick Rösch die ersten 30 Minuten der zweiten Halbzeit zusammen. Martin Hennebach war im eigenen Strafraum zu ungestüm und verursachte den Strafstoß, den Patrick Rösch passieren lassen musste. Gilbert Diep traf zum 1:0 für den SV Pullach (74.).

Die letzte Phase des Spiels wurde turbulent: Pullachs Spielertrainer Alexander Benede habe sich schon während des ganzen Spiels nicht gerade als Sportsmann aufgeführt, erzählt Rösch. Sein unfaires Verhalten gipfelte in einem Schlag gegen Alessandro Mulas. Dafür musste er mit Rot vom Feld. Die numerische Überlegenheit des TSV währte allerdings nicht lange, denn auch Charly Fülla ließ sich in der Hitze des Gefechts zu einer Tätlichkeit gegen Marijan Krasnic hinreißen. Der Landsberger Leistungsträger durfte ebenfalls frühzeitig duschen gehen und wird seiner Mannschaft unter Umständen drei Spiele fehlen. Ein herber Verlust.

Trotzdem warf die Mannschaft von Sven Kresin in den letzten Minuten alles nach vorne. Aber nach einer Ecke für Landsberg startete der SV Pullach einen Konter und Henri Koudossou machte mit dem 2:0 (93.) alles klar. „Nach der wirklich guten Vorbereitung hatten wir uns auf dieses Spiel eingeschworen und viel vorgenommen. Das Ergebnis ist nun natürlich sehr enttäuschend, aber wir schauen dennoch positiv nach vorne. Ich denke, wir werden die nötigen Punkte noch holen“, beschreibt Patrick Rösch die Befindlichkeiten nach dem missratenen Auftakt in einen mit Sicherheit heißen Frühling. Noch klingen die Aussagen nicht wie das sprichwörtliche Pfeifen im Walde, aber man kann es drehen und wenden wie man will: Beim TSV müssen Punkte her, für Komplimente gibt es nichts.

Am nächsten Samstag steht das nächste Match ins Haus, das nicht verloren werden sollte. Zu Gast ist um 14 Uhr der SV Kirchanschöring, mit 31 Punkten derzeit auf Rang 8 beheimatet. Am letzten Wochenende besiegten sie den SSV Jahn Regensburg II mit 2:1. Der Gegner bringt also genau das Selbstvertrauen mit, das dem TSV Landsberg momentan fehlt. Für die Mannen von Sven Kresin wird es Zeit, dass sich der Wind dreht.
Dietrich Limper

Heimat ist unsere Stärke! Besuchen Sie den KREISBOTEN Landsberg auch auf FACEBOOK.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mit »Simba« in die Landesliga?
Landsberg
Mit »Simba« in die Landesliga?
Mit »Simba« in die Landesliga?
Riverkings bieten Magerkost auf Eis
Landsberg
Riverkings bieten Magerkost auf Eis
Riverkings bieten Magerkost auf Eis
Neuzugang Moritz Nebel verlässt den TSV Landsberg
Landsberg
Neuzugang Moritz Nebel verlässt den TSV Landsberg
Neuzugang Moritz Nebel verlässt den TSV Landsberg

Kommentare