Rettung naht

TSV Landsberg verpflichtet neuen Torhüter

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Frank Schmitt (Foto) ist derzeit ganz allein auf weiter Flur. Ab Ende September kommt Patrick Rösch als Verstärkung zu den Landsbergern.

Landsberg – Die Fußballer des TSV Landsberg haben einen Sahnestart hingelegt und pflügen mit der gefährlichsten Offensive des ganzen Klassements durch die Landesliga Südwest. Doch die Erfolgssträhne hängt weniger von der Treffsicherheit der Abteilung Attacke ab, als vielmehr von der Gesundheit und dem Nervenkostüm Frank Schmitts. Er ist aktuell der einzig verfügbare Torwart der ersten Mannschaft – die Reserve steht sogar gänzlich ohne Schlussmann da. Aber Hoffnung naht: mit der Neuverpflichtung von Patrick Rösch.

Als „katastrophal“ bezeichnet Spielertrainer Muriz Salemovic die Lage zwischen den Landsberger Pfosten. Zwar gibt es an den Auftritten Schmitts nichts zu mäkeln, doch hinter der Nummer 1 herrscht gähnende Leere. Verletzt sich der 28-Jährige, leistet sich eine Sperre oder ist anderweitig verhindert, hat sein dann torwartloser Coach ein massives Problem – und das in der immerhin sechsthöchsten Fußballliga Deutschlands. Ein paar Etagen weiter unten ist der Goalie-Super-GAU bereits eingetreten: Bei der 0:4-Pleite der Reserve zum Saisonauftakt in der Kreisliga 2 beim SC Pöcking-Possenhofen zog sich notgedrungen Abwehr-Routinier Jürgen Wiedemann die Torwarthandschuhe an.

„Ich habe vor der Saison gesagt, dass ich noch einen Torwart will“, hadert Salemovic mit der gegenwärtige Misere. „Das haben wir nicht geschafft.“ Weil Neuverpflichtung Christoph Friegel, der im Sommer vom 1. FC Sonthofen kam, aus beruflichen Gründen schon nach einer Woche seine sportlichen Ambitionen auf Eis legen musste und Schmitt-Stellvertreter Leon Veliu wie jedes Jahr – und auch diesmal vorab klar abgesprochen – gute vier Wochen auf Heimaturlaub weilt, stehen die zwei TSV-Herren-Teams seit Wochen mit nur noch einem Schlussmann da: Schmitt. „Zwei Mannschaften brauchen mindestens vier Torhüter, das ist doch klar“, ärgert sich Salemovic. „In Memmingen hatten wir für zwei Teams sechs.“

Denn Schmitt gibt nicht nur im Spielbetrieb den Alleinunter­halter auf der Linie, auch die Trainingsgestaltung leidet unter verwaisten Toren. Doch immerhin hier kann Salemovic einen Joker ziehen: Keeper-Coach Mario Schmid wirft sich regelmäßig nach den Schüssen der Landsberger Feldspieler. „Er ist öfter da, als wir das vorab eigent­lich besprochen hatten und gemeinsam holen wir das Beste raus“, beschreibt der Spielertrainer. An eine Spielbetriebs-Lizenz für Schmid ist allerdings nicht zu denken, er läuft auch weiterhin für die DJK Schwabhausen in der Kreisklasse auf. Weil sich auch aus dem Landsberger Nachwuchs kein Kandidat aufdränge, die Vakanz in erster und zweiter Mannschaft zu beheben, steht Edeltechniker Salemovic bisweilen gar selbst im Kasten – bisher glücklicherweise jedoch nur im Training.

Neue Nummer 1

Doch Besserung ist in Sicht: Anfang September kehrt Veliu zurück und für Ende September konnte der Verein einen neuen Torhüter verpflichten: Mit Patrick Rösch stößt ein erfahrener Keeper zu den Landsbergern. Der 29-Jährige war zuvor sieben Jahre beim Regionalligisten Illertissen; zuletzt stand er für zwei Jahre bei Lichtenberg 47 (Berlin Oberliga) auf dem Rasen. Trainer Salemovic ist erleichtert. Er freue sich über die Verpflichtung auf der Torhüterposition und die damit geschlossene Lücke. Vom Können des Neuen ist er überzeugt. „Ich kenne ihn; er ist ein sehr Guter und hat die Qualitäten, auch die Nummer 1 zu werden.“

Rasso Schorer

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