Auf der Siegerstraße

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Die Landsberger Fußballer, hier Stefan Strohofer, lassen derzeit nichts anbrennen und bleiben auf Platz 1 in der Landesliga-Tabelle.

Landsberg – Bei den Fußballern des TSV Landsberg ist man zwar eher für Zurückhaltung bekannt – irgendwann wird zu große Bescheidenheit aber unglaubwürdig. „Das Understatement nimmt uns jetzt keiner mehr ab“, so Trainer Sven Kresin nach dem 2:1 (0:0)-Erfolg im Spitzenspiel gegen den FC Gundelfingen.

„Wenn wir immer noch sagen, wir wollen nicht nach oben, glaubt uns das doch niemand.“ Zwar ist der Weg in die Bayernliga noch sehr lang, die Partie gegen den FCG war gerade einmal das erste Rückrundenspiel. Die Zwischenbilanz der Landsberger kann sich aber schon einmal sehen lassen: Vier Punkte beträgt der Vorsprung auf den Tabellenzweiten nach dem Sieg im direkten Duell jetzt, zudem steht für den TSV noch das Nachholspiel in Kottern aus und zu den weiteren Verfolgern hat man sogar noch etwas mehr Luft. Nach unten schaut Kresin mit seiner Mannschaft aber vorerst am liebsten gar nicht mehr; Rang zwei dürfe nun nicht das Ziel sein. „Wenn ich auf eins bin, will ich auf eins bleiben, das ist doch klar. Und wir wollen möglichst nicht in die Relegation. Da reicht bekanntlich ein halbschwacher Tag und schon bist du raus.“

Wie man in die komfortable Ausgangslage gekommen ist, offen vom direkten Aufstieg zu reden, bekam die stattliche Kulisse von fast 500 Zuschauern am Samstag exemplarisch vorgeführt. Die Gastgeber legten gleich mit Vollgas los und kamen schon nach neun Minuten zur ersten guten Chance, als ein Salemovic-Freistoß noch von der Torlinie geköpft wurde. Dass auch die Gundelfinger die Punkte nicht ohne Gegenwehr in Landsberg lassen wollten, zeigten sie dann aber ebenfalls schnell. Nach einem Patzer in der Landsberger Defensive lief Kerle allein auf Heiland zu, der ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen und parierte den Schuss des Gundelfingers.

Starke Offensive

„In dieser Phase mussten wir mal kurz Luft holen, weil wir zu Beginn ein sehr hohes Tempo gegangen waren“, so Kresin. „Da ist Gundelfingen dann auch besser in die Zweikämpfe gekommen. Aber unsere Offensive ist im Moment einfach nicht unter Kontrolle zu bringen, mal macht´s der eine, mal der andere.“ Damit war diesmal vor allem auch Charly Fülla angesprochen. Der schnelle Stürmer hatte einen glänzenden Tag erwischt, auch wenn er wohl selbst nicht wusste, wie und warum er einen Einschussversuch seiner Mannschaftskollegen noch von der gegnerischen Torlinie holte (14.). Aus 16 Metern visierte er dann den rechten Pfosten an (40.) und zog sieben Minuten vor Schluss den Gundelfingern endgültig den Zahn. Im Konter sprang ihm zwar der Ball noch ans Knie, doch Fülla ließ sich nicht beirren und schloss mit einem trockenen Flachschuss ab. „Jeder andere verliert da an Tempo, er eben nicht“, freute sich Kresin, der glaubt, „dass seine Entwicklung bei uns noch nicht am Ende angelangt ist, da geht schon noch was.“

Kleiner Schönheitsfehler

Auf die Siegerstraße hatte zuvor schon Stefan Strohhofer seine Mannschaft gebracht. Nach einem Freistoß aus 35 Metern entwischte er diesmal seinem hünenhaften Bewacher, sprang höher als der Rest und köpfte unhaltbar zum 1:0 in der 55. Minute ein. Dass dem TSV Landsberg dann in der 64. Minute ein Elfmeter verweigert wurde, konnte dann an diesem Tag die Laune ebenso wenig trüben wie der Treffer für die Gäste, der praktisch mit dem Schlusspfiff fiel, als die Landsberger mit ihren Gedanken wohl nicht mehr ganz bei der Sache waren. Kresin nahm´s jedenfalls gelassen: „Ein Schönheitsfehler, eine kosmetische Sache. Im Hinblick auf Thannhausen aber vielleicht ganz gut, dass wir das Tor noch kassiert haben.“ Allerdings dürfte ohnehin kaum Gefahr bestehen, dass seine Spieler die Dinge jetzt zu leicht nehmen. „Die haben das so verinnerlicht, ich brauche da gar nicht mehr viel zu sagen“, so der Übungsleiter. „Die wollen nur spielen, spielen, spielen, auch wenn sie platt sind. Da macht das Arbeiten natürlich auch als Trainer Spaß.“

Bleibt zu hoffen, dass sich die TSG Thannhausen am Samstag (14 Uhr) im Mindelstadion nicht als Spielverderber erweist. Zumindest auf dem Papier stehen die Vorzeichen gut, die Schwaben haben seit August nicht mehr gewonnen (vier Unentschieden, vier, teilweise deutliche, Niederlagen). Die Landsberger Bilanz im Vergleich: Fünf Siege, zwei Unentschieden und eine Niederlage (1:3 gegen Illertissen am 14. September). Für Kresin darf es erst einmal so weitergehen. „Wir wollen jetzt natürlich möglichst viele Punkte holen und schauen, dass wir gut in die Winterpause kommen und uns da für den Endspurt regenerieren können. Man darf nicht vergessen, dass 22 Punktspiele in einem halben Jahr einfach eine ganze Menge ist.“

Christop Kruse

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