So ein Stachel sitzt tief

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Kämpferisch, hier Benjamin Hauke (links), war bei Landsberg alles in Ordnung, doch nach der Roten Karte für Wochnik ging gegen Tabellenführer Raisting nichts mehr viel.

Landsberg – So sehr ihn diese Niederlage wurmte, Sven Kresin suchte das Positive nach der 0:2-Niederlage gegen Raisting: „Einem solchen Gegner so lange mit einem Mann weniger Paroli zu bieten, ist mehr als in Ordnung; das schafft nicht jede Mannschaft. Läuferisch und kämpferisch war das völlig in Ordnung.“ 

Was den Coach des TSV Landsberg allerdings sauer aufstieß, war die Art und Weise, wie sich die Gäste und ihr Trainer vor rund 400 Zuschauern im Hacker-Sportpark gegenüber den Landsbergern verhielten. „Das ist ein Stachel, der lange tief sitzen wird.“

Heimpleite für TSV-Kicker

Der 36-Jährige spielt damit unter anderem auf die Rote Karte gegen Arek Wochnik in der 40. Minute an. „Sich da so theatralisch hinzuwerfen und zu wälzen und damit eine Rote zu provozieren –- so habe ich das selten gesehen. Danach steht der Spieler auf und hat rein gar nichts“, ärgert sich Kresin. Er ging auch mit seinem Raistinger Kollegen Robert Färber ins Gericht, attestiert ihm Überheblichkeit und Arroganz. „Gerade, dass er einem noch die Hand gibt, in die Augen sieht er mir dabei aber nicht und schaut mich nach dem Spiel nur recht abschätzig von oben herab an.“ Dementsprechend würde man den Raistingern gerne noch den Aufstieg versalzen – allerdings ist man mit dem Nachbarn im Spielplan durch. „Vielleicht nehme ich mit Gundelfingens Trainer Anderl noch Kontakt auf und gebe ihm ein paar Tipps. Lieber steigen Gundelfingen und Landsberg auf als Raisting.“

Im Moment allerdings hat Raisting durch den Erfolg im Derby die Tabellenspitze übernommen, der TSV ist auf Rang drei abgerutscht, dahinter wird es immer enger, da sich die Verfolger wieder gegenseitig die Punkte abnahmen. Neben dem Platzverweis für Wochnik sorgte vor allem die fehlende Durchschlagskraft in der Offensive für die Entscheidung. Der noch bis zur Winterpause gesperrte Salemovic war erneut nicht zu ersetzen, Stürmer Stefan Stroh­hofer (Kreuzbandriss) wird ebenfalls erst wieder im neuen Jahr eingreifen können.

So war die Zahl der gefährlichen Aktionen der Landsberger recht überschaubar. Ein Schuss von Sebastian Spreitzer wurde noch abgeblockt (16.), Ayoglu verpasste eine Ablage von Klein (31.), dann schlug aber auch schon Raisting zu. An einen Schuss von Christoph Schmitt von der Strafraumgrenze brachte Markus Obermayer zwar noch die Hand, konnte aber nicht verhindern, dass der Ball hinter ihm einschlug (32.).

Als man kurz danach in Unterzahl geriet, musste Kresin auch noch umstellen. Fülla rückte für Wochnik aus dem Mittelfeld auf den linken Verteidigerposten, aus einem 4-3-3 wurde ein 4-4-1 mit Ayoglu als einziger Spitze. Der 21-Jährige schaffte es aber – wie auch seine Kollegen – nur selten, das Raistinger Tor in Gefahr zu bringen, auch Nuscheler konnte nach seiner Einwechslung kaum Akzente setzen. „Daran müssen wir arbeiten“, so Sven Kresin, der seine Spieler aber in Schutz nimmt. „Da bin aber ich als Trainer gefragt. Wir haben im Moment niemand, der die Stärken der Anderen in der Offensive so zum Tragen bringt, wie Muriz Salemovic das kann.“

Beim Gegner klappte das besser: Erneut Schmitt servierte den Ball in der 69. Minute Nutzinger in den Lauf; der ließ sich nicht zweimal bitten und markierte mit dem 0:2 die Vorentscheidung. In der 73. Minute hätte noch das dritte Tor für die Gäste fallen müssen, doch der eingewechselte Fabian Schmidt brachte das Kunststück fertig, freistehend im Torraum fünf Meter über das leere Gehäuse zu schießen.

Anderes System

Nicht nur wegen der derzeit fehlenden Erfolgserlebnisse wird Kresin für die Partie in Thannhausen am kommenden Samstag um 14 Uhr) wohl erneut umstellen. „Das ist eine Mannschaft, die eher über das spielerische Element kommt und nicht über Kompaktheit und Zweikämpfe wie Raisting, da werde ich eventuell das System etwas ändern.“ Wer letztlich zum Einsatz kommt, wird sich erst nach den Trainingseindrücken in dieser Woche entscheiden. „Alle trainieren eifrig, aber so eine Niederlage hinterlässt auch Spuren. Wir werden sehen, wer den Kopf am besten frei bekommt.“ Christoph Kruse

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